Jazzclub Biberach e.V.
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Konzerte

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Jazzpreis

Der Biberacher Jazzpreis ist einer der wenigen international ausgeschriebenen Preise für den Jazznachwuchs und mittlerweile zu einer festen Einrichtung geworden.

Archiv

Im Archiv finden Sie Ankündigungen und Kritiken von fast allen Konzerten seit der Jahrtausendwende.

Aktuelles

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John Stowell – Manfred Junker Duo

Am 06.10.2017 um 20:30 Uhr

Ort: Jazzclub Biberach
(c/o Bruno-Frey-Musikschule, Wielandstraße 27, 88400 Biberach an der Riß)

Beschreibung
John Stowell und Manfred Junker trafen sich erstmals 2012 für eine Tour, deren Programm vor allem auf Standards und einigen eigenen Stücken beruhte. Vom ersten Konzert an war offensichtlich, dass zwei Gitarristen zueinander gefunden haben, die auf gleicher Wellenlänge denken und trotz unterschiedlicher Backgrounds perfekt harmonieren!

Konzerte voller Intensität und positiver Energie spiegelten sich in den begeisterten Reaktionen des Publikums wider; schnell war klar, dass dieses Projekt weitergehen muss und so spielen die beiden 2016 bereits ihre fünfte Herbsttour zusammen – freuen Sie sich auf spannende Dialoge und geschmackvolle Virtuosität, auf neue Stücke sowie auf die Highlights der 2014 erschienenen Duo-CD „Here at last“!

Der 1950 in Bedford Village, New York geborene John Stowell blickt auf eine Karriere zurück, die in den frühen 1970er Jahren beginnt und ihn seither als „reisenden Minnesänger“ (travelling minstrel) der Jazzgitarre in oft monatelangen Tourneen durch die ganze Welt reisen lässt – eine Liste seiner Sidemantätigkeiten liest sich als das „who ?s who?“ des Jazz, seine eigenständige Art, Gitarre zu spielen hebt ihn als Innovator aus der Masse vieler Weltklassegitarristen heraus.

Manfred Junker (*1969) lebt seit dem Ende seines Musikstudiums 1996 in Konstanz. Er hat seither zwölf CDs als Leader eingespielt und ist vor allem mit eigenen Bands, aber auch als Sideman unterwegs. Das Gitarrenduo mit John Stowell ist für ihn eine grosse Ehre und eines der Highlights seines bisherigen Musikerlebens!

Eintritt 17€ (ermäßigt 13€)
Biberacher Schüler wie immer frei!

22.09.2017: Finn Wiest Quartett

APPLAUS, APPLAUS für das junge Finn Wiest Quartett

BIBERACH – Die vier Jazzteens des neu formierten Finn Wiest Quartetts legten bei ihrem ersten abendfüllenden Auftritt einen beispiellosen Senkrechtstart in eine vielversprechende Bandkarriere aufs Parkett. Im überfüllten Jazzkeller, vor erwartungsvollem Publikum mit vielen Freunden und jugendlichen Fans gab es von den ersten Tönen an tosenden und motivierenden Applaus für die Mitglieder des baden-württembergischen Landesjazzorchesters.

„Four stars were born“, sagte eine Stimme aus dem älteren Block des Stammpublikums. „Bei der Energie und dem Elan brauchen wir uns um unsere Zukunft keine Sorgen machen“.

Das vermeintliche Risiko, eine „unerfahrene“ junge Truppe für den Saisonauftakt der Jazzclub Konzertreihe zu engagieren hat sich als absoluter Glücksgriff erwiesen. Die unbändige Spielfreude, die virtuose Beherrschung ihrer Instrumente, die Mannigfaltigkeit der ungebremst sprudelnden und vor Kreativität strotzenden Ideen ließ über gelegentliche Brüche und seltene Unregelmäßigkeiten leicht hinweg sehen. Wie bei den ausgebufftesten Profis funktionierte die Kommunikation durch gelegentliche Blickkontakte und Handzeichen ausgezeichnet und spontan.

Der erst 16jährige Frontmann Jakob Manz am Altsaxophon spielte mit vollem Einsatz und unglaublicher Leidenschaft bis fast zur völligen Erschöpfung. Parallel zur Schule absolviert er bereits ein Vorstudium an der Musikhochschule Stuttgart, Prof. Klaus Graf versteht sich als sein Mentor. Viele begeisterte Besucher fragten sich, was der junge Mann denn noch lernen solle. Ausgedehnte Improvisationen, in denen, nur manchmal unterbrochen durch rauschenden Szenenapplaus, gelegentlich fast „die Pferde mit ihm durchgingen“ zeigten eine Differenziertheit und stilistische Vielfalt, die in den weiteren Unterrichtsjahren vielleicht gar nicht mehr so stark gezügelt werden sollten. Chapeau!

Der vielfach preisgekrönte Bandleader Finn Wiest am Schlagzeug gefiel vor allem durch eine nur optisch etwas unterkühlt wirkende Bühnenpräsenz, rhythmische Präzision und Vielfalt, Souveränität auch in vertrackteren Taktarten und Rhythmen und vor allem der Fähigkeit „den Laden zusammen zu halten“.

Nicolai Daneck am Kawaiflügel sprühte vor musikalischen Einfällen, die er mit spielerischer Eleganz, kultiviertem Anschlag und perlenden Läufen zu prickelndem Leben erweckte. Am Kontra- und gelegentlich am E-Bass wirkte Neil Richter als sicher groovendes Fundament. Von ihm wie auch von Daneck wurden auch eigene Kompositionen in das Programm eingebracht, das ansonsten von teilweise durchaus überraschend neuartig arrangierten Standards geprägt war.

Von dieser Band wird man sicher noch hören…

Text: Helmut Schönecker

The Last Show

Am 14.10.2017 um 20:30 Uhr

Ort: Jazzclub Biberach
(c/o Bruno-Frey-Musikschule, Wielandstraße 27, 88400 Biberach an der Riß)

Beschreibung
„The Last Show“ – Musik aus Amerika der 50er/ 60er Jahre

Zum Zuhören, zum Träumen – auch zum Tanzen: Country, Rock´n´Roll, Rockabilly, Rhythm´n´Blues, Folk …. Vince Burnett (Gesang, Gitarre, Mandoline, …), Alain Michel (Harmonika, Gitarre, Gesang) und Stéphane Ranaldi (Schlagzeug) swingen mit Energie und Rhythmusgefühl eine Hommage an die Großen dieser Zeit, wie Presley, Buddy Holly, Johnny Cash, Hank Williams, Ray Charles, Bo Diddley, … Die Band „The Last Show“ aus Valence – das sind drei veritable und virtuose Kenner der energiegeladenen und swingenden Musik, der Lieder und des Zeitgefühls das diese Epoche ausmacht. Schließen Sie die Augen – und sie sind da!

Veranstaltung im Rahmen der Französichen Wochen in Kooperation mit dem Kulturamt der Stadt Biberach sowie Städte Partner Biberach e.V.

Keine Kartenreservierung möglich; Abendkasse 15 €

19.05.2017: Volker Engelberth Quintett

Fast Unvereinbares zusammengespannt

Rätselhafte Puzzlespiele mit überschäumender Spielfreude

BIBERACH – Zum ferien- und feiertagsbedingt frühzeitigen Abschluss der Halbjahres-Konzertsaison hat der Jazzclub den baden-württembergischen Jazzpreisträger des vergangenen Jahres, Volker Engelberth mit seinem neuen Quintett aufgeboten. Der in der Nähe von Köln aufgewachsene Jazzpianist und Komponist studierte bei Joerg Reiter in Mannheim und arbeitet heute neben seiner künstlerischen Tätigkeit auch als Lehrbeauftragter für Jazzklavier an der Musikhochschule Stuttgart. Überwiegend mit Titeln aus seiner jüngsten CD-Produktion „Jigsaw Puzzles“ von 2016 gab er dem enthusiastischen Publikum so manche musikalische Nuss zu knacken.

In Erweiterung seines seit 2010 bestehenden und bestens aufeinander eingespielten Trios mit dem in Biberach wohlbekannten Freiburger Bassisten Arne Huber und dem Kölner Drummer Silvio Morger, der bereits 2008 mit „Hornstrom“ den Biberacher Jazzpreis gewonnen hat, gibt es seit letztem Jahr auch das „Volker Engelberth Quintett“ mit dem in Köln lebenden Trompeter Bastian Stein und dem Jazzpreisträger des Landes Baden-Württemberg 2013, dem Ausnahmesaxophonisten Alexander „Sandi“ Kuhn. Kuhn hatte bereits 2014 mit seinem Quartett und dem damaligen Überraschungsgast Julia Ehninger das Biberacher Publikum begeistert.

Schon damals wurde Kuhn für die große Bandbreite kontrastierender Stilmittel und für sein feinsinniges Spiel mit den Erwartungen des Publikums gefeiert. Volker Engelberth hat in ihm nun einen kongenialen Partner für sein neues Quintett gefunden. Die Entdeckung des Neuen in einer gar nicht so weit entfernten Parallelwelt wurde zum gemeinsamen kompositorischen und improvisatorischen Anliegen der Preisträger. So etwa exemplarisch im Titel „Parallelism“, der eben nicht nur parallele Melodie- und Basslinien als Gestaltungsmittel verwendet, sondern auch in immer wieder aufgebrochenen, kleinräumigen Strukturen dialogisierend, in selbstverständlicher Virtuosität improvisierend in lebendigem Miteinander scheinbar Unvereinbares hinterfragt und schließlich doch zusammenbringt. Unterhaltsames nahe am Mainstream, die verträumte Melancholie klassischer Jazzballaden (besonders intensiv in „Nocturne“), knackige Grooves und nervige Funky- oder kraftvolle Rock-Rhythmen treffen auf einen swingenden Walking Bass, rasante bebopartige Melodielinien oder klassisch ästhetisierte Trompetenklänge und – welch‘ Wunder – heraus kommt durchaus keine belanglose Beliebigkeit sondern die rätselhafte Faszination ungelöster Mysterien („Unsolved Mystery“) im Rahmen und an der Front tiefsinniger, kurzweiliger, moderner europäischer Jazz-Avantgarde.

Große Disziplin, flexible Interaktion, empathisches Miteinander aller Musiker des Quintetts waren Grundlage eines ungewöhnlich dichten, intensiven Zusammenspiels. Die verschworene Gemeinschaft auf ihrer gemeinsamen Suche nach neuen Wegen zwischen frecher Frische und gediegener Konvention vermittelte vor allem Eines: Die Liebe zum Jazz als weltoffener Kunstform voller Toleranz und gegenseitigem Verständnis als Gegenentwurf einer oberflächlichen Unterhaltungsmusik, die durch endlos wiederholtes Aufkochen des Altbewährten die Seele der Musik so lange auslaugt, bis diese in den Untiefen der Unterhaltungsbranche den Tod der Ignoranz und des Überflüssigen stirbt.

Text & Foto: Helmut Schönecker