Archiv – Jazzclub Biberach e.V.

Organic News

Am 08.06.2018 um 20:30 Uhr

Ort: Jazzclub Biberach
(c/o Bruno-Frey-Musikschule, Wielandstraße 27, 88400 Biberach an der Riß)

Beschreibung
Avant – Groove – Blues – Soul – Funk

Die mit Klaus Graf, Martin Meixner und Michael Kersting prominent besetzte Trioformation ORGANIC NEWS legt mit GAME ON ihr erstes gemeinsames Album vor. Drei Ausnahmemusiker präsentieren Eigenkompositionen sowie Arrangements und spannen dabei einen genreübergreifenden Bogen von Ornette Coleman bis David Sanborn und Peter Bernstein, von Joni Mitchell bis Sting und JayZ. Authentischer Vintage Sound, furioses Zusammenspiel der Klangfarben von Altsaxofon, Hammondorgel und Schlagzeug, erweitert durch den zusätzlichen Einsatz elektronischer Effekte beim Sax Sound – It‘s cooking, it‘s steaming, it‘s hot and organic!!!

Klaus Graf über die Band und das Album: „Als der aus Stuttgart stammende (und jetzige Wahlberliner) Schlagzeuger Michael Kersting die Gründung eines neuen Trios zusammen mit dem Stuttgarter Pianisten und Hammond-Organisten Martin Meixner und mir als Saxofonisten anregte, habe ich aus mehreren Gründen meine sofortige Bereitschaft signalisiert: Mit Michael Kersting verbindet mich seit Ende der 1980er Jahre eine langjährige persönliche und musikalische Freundschaft. Mit seinem schier unglaublichen, geprüften Fachwissen über wegbereitende Jazzbands sowie Neuentdeckungen öffnete er mir damals und bis heute immer wieder musikalische Horizonte, die in mir große Motivation für meine kontinuierliche Weiterentwicklung als Jazzmusiker wecken. Martin Meixner kenne ich als hochmusikalischen und fantastisch groovenden Organisten von diversen Bandprojekten, bei denen es mir immer eine große Freude ist, auf ihn zu treffen!

Die Verwendung von elektronischem Equipment beim Saxofonspiel hatte mich schon in den 1980er Jahren fasziniert, als Michael Brecker und Bob Mintzer dies mit großem Erfolg praktizierten. Einer meiner Söhne, beeinflusst von der Musik der Bands von Robert Glasper, Snarky Puppy und The Mars Volta, hat mir vor ein paar Jahren vorgeschlagen, in unserer gemeinsamen Band auf elektronisch verstärkten Saxofonsound zurückzugreifen. Ich fand sofort sehr großen Gefallen daran und war bestrebt, dies in einer weiteren Wunschformation auszubauen. Die vorliegende Aufnahme von ORGANIC NEWS, die in einer nächtlichen Recordingsession am Ende einer Konzert-Tour entstand, ist nun ein weiteres Ergebnis dieses Bestrebens!“

Interesting take on the organ trio format – I enjoyed the music! (Bob Mintzer)
Klaus Graf ist für mich der most funky player!!! A true SOULMAN!!! Die Platte ist wild und voller guter Vibes und Roots! Und die wilden Kerle Martin Meixner und Michael Kersting kochen Soulfood! Album holen, anschalten und lostanzen!! Absolutes Must-have! (Joo Kraus)

Besetzung:
Klaus Graf – alto sax
Martin Meixner – hammond organ
Michael Kersting – drums

Eintritt 17€ (ermäßigt 13€)
Biberacher Schüler wie immer frei!

04.05.2018 Stadt der Musik (Telawi/Georgien)

Auftritt der georgischen Band „Stadt der Musik“ im Jazzkeller im Rahmen des 30-jährigen Jubiläums der Städtepartnerschaft Biberach – Telawi

Besetzung:
Rusudan Manveli (voc, keyb, git)
Mirsa Bochorishvili (git)
Mikheil Chitashvili (b)
Giorgi Khucishvili (dr)

Fotos: Wolfgang Volz

Stadt der Musik – Music Town

Am 04.05.2018 um 20:30 Uhr

Ort: Jazzclub Biberach
(c/o Bruno-Frey-Musikschule, Wielandstraße 27, 88400 Biberach an der Riß)

Beschreibung

Georgische Lieder und westliche Rock- und Jazz-Klassiker zum Jubiläum

Zum 30-jährigen Jubiläum der Städtepartnerschaft zwischen Telawi und Biberach tritt die georgische Band „Stadt der Musik“ am Freitag, den 4. Mai, um 20:30 Uhr im Biberacher Jazzkeller auf. Die acht Musiker stammen aus Biberachs Partnerstadt Telawi. In der Gruppe spielen neben erfahrenen Musikern auch junge Nachwuchstalente mit. Ihr Repertoire umfasst alles, was den Musikern gefällt, es wechseln sich traditionelle und moderne georgische Weisen mit westlichen Rock- und Popsongs als auch Jazz-Standards ab, alle Songs interpretiert im Stil der Telawier „Stadtmusikanten“.
Das Konzert wird gemeinsam vom Städtischen Kulturamt, dem Telawi-Ausschuss im Städte Partner Biberach e.V. und dem Jazzclub Biberach e. V. veranstaltet.

Eintritt 13 €, keine Ermäßigungen
Keine Platzreservierung, kein Kartenvorverkauf, Abendkasse und Theke ab 19:45 Uhr geöffnet.

27.04.2018: The Mband

Biberacher „The Mband“ vermittelt viel Freude

Superstimmung mit Gabriel Mbanda im ausverkauften Jazzkeller

BIBERACH – Voller Elan und vor übervollem Hause läuteten die Local Heroes der „The Mband“ in internationaler Besetzung einen beschwingten Konzertabend im Jazzkeller ein, mit African Soul, Funk, Salsa, Blues, Jazz und unbändiger Spielfreude. Gabriel Mbanda, in Biberach lebender, gebürtiger Kameruner Komponist, Sänger und E-Bassist, hat mit dem aus Peru stammenden Wahlbiberacher Perkussionisten Cesar Gamero, dem aus der Region stammenden Samuel Erb am Drumset und dem Jazzpianisten Joe Fessele, ebenfalls kein Unbekannter in Biberach, ein faszinierendes Projekt begründet. In bestem Deutsch erläuterte Mbanda die Hintergründe seiner Kompositionen und animierte ein begeistertes Publikum ein ums andere Mal sogar zum Mitsingen.

Grundlage der beseelten und authentisch wirkenden Kompositionen von Gabriel Mbanda waren häufig Lieder aus seiner alten Heimat, gesungen mit sympathischer und dabei äußerst wandelbarer Stimme in der Originalsprache oder auf Englisch. Ein „Lolodorfer Blues“ – der Name der 45.000 Einwohner-Stadt im Südwesten Kameruns geht, nach Gabriel Mbanda, noch auf die mit unguten Erinnerungen verbundene Kolonialzeit zurück – groovte im flotten Funkrhythmus, viele weitere Stücke wie „Nenn“, „Nasibi“ oder „Massoma“ waren durch lateinamerikanische Rhythmen geprägt. Besonders Cesar Gamero erstaunte immer wieder durch hochdifferenzierte, mehrschichtige Rhythmen, die er in gewohnter Zurückhaltung und dadurch äußerst banddienlich einer riesigen Batterie an entsprechendem Equipment entlockte. Nur bei gelegentlichen Soli trat er aus dem Schatten seiner Mitspieler hervor und ließ seiner Leidenschaft ungebremsten Lauf.

Im Titel 360° hing auch musikalisch „alles mit allem zusammen“: Weltmusik par excellence vom ehemaligen Gewinner des „World Music Awards“. Ein Konglomerat aus verschiedenartigen Rhythmen, zusammengehalten vom äußerst präzise agierenden Drummer Samuel Erb und geprägt durch knackige, hochvirtuose Slaptechnik von Gabriel Mbanda am E-Bass, ganz im Stil von „Drum & Bass“, pulsierte als hochenergetisches Gemisch durch den Äther, immer wieder auch angefeuert durch kubanische Piano-Licks vom Pianisten Joe Fessele. Fessele, der neben eigenen Projekten hier zwar nur als „Sideman“ antrat, spielte sich demgemäß nicht in den Vordergrund, hatte aber sichtlich Spaß am Geschehen und setzte mit gelegentlichen Improvisationen herausragende und vielumjubelte Akzente.

Ein ausgewogener, transparenter Band-Sound, äußerst abwechslungsreiche Kompositionen und überzeugende Arrangements, hohe Emotionalität und eine geschickte Dramaturgie ließen einen über dreistündigen Konzertabend mit viel Szenenapplaus in Windeseile vergehen. Schade für viele Fans, dass man diese Musik (noch) nicht als CD mit in den Alltag nehmen kann. Umso mehr Grund dazu, kein Konzert dieser „The Mband“ zu verpassen.

Text: Helmut Schönecker
Fotos (Galerie): Helmut Schönecker
Foto (Beitragsbild): Wolfgang Volz

The Mband

Am 27.04.2018 um 20:30 Uhr

Ort: Jazzclub Biberach
(c/o Bruno-Frey-Musikschule, Wielandstraße 27, 88400 Biberach an der Riß)

Beschreibung
Der Komponist, Bassist, Gitarrist und Sänger Gabriel Mbanda unternimmt mit uns eine moderne musikalische Reise zu seinen afrikanischen Wurzeln, begleitet von dem Jazz-Pianisten Joe Fessele, dem peruanischen Percussionisten Cesar Gamero und dem Schlagzeuger Samuel Erb. Der Abend bewegt sich zwischen den Welten von Soul, Funk, Blues und Jazz.

Bei dem Komponisten und Sänger Gabriel Mbanda handelt es sich um einen exquisiten Musiker und einen afrikanischen Ausnahme-Bassisten.

Die Musik des kamerunischen Weltmusikpreis-Gewinners (2011) bewegt sich in den Welten von Soul, Funk, Blues und Jazz, wobei die afrikanischen Wurzeln Mbandas und seiner Musik stets unüberhörbar bleiben und seinen Songs ein ganz besonderes Flair verleihen.

Mit seiner Band zieht ein frischer afrikanischer Wind durch die europäischen Jazz-Clubs, der gekonnt die Leidenschaft, den Rhythmus und das Temperament Afrikas innerhalb bekannter Genres etabliert und seine Zuhörer einlädt, sich mit auf eine ganz besondere Reise zu begeben.

Besetzung:
Gabriel Mbanda: Vocals, Bass & Accoustic Guitar
Joe Fessele: Keys
Cesar Gamero: Drums & Percussions
Samuel Erb: Drums

Eintritt 17€ (ermäßigt 13€)
Biberacher Schüler wie immer frei!

21.04.2018: Biberacher Jazzpreis 2018 (Konzert: Olivia Trummer)

Mitreißender Nu Jazz und zarte Balladen

Von Bernd Guido Weber (veröffentlicht in der Schwäbischen Zeitung am 23. April 2018)

BIBERACH – Das fängt ja gut an! Ein Wikinger namens Axel Zajac an der E-Gitarre mit langem, roten Bart. Jo Beyer pusht die Drums. Salim Javaid jagt mit dem Sax die Töne in energetische Sphären. Das Trio Malstrom aus Köln beginnt mit Klanggefitzel und Erkundungen, gibt Gas, mit rasend schnellen Interaktionen. Überrascht aber auch mit ruhigen, melodischen Phasen. Nu Jazz in Bestform. Manchem in der gut gefüllten Stadthalle Biberach ist das zu viel Power, die meisten sind hellauf begeistert. Hört man wirklich nicht alle Tage.

32 ganz unterschiedliche Jazzformationen hatten sich für den 13. Biberacher Jazzpreis beworben, 27 werden angenommen, fünf zum Wettbewerb eingeladen. Amateure, Studis, Jungprofis, nicht älter als 26 Jahre. Die Jury ist mit dem Jazzer Dieter Ilg, mit den Professoren Jürgen Seefelder und Frank Sikora, dem Journalisten Oliver Hochkeppel und Helmut Schönecker vom hiesigen Jazzclub kompetent besetzt. Es winken Preise in Höhe von 5000 Euro, dazu der mit 500 Euro dotierte Publikumspreis sowie der von Frank Sikora gestiftete Kompositionspreis über 500 Euro.

Melodische Eigenkompositionen

Die Posaunistin Janika Löttgen mit ihrem Quartett setzt dieser Malstrom-Energie ganz andere Klänge entgegen. Melodische Eigenkompositionen, ein starker Kontrast. Eindrücke aus Johannesburg, die herbe, stille Landschaft Islands. Satte, weite Klangbilder. Für die Folkwang-Studenten reicht es damit nur für den fünften Platz. Die Dresdner Pianistin Johanna Summer bringt mit ihrem Trio melodischen, modernen Jazz. Virtuos, mit kleinen freien Ausflügen, alles selbst komponiert. Ein feines Trio, vielleicht etwas zu wenig überraschend. Die Jury wählt sie auf den dritten Platz, dazu überreicht ihr Frank Sikora den Kompositionspreis.

Dann das „Jakob Manz Project“: Die vier munteren Schwaben aus Dettingen an der Erms begründen im Trailer ihre Teilnahme mit „Wir spielen gerne zusammen, und wir brauchen das Geld“. Paul Albrecht ist am Schlagzeug, Frieder Klein am E-Bass, Hannes Stollsteimer am Bösendorfer. Spiritus Rector ist Jakob Manz mit seinem Saxophon. Ein ganz heißer Saxer! Dazu pulsiert der Bass, der Drummer wirkt handfest, der Mann an den Tasten beherzt, dabei filigran. Es gibt reichlich Zwischenbeifall, auch für das Stück „Maikels Mops motzt“. Mucksmäuschenstill wird’s im Saal, als Manz eine bezaubernde Ballade anstimmt. Die Band zurückgenommen, der Saxophonist zeigt reifes Können. Lange Soli, zarthauchend verklingend. Klasse.

Berliner Eleganz

Die letzte Band, Heavy Therapy aus Berlin klingt so gar nicht heavy. Eher Berliner Eleganz als harte Klänge. Arno Grußendorf bestimmt mit seiner E-Gitarre den Sound, leider mit zu viel Effektgeräten am Boden. Dazu der Saxer, der sich durch seine langen Rastas auszeichnet, ein solider Basser und ein punktgenauer Drummer. Milde, schöngeistige Klänge, mit großen Bögen. Die Jury setzt die Berliner auf Platz vier.

Olivia Trummer hat schon 2008 am Biberacher Wettbewerb teilgenommen, einen Preis gewonnen. Seitdem hat sie eine beachtliche Karriere hingelegt. Die Pianistin und klassisch ausgebildete Sängerin überbrückt mit einem Kurzprogramm die Zeit bis zum großen Finale. Schöne alte Songs, etwa von Gershwin. Scatgesang, der staunen macht. Die seelenvolle Eigenkomposition „Embracing“, fabulierende Poesie. „Wo die Liebe hinfällt, da soll sie gedeihen“. Riesenbeifall für die Künstlerin mit Ausstrahlung.

Am Ende geht der Publikumspreis, keine Überraschung, an das „Jakob Manz Project“. Und die Bands für die ersten beiden Plätze liegen so dicht beisammen, dass die Jury zwei erste Plätze vergibt – an Malstrom und Jakob Manz. Zu Recht, denn das Niveau war hoch bei diesem 13. Biberacher Jazzpreis.

Link zum Archiv der Schwäbischen Zeitung:
https://www.schwaebische.de/home_artikel,-mitreißender-nu-jazz-und-zarte-balladen-_arid,10857056.html