Jazzclub Biberach e.V.
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Palmarosa Band

Am 21.10.2017 um 20:30 Uhr

Ort: Jazzclub Biberach 
(c/o Bruno-Frey-Musikschule, Wielandstraße 27, 88400 Biberach an der Riß)

Beschreibung 
Von den Pariser Boulevards hinein in die engen Gassen Genuas

Die Palmarosa Band (Asti / Italien) verbindet in ihrem neuen Programm die Partnerstädte Valence, Asti und Biberach musikalisch. Sie schlägt den musikalischen Bogen von den französischen Chansons hin zu den Genueser Liedermachern, die sich von den französischen Chansons haben inspirieren lassen. Die Palmarosa Band haucht dabei Chansons von Jacques Prevert, Édith Piaf, Gilbert Bécaud, Yves Montand, George Brassens und Jacques Brel ebenso neues Leben ein wie Liedern der Genueser Cantautori Giorgio Calabrese, Fabrizio de André, Luigi Tenco und Gino Paoli.

Veranstaltung im Rahmen der Französischen Wochen in Kooperation mit dem Kulturamt der Stadt Biberach und Städte Partner Biberach e.V.

Keine Kartenreservierung möglich; Abendkasse 15 €

14.10.2017: The Last Show

Blues Trio „The Last Show“ aus Valence überzeugt im Jazzkeller

Filigraner Blues mit “The Last Show“

Biberach (hbs) – Im Rahmen der Französischen Wochen gastierte das Trio „The Last Show“ aus Biberachs französischer Partnerstadt Valence im sehr gut gefüllten Jazzkeller. Mit Musik zum Zuhören und Träumen war die Band angekündigt worden, und dieses Versprechen wurde bestens erfüllt. Schon beim Opener „Nobody Knows You When You’re Down And Out“, im Original von Billy Cox, zeigte sich die Stärken der drei Musiker: filigrane Arrangements, präsent und präzise, dabei doch zurückhaltend und unaufdringlich. Man könnte meinen, sie hätten ihr Programm unter das Motto „manchmal ist Weniger mehr“ gestellt. So entstand ein leichter, weicher Sound, dem man vollkommen entspannt die zwei Stunden lauschen konnte und auch gerne hätte noch länger lauschen wollen. Manch einer dürfte überrascht gewesen sein, wie zart Blues klingen kann. Was aber überhaupt nicht heißt, dass das Geschehen auf der Bühne einfach so vor sich hin plätscherte. Nein, auf der Bühne standen drei hervorragende Musiker, die sowohl als Solisten als auch im Team überzeugten. Vince Brunet glänzte auf der Gitarre und mit seiner variablen Stimme. Sie klang mal klar und hell, dann wieder bluesig und rau. Beim Bob Dylan-Song „Billy“ meinte man, das näselnde Timbre käme vom Altmeister selbst. Bei dem Stück spielte Vince auf seinem Dobro, eine Resonatorgitarre, und mit dem Bottleneck erzeugte den typischen „gleitenden“ Sound, über die Alain mit seiner Düsenberg-Gitarre locker seine Soli legte. Bei Robert Johnsons „“Kind Hearted Woman“ überzeugte Alain Michel mit seinem exzellenten Spiel auf der Bluesharp, das er einfühlsam über Vincents Dobro-Slides webte. Aus dem Hintergrund wurden die beiden Solisten von Drummer Stéphane Ranaldi grandios unterstützt, wohl einer der gefragtesten Jazz und Blues Drummer im Rhonetal. Mal treibend und kraftvoll, mal sanft und unaufdringlich, manchmal schon fast unhörbar setzte Stéphane gekonnt die richtigen Akzente.

Obwohl hauptsächlich nordamerikanische Songs gespielt wurden, war es doch ein französischer Abend. Der Großteil der Ansagen erfolgte in französischer Sprache, was auch beim Publikum, in dem einige Gäste aus Valence und zahlreiche frankophile Oberschwaben saßen, sehr gut ankam. Auch an der Bar des Jazzclubs gab es zusätzlich einen französischen Roten im Ausschank. So durften auch französische Titel im Programm nicht fehlen. Damit begann „The Last Show“ den zweiten Set des Abends. Alain Michel steuerte dazu ein paar Eigenkompositionen bei. Der Song „Partit pour pas rester“ erzählt von einer Reise mit dem Zug, allerdings nicht mit dem besten überhaupt, dem französischen TGV, sondern einem recht alten Zug. Hier ahmte Alain beim Intro den Rhythmus des Zuges auf der Bluesharp gekonnt nach. Der Song „Quand j’ai trop le blues“ entstand, als sich Alain einmal die Frage stellte, warum er als Franzose eigentlich Blues spielt und komponiert. Da wollte er einfach mal was anderes machen und hat diesen Boogie geschrieben. „Là-bas a New Orleans“ entstand, nachdem ihm wohl bereits zum zwölften Mal die Freundin verlassen hatte, er diesen Kummer mit „think positive“ bewältigen wollte, und einen Song schreiben wollte, der dann bestimmt ein Hit wird – aber auch damit wurde es nichts… Es folgte ein Ausflug nach Louisiana, in die Heimat der Cajun-Musik. Normalerweise, so erzählte Alain bei seiner Einführung, beginnen die Cajun-Stücke immer mit einer Akkordeon-Einleitung. Dem Instrument, das man auch als Piano der armen Leute bezeichnet. Da es ihm aber nicht einmal für ein Akkordeon reicht, muss er diesen Part zwangsläufig mit der Bluesharp, dem Piano der Ärmsten der Armen, übernehmen. Alain Michel, der in den letzten zwanzig, fünfundzwanzig Jahren schon etliche Male mit verschiedenen Formationen in Biberach gastierte, bedankte sich herzlich beim Publikum und den Gastgebern für die Gastfreundschaft. Das Publikum war zwar beim Mitklatschen eher zurückhaltend, lauschte dafür aber umso aufmerksame dem Geschehen auf der Bühne und bedachte die drei Musiker auch mit viel und verdientem Applaus, und erklatschten sich zum Abschluss auch noch zwei Zugaben.

Susan Weinert Rainbow Trio

Am 10.11.2017 um 20:30 Uhr

Ort: Jazzclub Biberach
(c/o Bruno-Frey-Musikschule, Wielandstraße 27, 88400 Biberach an der Riß)

Beschreibung
Atemberaubend schöne und lebendige Musik, die sich über alle Genre-Grenzen hinweg als homogener und unverwechselbarer Ensembleklang präsentiert, eigenständig, anspruchsvoll und in höchstem Maße kreativ. Das Rainbow Trio um die Künstlerin Susan Weinert hat so viele Farben wie ein Regenbogen, der in schillerndem Glanz seinen Bogen am Himmel zieht. Der klassisch ausgebildete Konzert-Pianist Sebastian Voltz bringt einen kammermusikalischen Aspekt in das Klanguniversum der Gitarristin Susan Weinert ein, die dies geschickt nutzt um die ohnehin bereits große Klangvielfalt ihrer Kompositionen zu erweitern. Am Kontrabass agiert Susan’s Ehemann und jahrzehntelanger musikalischer Weggefährte Martin Weinert, der mit seiner gefühlvollen Begleitung und Soli das Fundament schafft, auf dem sich die Kompositionen ausbreiten und bunte Farbtupfer einbringt. Musik für Seele & Geist gleichermaßen. Ein Wohlklang der auch nach dem Konzert noch sehr lange nachwirkt. Eine abwechslungsreiche musikalische Traumreise von der Stille eines Fjords in Norwegen zum bunten Treiben auf einem orientalischen Basar in den Ländern des Maghreb.

Susan Weinert – Gitarre
Sebastian Voltz – Piano
Martin Weinert – Acoustic Bass

Eintritt 17€ (ermäßigt 13€)
Biberacher Schüler wie immer frei!

06.10.2017: John Stowell – Manfred Junker Duo

John Stowell – Manfred Junker Duo im Jazzkeller

Meistergitarristen fesseln Biberacher Jazzpublikum

BIBERACH – Der in Konstanz lebende Manfred Junker ist im Biberacher Jazzclub ein alter Bekannter. In den verschiedensten Formationen war er in den letzten Jahren schon zu Gast im Jazzkeller und seine familiären Wurzeln mütterlicherseits liegen ebenfalls in der Oberschwabenmetropole. Bei seinem jüngsten Besuch im Jazzkeller hatte er allerdings eine gestandene Gitarrenlegende als Duopartner mitgebracht. Der gebürtige New Yorker John Stowell, der seit den 1970er Jahren als „reisender Minnesänger“ um die Welt tourt, fand in Junker einen kongenialen Mitstreiter und bei den Jazzbibern viele aufmerksame Zuhörer und sicher auch viele neue Fans.
Zu vielen Originalkompositionen Stowells komponierte Junker eigenständige Gitarrenstimmen, mal in Form eher rhythmisch geprägter Begleitfigurationen, oft aber auch in kontrapunktischer Verschränkung und komplementärrhythmischer Verzahnung in elaborierter Polyphonie. Die Intensität und kreative Vielfalt der gestalterischen Ideen, gepaart mit einer dezenten Virtuosität der beiden Meistergitarristen fesselten und begeisterten von Beginn an.
Das reibungslose Mit- und Ineinander der beiden Partien, deren chamäleonartige Rhythmus- und Strukturwechsel auch immer wieder durch längere Improvisationen aufgelockert wurden, verlangte nach aufmerksamen Zuhörern, ließ aber durchaus auch ein entspanntes Wegdämmern in die Transzendenz versunkener Kontemplation zu. Nicht immer war dabei die Dramaturgie in der Reihenfolge der Stücke besonders glücklich, wie auch Junker bei der Ankündigung einer stimmungsvollen Ballade für Zwei nach einer lyrisch-introvertierten Eigenkomposition anmerkte. Manch ein Gast schien während dieser hochkomplexen Darbietungen mitunter sehr tiefenentspannt in weit entfernten metaphysischen Gefilden zu verweilen, aus denen ihn erst der rauschende Schlussapplaus wieder zurückholen konnte.
Als besonderes Highlight erwies sich nach der Pause ein Wechsel der Instrumente. John Stowell und Manfred Junker adelten den Biberacher Gitarrenbauer Christoph Reck indem sie auf den von Reck bereitgestellten Gitarren ein gemeinsames Musikstück spielten und ihn danach ausdrücklich für seine in Handarbeit als Unikate gefertigten Gitarren lobten. Der Klang stand den Meistergitarren der beiden Gitarren-Heroen in keiner Weise nach, wirkte in seiner geschmeidigen Ausgewogenheit vielleicht sogar noch etwas klarer und transparenter als diese. Gegen die Praxistauglichkeit von Stowells zerlegbarer „Reisegitarre“, einer sündhaft teuren Spezialanfertigung im Format flugtauglichen Handgepäcks, kamen die Biberacher Meisterinstrumente allerdings nicht an.
Nach zahlreichen Eigenkompositionen von Stowell und Junker, darunter auch viele Titel der gemeinsamen Duo-CD „Here at last“ sowie einigen erfrischenden Arrangements von Thelonius Monk -, Miles Davis -oder John Scofield – Titeln, gab es am Ende gleich zwei Zugaben und reichlich Lob seitens der Musiker an ein überaus aufmerksames und CD-Kauf-freudiges Publikum.

Text und Foto: H. Schönecker