Kritik – Seite 2 – Jazzclub Biberach e.V.

08.11.2025: WaWa’Swing

Kooperation des Vereins Städte Partner Biberach und dem Jazzclub Biberach als WinWin-Situation par excellence

WaWa’Swing aus Valence bringen „Good Vibes“ mit Tiefgang ins Publikum

BIBERACH – Die charismatischen Damen von „WaWa’Swing“ aus der Biberacher Partnerstadt Valence brachten mit ihrem jugendlichen Elan, augenzwinkerndem Charme und französischem Esprit das illustre Publikum im erneut ausverkauften Jazzkeller mühelos in Schwung. Die überwiegend französischsprachigen Titel, für die besondere Quartett-Besetzung eigens arrangiert von deren künstlerischer Leiterin Rosemay Dauvin, wurden von den vier Jazz Ladies in drolligem Englisch anmoderiert. Die im Rahmen der französischen Wochen in einer Kooperation zwischen dem Verein „Städte Partner Biberach“ und dem Jazzclub durchgeführte Veranstaltung war erneut, wie schon die beiden vorherigen mit „Joharpa“ und „Laura“, ein voller Erfolg: künstlerisch, völkerverbindend und kulturübergreifend.

Das lockere Swing-Feeling, bekannt aus der Swing- und Bigband-Ära der 1930er und 1940er Jahre, wurzelte, wie bereits beim legendären Glenn Miller Orchestra oder den Andrews Sisters, in einem äußerst präzisen, minutiös und akribisch einstudiertem „Timing“, sauberem Satzspiel oder Satzgesang und höchster Disziplin. Was Füße und Beine mitwippen lässt und zum Tanzen animiert, Stimmung, Puls und Blutdruck steigen lässt und dabei dennoch leger wirkt, ist Ergebnis konzentrierter Probenarbeit. Das daraus resultierende Ergebnis zelebrierten die vier versierten Damen, neben der Bandleaderin noch Annabelle Bayet, Anaïs Nyamé-Siliki und Anne-Colombe Martin, die auch den Kontrabass zupfte, in überaus überzeugender Form. Obwohl jede Sängerin auch gleichzeitig ein oder gar mehrere Instrumente, Regenrohr, Drumpads, Claves, Kochlöffel oder Bratpfannen bediente, was für den eigens angeforderten Tontechniker durchaus eine Herausforderung darstellte, tat dies der strukturellen Vielschichtigkeit und Dichte keinerlei Abbruch. Gleichermaßen homogen und transparent ließ der Sound kaum etwas zu wünschen übrig, die Intonation der Sängerinnen war, auch dank gutem Monitoring, ausgezeichnet, die Sprachverständlichkeit, für die des Französischen kundigen Zuhörer, durchaus gegeben und akzeptabel.

Die Stückauswahl, überwiegend traditionelle französische Chansons oder Songklassiker, etwa von Jane Birkin (La Gadoue) oder Serge Gainsbourg (La javanaise) – nein, nicht das berüchtigte und etwas anzügliche „Je t’aime“ aus der Hippie-Ära – bildete einen energiegeladenen, spritzigen Querschnitt mit hohem Unterhaltungswert. Jazztypische Improvisationen spielten zwar keine Rolle, das Swing- und Soul-Feeling, Spontanität und Interaktion mit dem Publikum, vor allem aber der hör- und sichtbare Spaßfaktor und die positive Energie des Quartetts konnten jedoch rundum überzeugen und begeistern. Der Sommerhit der Gruppe Niagara „L’amour à la plage“ von 1986 oder der explizit auch nochmal als Zugabe gewünschte Sommerhit des Jahres 1984 „Marcia Baëla“ des Duos „Les Rita Mitsouko“, verkörpern idealtypisch das französische Lebensgefühl, im Neuarrangement von Rosemay Dauvin in nochmals verstärkter Form.

Besonders der inhaltlich eher tiefgründige Song von „Marcia Baëla“ verbindet die scheinbaren Gegensätze zwischen traurigem Textinhalt und dem lebhaften, in die Beine gehenden Mambo-Rhythmus des Refrains. Schlagerhafte Popmusik und flache Texte müssen also nicht zwangsläufig Hand in Hand gehen. Die Analogie zu der Praxis des New-Orleans-Jazz, mit langsamer, feierlicher Musik zur Beerdigung zu schreiten und mit lebhafter, dem Leben zugewandter Musik zurück ins Leben zu tanzen, ist in „Marcia Baëla“ offenkundig. Aber auch Parallelen zum barocken Lebensgefühl des „carpe diem“ („Nutze den Tag“ oder „Genieße den Augenblick“) angesichts des Elends langer Kriege, scheinen in der Kultur unseres Nachbarlandes deutlich präsenter als hierzulande geblieben zu sein. Diese positive Grundeinstellung zum Leben könnte durchaus zu einem wirksamen Mittel gegen eine besonders auch in Deutschland oftmals übertriebene Ernsthaftigkeit, einer weit verbreiteten Larmoyanz oder endlosen Grübeleien über eigentlich unwesentliche Dinge oder einfach nur gegen den Herbstblues werden.

Die Reaktionen aus dem Publikum schienen dieser französischen Wesensart und Lebensfreude gegenüber jedenfalls durchaus aufgeschlossen und so trägt die Partnerschaft mit Valence wohl auch in Biberach reiche kulturelle Früchte. In vergorener Form als „Côte du Rhône“ dürften diese an deutschen Gaumen, ebenso wie die Musik von „WaWa’Swing“ in den Gehörgängen, für frische, fruchtige Aromen mit langem Abgang gesorgt haben.

Text und Fotos: Helmut Schönecker

07.11.2025: Lothar Kraft Quartett feat. Sandy Patton

Resolute Jazzlady und „Grande Dame“ des Vocal Jazz mischt Lothar-Kraft-Quartett auf

Sandy Patton begeistert ihr Publikum und dominiert ihre Sidemen

BIBERACH – Als Betreiber eines privaten Konzertstudios in Kißlegg nutzt der versierte Jazzpianist Lothar Kraft seine Beziehungen in die Szene, um immer mal wieder internationale Stars in die Region zu lotsen. Dieses Jahr gelang es ihm, die 77jährige „Grande Dame“ des Jazzgesangs aus Michigan, die fast 20 Jahre bis 2013 als Gesangsprofessorin an der renommierten Hochschule der Künste in Bern tätig war, zu den Schwaben zu locken. Und sie zeigte denn zu ihrem Tourneeauftakt im ausverkauften Jazzkeller dem eigens für sie zusammengestellten und durchaus hochkarätigen Quartett „wo der Barthel den Most holt“.

Anfangs schienen besonders die beiden „Sandys“, die Jazz Lady Sandy Patton und der renommierte Alexander „Sandi“ Kuhn am Saxofon, eher auf Kriegsfuß zu stehen. Tickte dieser, wie auch gelegentlich ihre anderen Männer, doch nicht sofort im exakten Gleichklang mit ihren künstlerischen Ambitionen. Was aber auch kein Wunder war. Spielte doch die Formation auf der Bühne erstmals in dieser Besetzung zusammen – und das ohne vorherige Probe, abgesehen von einigen fernmündlichen Absprachen und beim nachmittäglichen Soundcheck.

Genau diese Spontanität funktioniert jedoch im Jazz wie kaum in einem anderen Genre besonders gut und ist gewissermaßen eine Kernkompetenz aller Jazzmusikerinnen und -musiker seit den Anfängen des Genres vor über 100 Jahren. Die Themen der gewählten Vorlagen, meist bekannte Standards aus dem American Songbook, sind, wie auch die Form- und Harmonieschemata, unter Jazzern allseits bekannt. Routinierten Jazzhörern in der Regel ebenso. Der eigentliche Reiz liegt aber genau darin, diese Vorlagen möglichst kreativ zu umschiffen, zu variieren, zu verfremden. Die Königsdisziplin ist es, die vorgegebene Struktur nicht nur aus dem Stehgreif neu zu gestalten, sondern kreativ mit neuem Inhalt zu füllen und zu neuen, durchaus zeitgemäßen Aussagen zu füllen. Und hier war es geradezu ein Genuss, den schöpferischen Prozess auf der Bühne in wechselseitiger Interaktion „live“ und gewissermaßen hautnah mitzuverfolgen.

Ist es für die eher in der Begleitung tätigen Mitspieler, der „mit allen Wassern gewaschene“ Stuttgarter Tausendsassa und Jazzprofessor Mini Schulz am Kontrabass und der alte Routinier Lothar Kraft am Kawaiflügel noch ein relativ einfaches Unterfangen, musste sich der ebenfalls an der Stuttgarter Musikhochschule unterrichtende und vielfach preisgekrönte Saxofonist und Komponist Sandi Kuhn in der Melodiefraktion mit Sandy Patton einigen, die gemeinsame Wellenlänge finden. Und wer hier das künstlerische Sagen und vor allem das letzte Wort hatte, blieb dem aufmerksamen Zuhörer nicht verborgen. Nachdem die resolute Lady ihre Männer weich genug geklopft hatte, funktionierte dieses Neben- und Miteinander immer besser und es gelangen witzige Dialogimprovisationen ebenso wie dezente Nebenmelodien, die über Schematismus weit hinausgingen. Wo sich Sandy Patton, neben der Vorstellung der Themen, etwa mit Scat-Improvisationen ins melodische Geschehen einmischte, wusste Sandi Kuhn die Diva mit dezenten Nebenmelodien zu umschmeicheln. Dem gefragten, in Konstanz lebenden Jazz-Schlagzeuger Patrick Manzecchi schien die Lady von Anfang an verbunden und so war nach kleineren Anfangsschwierigkeiten zum Tourneeauftakt schließlich alles eitel Freude, deutlich auch am Mienenspiel aller Beteiligten und üppigen Beifallsstürmen abzulesen.

Das Publikum war von so bekannten Standards wie „Anthropology“ von Charlie Parker in der traditionellen 32taktigen ABBA-Form oder George Gershwins im selben Muster gestrickten Song „Lady, be Good“ hell begeistert und verlangte nachdrücklich nach Zugaben die mit dem von Michael Bublé bekannt gemachten Mambo „Sway“ und, nach besonders langanhaltendem Beifall, einer kurzen Atempause und ohne die mittlerweile zu eng gewordenen Schuhe, mit dem vielfach gecoverten R’n’B-Megahit „Route 66“ von Bobby Troup auch gewährt wurde.

Text und Fotos: Helmut Schönecker

24.10.2025: Laura Kipp & Band

Sunset Balcony – Herzliche Grüße aus Balkonien, eure Laura.

Un temps fort des semaines françaises

BIBERACH – Einen Höhepunkt der französischen Wochen bildete das vom deutsch-französischen Bürgerfonds großzügig geförderte Konzert mit dem deutsch-französischen „Laura Kipp Quartett“, organisiert vom Biberacher Jazzclub in Kooperation mit dem Verein „Städte Partner Biberach e.V.“ im proppenvollen Jazzkeller. Die Live-Präsentation der Songs ihrer neuesten in Paris entstandenen CD „Sunset Balcony“, überwiegend komponiert vom „singenden“ Bassisten Jens Loh und mit Lyrics versehen von Laura Kipp, überzeugte fast noch mehr als ihr gefeiertes Debutalbum „Laura Quiet Land“ aus dem Jahr 2022. Ein eingespieltes Team, neben Jens Loh komplettiert mit Lauras französischem Kollegen William Lecomte am Klavier und Eckhard Stromer am Schlagzeug bot eine reife, durch vier eigenständige und völlig gleichberechtigte Individuen wie aus einem Guss erbrachte Leistung.

Die Struktur der Kompositionen und deren musikalischer Ausdruck, mit viel Sachverstand und Empathie erfasst, verinnerlicht und geadelt durch eine überaus zutreffende Übersetzung in gesungene Sprache, wurde geradezu plastisch erfahrbar in der gemeinsamen Interpretation. Eine knappe Erläuterung der Stücke durch die, auch hinsichtlich ihrer Bühnenpräsenz deutlich gereifte, junge Sängerin, ermöglichte gleichermaßen sinnerfülltes Hören und anspruchsvolle Unterhaltung. Rauschender Beifall, Szenenapplaus und anerkennende Zurufe motivierten die Künstler und stachelten sie, besonders in den teilweise unglaublich virtuosen und leidenschaftlichen Solo-Improvisationen, immer wieder zu Höchstleistungen an. Eine gute Raumakustik und ein hochkonzentriertes, mucksmäuschenstilles Publikum inspirierte etwa Eckhard Stromer zu einer Schlagzeug-Improvisation, die im feinsten Pianississimo noch das leichte rhythmische Reiben eines Fingers auf dem Fell der Trommel, vergleichbar dem Fallen einer Stecknadel, musikalisch verwertbar machte. Am anderen Ende der dynamischen Skala übertönte er dann aber gelegentlich sogar seine elektronisch verstärkten Mitmusiker.

Im Gedächtnis blieben besonders Stücke mit so pittoresken Titeln wie „Johnny, the Fly“, „Jardin de Luxembourg“ oder „Bartender“. War es hier der nervöse Funky-Rhythmus, da ein entspanntes Swingfeeling und dort eine von Laura komponierte, tiefenentspannte Blues-Ballade, die den Geschichten eines lebenserfahrenen Barkeepers lauschen lässt, gab es aber auch lockeren Latin Jazz mit fast beiläufig wirkenden Scatsilben und ausgebufften Klavierimprovisationen des eigens aus Kuwait angereisten Pianisten William Lecomte. Die in Singer-Songwriter-Manier im Duo aus Gesang und dem, hier auch mal die Gitarre spielenden Jens Loh, vorgestellten Titel boten nicht nur klangliche Abwechslung, ihre innige Interaktion ging auch unmittelbar zu Herzen. Andere Titel, wie „Oh, I Could Write A Book“ oder der Titelsong der CD „Sunset Balcony“ blieben wegen ihrer beinahe schlagerhaften Melodien oder ihres hymnischen Pop-Charakters im Gedächtnis haften.

Eine weitere tiefsinnige Eigenkomposition von Laura Kipp, „Promise Me“, beschloss den offiziellen Teil, die Zugabe „Mr. P’s Blues“ als Hommage an Jens Lohs Sohn Phileas, bediente explizit auch die Fans des traditionelleren, blueslastigen Jazz. Dieses Vintage-Feeling schien aber auch den Künstlern sichtlich und hörbar Spaß zu bereiten, freche, witzige, skurrile Improvisationen, augenzwinkernd dargeboten, rundeten ein außergewöhnliches Konzert stilecht ab und eröffneten den autogrammatisch geprägten und vorweihnachtlich inspirierten CD-Verkauf.

Text und Fotos: Helmut Schönecker

10.10.2025: Knudsen Fessele Streit Trio

Knudsen, Fessele und Streit zelebrieren Wohlfühlkonzert im Jazzkeller

Stimmungsvolle „Hygge“ rund um das Thema Liebe verbreitet gute Laune

Gedämpftes Licht, vorherrschende Rottöne, Teelichter und etwas zum Knabbern auf den Bistrotischchen, erlesene Getränke, einen lieben Partner an der Seite und dazu eine Musik die zu Herzen und unter die Haut geht ließen entspannte Party-Atmosphäre im Jazzkeller aufkommen. Das Trio um die dänische Sängerin Lea Knudsen war kurzfristig eingesprungen um den erkrankten Thorsten Zwingenberger aus Berlin zu vertreten und ließ unter dem Motto „Ja, das Küssen“ nichts anbrennen.

Für die „hyggeligen Gefühle“ sorgte, allem voran, die Stückauswahl, die sich um das Verliebtsein, ums Küssen, um Wärme und Geborgenheit drehten. Deutsch, Dänisch, Englisch, Spanisch oder auch Schwedisch kamen die Texte daher. Schließlich wird überall geliebt. Und die vielen Facetten der Liebe spiegelten sich denn auch in der stilistischen Vielfalt wider. Mal frech und neckisch mit laszivem Hüftschwung wie bei „Sway“, mal mit heißem Sambafeeling oder als „Nuevo Tango“ wie in „Yo Soy Maria“. Auch skandinavisch unterkühlt oder einfach nur abgeklärt, häufig in verbaler oder sängerischer Interaktion zwischen Lea Knudsen und Norbert Streit an diversen Saxofonen, im Duo-Gesang mit Lea oder an Perkussionsinstrumenten, im Scatgesang oder in ausgedehnten Improvisationen mit einem inspirierenden Joe Fessele am Flügel entfaltete und steigerte sich die Leidenschaft, der Funke sprang über aufs Publikum und fachte das Feuer der Liebe weiter an. Applaus, Zugabe und schnell nach Hause zum Kuscheln war angesagt.

Text & Fotos: Helmut Schönecker

27.09.2025: Renner

Preisträgerkonzert mit RENNER-Trio

Biberacher Jazzpreisgewinner von 2024 begeistern und überzeugen

BIBERACH – Vor rund eineinhalb Jahren gewannen sie mit ihrer ungewöhnlichen Trio-Besetzung den internationalen Biberacher Jazzpreis gegen eine starke Konkurrenz. Nun ist es endlich gelungen, das überaus gefragte und vielbeschäftigte Trio zum Preisträgerkonzert nach Biberach zu holen. Den fulminanten Abschluss ihrer jüngsten Tournee durch Süddeutschland zur Präsentation ihrer neuen CD „Never Ending Story“ zelebrierte das bestens aufgelegte Trio vor einem hell begeisterten Publikum im gut gefüllten Jazzkeller. Kurzweilig und voller Leidenschaft musizierten die Drei auf Posaune, Kontrabass und Schlagzeug, ohne dass das Fehlen eines Harmonieinstrumentes überhaupt ins Gewicht fiel.

Ganz im Gegensatz zu den Erwartungen an das Standard-Jazztrio mit Klavier, Bass und Schlagzeug nutzten die beiden Brüder Moritz und Valentin Renner aus München mit der gebürtigen Karlsruherin Tabea Kind, ehemalige Schülerin des mehrfachen und in Biberach wohlbekannten Echopreisträgers Dieter Ilg, den harmoniefreien Raum und die dadurch gewonnene Transparenz für die plastische Gestaltung einer mannigfaltigen, stilistisch offenen und unprätentiösen Musik einer hoffentlich niemals endenden Story. Künstlerisch sozialisiert vor allem am Jazzcampus Basel, seelen- und wesensverwandt, in blindem Verständnis interagierend, erklang eine Musik wie aus einem Guss.

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20.09.2025: Sendecki & Spiegel

Hochkarätiger Duo-Jazz zum Saisonauftakt

Sendecki & Spiegel setzen hohe Standards

BIBERACH – Hochkarätiges geht meist Hand in Hand mit einem hohen Anspruch. Genau dies stellt für manchen eher passiven Unterhaltungshörer bei einer Livemusikdarbietung mitunter eine große Herausforderung dar. Gilt es doch bei anspruchsvollerem und besonders bei rein instrumentalem Jazz möglichst genau hinzuhören, sich das Gehörte bewusst zu machen und den Sinngehalt zu entschlüsseln. Glücklicherweise gibt es große Teile des vorgestellten Programmes von dem ausnahmsweise auf Samstag verlegten Konzert des Jazzclubs auch auf der aktuellen Duo-CD „Solace“ zum Nachhören und damit immerhin zum nachträglichen Verstehen. Das „Duo der Superlative“ aus Vladyslav Sendecki und Jürgen Spiegel, oft als „kleinstes Orchester der Welt“ bezeichnet, gab wohl auch aus dieser Erfahrung heraus mit aussagekräftigen Anekdoten zu den einzelnen Songtiteln willkommene Hör- und Verständnishilfen und nach anhaltendem Schlussapplaus des kundigen Publikums gerne auch noch eine Zugabe.

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