Kritik – Seite 2 – Jazzclub Biberach e.V.

22.03.2019: Clara Vetter Trio

Clara Vetter Trio beim Konzert im Biberacher Jazzkeller am 22.03.2019:

Clara Vetter (p)
Jakob Obleser (b)
Lucas Klein (dr)

Fotos: Wolfgang Volz

22.02.2019: Malstrom

Energetischer Jazz von Malstrom

BIBERACH – Die Band Malstrom absolvierte im Rahmen der Freitagskonzerte am 22.02.2019 ihr Preisträger-Konzert im Jazzkeller Biberach und riss das Publikum erneut mit ihrer Energie mit. Die drei Musiker überzeugten den bis auf den letzten Platz gefüllten Jazzkeller mit ihrer Dynamik, melodischen sowie rhythmischen Überraschungen, messerscharfen Breaks und erfrischender Spielfreude.

Jo Beyer (Schlagzeug), Florian Walter (Saxofon) und Axel Zajac (Gitarre), Sieger des Internationalen Biberacher Jazzpreises 2018, füllen mit ihren selbst komponierten Stücken von der ersten Sekunde an den Raum mit einer Abwechslung aus sphärischen Klängen und urgewaltigen Rhythmen. Dabei lösen und verbinden sich die drei immer wieder auf unterschiedlichste Weisen. Mal treffen sich Schlagzeug und Gitarre zu komplexen Abfolgen, dann Saxofon und Gitarre zu auf den Punkt gespielten Melodien oder Saxofon und Schlagzeug diskutieren über ihre Themen in Titeln wie „Ach komm schon“ oder „Ein Monchichi geht nie zum Frisör“. Die Erklärung für die eigensinnigen Titelgebungen durften sich die Zuhörerinnen und Zuhörer nach dem Konzert persönlich von den sympathischen Akteuren geben lassen, nebst einem Autogramm auf eines ihrer Alben.

Für das Publikum war es ein beeindruckendes Erlebnis für alle Sinne: Es bekam auf die beste Weise mächtig was auf die Ohren und die Augen wurden Zeuge inspirierter Energie.

Text: Jasmin Mohn
Fotos: Wolfgang Volz

 

08.02.2019: David Helbock’s Random/Control

Multiinstrumentalisten schaffen jazziges Kunstwerk zum Zuhören und zum Zuschauen

Beim Freitagskonzert des Biberacher Jazzclubs war mit „David Helbock’s Random/Control“ ein Jazztrio zu Gast, das zurzeit weltweit auf Konzertbühnen und Festivals unterwegs ist. Durch eine besonders langfristige Planung gelang es dem Jazzclub Biberach, im Tourneeplan neben bekannten Spielstätten in Berlin, Liverpool oder Montreal aufzutauchen. Schon vor Beginn des Konzerts war das Publikum erstaunt über die Vielzahl der auf der Bühne aufgebauten Blas- und Perkussionsinstrumente, neben dem mit einigem elektronischem Equipment versehenen Konzertflügel.

Der österreichische Pianist David Helbock, der bereits mit einer Reihe internationaler Preise ausgezeichnet wurde, präsentierte seine „Tour d’Horizon“ (Titel der aktuellen CD) mit Referenzen an seinen musikalisch prägenden Lehrer Peter Madsen sowie viele seiner musikalischen Vorbilder und Helden am Jazzpiano wie beispielsweise Keith Jarrett, Chick Corea, Esbjörn Svensson oder Abdullah Ibrahim. Mit höchster Virtuosität, kreativen und überraschenden Einfällen, aber auch mit viel Humor wurden die dem Publikum eigentlich größtenteils bekannten Musiktitel kräftig gegen den Strich gebürstet und in einem ganz eigenen und einzigartigen Stil präsentiert.

 

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13.01.2019: Dixie’s Treibhausventil

„Dixie’s Treibhausventil“ lassen ordentlich Dampf ab

Erfolgreiche Liaison: Dixieland, Weißwurst und Weißbier

BIBERACH – Beinahe hätten die Weißwürste von alleine zu kochen angefangen, so heiß ging es her beim jüngsten Jazzfrühschoppen des Biberacher Jazzclubs. Trotz ziemlich winterlicher Verhältnisse und mehreren Konkurrenzveranstaltungen war der Jazzkeller, nach einem hochkarätigen Saisonauftakt mit Tamara Lukasheva und Vadim Neselovskyi zwei Tage zuvor, auch bei der Traditionsveranstaltung am Sonntagmorgen überraschend gut besucht. Schließlich waren nach 14 Jahren einmal wieder die Jazzmänner der international renommierten Band „Dixie’s Treibhausventil“ zu einem Konzert nach Biberach gekommen und viele alte Fans brannten darauf, die eloquenten Glücksbringer wieder einmal live zu erleben.

Beherzt und ungekünstelt gingen die fünf Routiniers im Nadelstreifenanzug und in ihren zweifarbigen nostalgischen Lederschuhen zur Sache und brauchten den Szenenapplaus nach den einzelnen Improvisationen nicht erst lange einzufordern. Johannes Weindel, eines der Gründungsmitglieder der Band und frischgebackener Pensionär glänzte am Flügel mit perlenden Soloeinlagen und vollgriffiger Begleitung. Die Frontmänner an der Trompete (Michael Maisch), am Saxophon (Daniel Sernatinger) und an der Posaune (Peter Hohl in Vertretung für den erkrankten Stammposaunisten Burkhart Spellenberg) drehten mächtig auf und lieferten hervorragende Improvisationen in gediegener Virtuosität gleich in Serie, traten bei Bedarf aber auch zurück ins Glied um eine dezente Begleitung für die gerade solistisch agierenden Bandmitglieder abzuliefern oder gaben vokale Einlagen. Im Hintergrund agierte der Züricher Bassist Chris Hertel, präzise und verlässlich wie ein Schweizer Uhrwerk, und am Schlagzeug mischte der Freiburger Martin Herrmann mit viel positiver Energie, gelegentlich auch mit hochvirtuosen Soloeinlagen, die ganz Partie auf.

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11.01.2019: Tamara Lukasheva & Vadim Neselovskyi

Musikalischer Jahresauftakt nach Maß

Von Odessa über Köln nach New York und zurück

BIBERACH – Feinsinnig und zupackend, transparent und komplex, folkloristisch und artifiziell, virtuos und schlicht – die vermeintlichen Gegensätze fanden im künstlerischen Schwerkraftzentrum des aus Odessa stammenden Duos Tamara Lukasheva (Gesang) und Vadim Neselovskyi (Klavier) beim Auftaktkonzert der neuen Saison des Jazzclubs in überzeugender Weise zusammen. Die beiden Künstler, die heute in Köln und New York leben, spürten gemeinsam den Wegen in ihre alte Heimat am Schwarzen Meer nach, ohne aber deswegen die Verbindung zu ihrer neuen Heimat zu verlieren.

Die vielfach ausgezeichnete ukrainische Sängerin und Komponistin Tamara Lukasheva mit musikalischen Wurzeln im Opernfach fand bereits vor ihrer Übersiedlung nach Deutschland im Jahr 2010 zum Jazz. Aufnahmen mit dem Bundesjazzorchester und der WDR-Bigband, die Gründung ihres eigenen Quartetts, mit dem sie 2017 den neuen deutschen Jazzpreis gewann, sowie weitere innovative Projekte (Gender Balance Band, East Drive) und internationale Preise sind wichtige Stationen ihrer steilen und noch jungen Karriere. Einer ihrer „Entdecker“ war der 10 Jahre ältere Berklee-Professor Vadim Neselovskyi, der sie bei einem Workshop in Odessa auf die richtige Spur brachte. Vor einem Jahr haben die beiden endlich auch als Duo zusammen gefunden und jetzt im Jazzclub Biberach ihre musikalische Visitenkarte abgegeben.

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