Archiv – Seite 63 – Jazzclub Biberach e.V.

Ordentliche Mitgliederversammlung 2016

Am 15.04.2016 um 19:00

Ort: Jazzclub Biberach
(c/o Bruno-Frey-Musikschule, Wielandstraße 27, 88400 Biberach an der Riß)

Beschreibung
Liebe Jazzfreundin, lieber Jazzfreund

Wie jedes Jahr im Frühling laden wir auch dieses Jahr ein zu unserer Jahreshauptversammlung am 15. April 2016 um 19:OO Uhr im Jazzkeller.
Am gleichen Abend um 20:30 findet das Konzert von Beat Kaestli und dem Walter Fischbacher Trio statt; wenn Sie also die kleine „Pflicht“ erfüllen, an der Mitgliederver-sammlung teilzunehmen, was ja auch das „Recht des Mitredens“ beinhaltet, werden Sie unmittelbar darauf durch das Konzert belohnt.
Dieses Jahr stehen keine Wahlen an und die Tagesordnung lautet wie folgt:
1.Begrüßung
2.Berichte der Mitglieder des Vorstands
3.Bericht der Kassenprüfer
4.Entlastung des Vorstands
5.Verschiedenes

Renate Necker (Schriftführerin)

18.03.2016: Duo Eric Séva – Serge Merlaud

Volles Haus beim Freitagskonzert des Jazzclubs

Modern Jazz und französische Musettewalzer aus der Pariser Käsestraße

BIBERACH – Eric Séva interpretierte mit seinem butterweich gespielten Tenorsaxophon im Jazzkeller vor einem begeisterten, teilweise sogar aus dem fernen Stuttgart angereisten, überwiegend frankophilen Publikum eingängige Jazzstandards und „Valse Musette“ mit starkem Jazzeinschlag. „Musette Neuve“, diesmal nicht zusammen mit ZAZ im „Nouvelle Chanson“, wie bei den letzten Stuttgarter „Jazz Open“ sondern mit Serge Merlaud, einem der interessantesten französischen Jazzgitarristen unserer Zeit. Sein sanfter Gibson-Sound unter Vermeidung klanglicher und dynamischer Extreme verband sich mit dem warmen Saxophonklang zu einem gediegenen, entspannten Wellness-Event mit ausgedehnten „Traumsequenzen“.

Besinnliche Balladen und beliebte Standards wie “Night and Day”, “Caravan”, „Softly as in a morning sunrise” oder dem fast schon romantischen Bossa Nova “Black Orpheus” verschmolzen zu einer subtilen Stilmischung mit heilkräftiger Wirkung. Wirkten die Stücke des Duos nach außen glatt poliert und eher beiläufig daher gespielt, entspannen sich im Inneren mitunter amüsante Dialoge und Kontrapunkte. Begleitete die Gitarre in rhythmisch gefassten Patterns ließ Séva am samtig-rauchigen Saxophon die Zügel zu ausgedehnten virtuosen Improvisationen schießen, benötigte Séva eine gelegentliche Erholungspause wieselte Merlaud solistisch über die blankpolierten Saiten. Am Schönsten und Spontansten waren jedoch gelegentlich eingestreute, eher rhetorisch strukturierte Teile. Dialogisch in kurzen Frage-Antwort-Spielchen oder kontrapunktisch in freier Polyphonie innerhalb der vorgegebenen harmonischen Changes unterhielten sich die beiden Künstler musikalisch über Gott und die Welt.

Bei manchen, vielleicht noch von einer übervollen Arbeitswoche gezeichneten Gästen schien die Kontemplation allerdings mitunter etwas weit zu gehen. Gelegentliche Schmatzer und Schnalzer ins Saxophonmundstück oder unvermittelte Fortissimo-Passagen holten abtauchende Kinnspitzen zum Amüsement der hellwachen Zuhörer oft gerade noch rechtzeitig in die Gegenwart zurück. Und so boten die lebenserfahrenen Franzosen schließlich beides. Eine entspannte Wohlfühlatmosphäre mit einprägsamen Melodien über einem gemäßigt modernen harmonischen Unterbau und hoher Wegtauchgefahr und andererseits mal witzige, mal tiefsinnige, mal kammermusikalisch durchwirkte und mal rhythmisch zupackende Strukturen in oft hochvirtuosen Solo- und Dialogimprovisationen, die höchste Aufmerksamkeit beim Zuhörer verlangten.

In Anspielung auf die Herkunft des väterlichen Tanzmusikers aus der „Rue de Fromage“ in Paris geriet der gleichnamige Musettewalzer von Eric Séva zu einem der stimmungsvollsten Stücke des Abends. Anhaltender Beifall und eine trotz später Stunde gern gegebene Zugabe waren der Schlusspunkt hinter einem unterhaltsamen, heiter-besinnlichen, für manche auch romantisch-verträumten, auf jeden Fall aber sehr französischen Konzertabend.

 

gez. H. Schönecker

 

Duo Eric Séva – Serge Merlaud

Am 18.03.2016 um 20:30

Ort: Jazzclub Biberach
(c/o Bruno-Frey-Musikschule, Wielandstraße 27, 88400 Biberach an der Riß)

Beschreibung
Duo Eric Séva (bariton sax, sopran sax) – Serge Merlaud (git.)

Jazz mit einem Schuss Pariser Musette – das ist das Markenzeichen von Frankreichs aktuell interessantesten Saxofonstimme, Eric Séva.

Geboren 1964 in einer Musikerfamilie wurde Séva schon von frühester Kindheit an für Musik sensibilisiert. 1976 begann er unter Anleitung seines Vaters Saxophon zu spielen. Ab 1980 besuchte er sechs Jahre lang die Musikschule in Paris. 1986 erhält er einstimmig ein Diplom als Konzertsaxophonist für Kammermusik.
1989 arbeitet er mit David Liebman in New York. Dieses Treffen markiert für ihn einen Wendepunkt: er wendet sich dem Jazz und der improvisierten Musik zu. Schon bald folgen internationale Tourneen und Zusammenarbeit mit Musikern aus Indonesien, Vietnam, Kambodscha, Laos, Malaysia, den Philippinen, Japan, Europa, Mittlerer Orient…
1990 gründet er “Yes Yes Yes”, ein Trio, mit dem er den Heineken Jazzpreis gewinnt. Bald unterzeichnet er einen Plattenvertrag bei Polygram Jazz. Es folgen Auftritte mit Dave Liebman, danach spielt er drei Jahre lang in der Band von Didier Lockwood, mit dem er weltweit auf Konzerten und Festivals auftritt. Daneben spielt er mit nahezu allen namhaften französischen Jazzmusikern. 2004 wirkt er auf dem Chris Rea-Album „The Blue Jukebox“ mit, mit dem er anschließend drei Monate auf Tournee geht und 2005 das Album „Blue Guitars“ einspielt. 2006 – 2008 war Séva Solist des „Orchestre National de Jazz“, Frankreichs nationalem Jazzorchester. Aktuell ist Séva auch mit Frankreichs neuem Chansonstar ZAZ zu erleben, mit der er zuletzt im Sommer 2015 bei den Jazzopen Stuttgart auf dem Schlossplatz live zu erleben war

Mit Serge Merlaud bringt er einen der aktuell spannendsten und vielseitigsten französischen Jazzgitarristen mit, der als Meister intimer Balladen ebenso zu glänzen vermag wie mit perlenden Läufen, kristallin funkelnden Soli oder fesselnden Bossa-Nova-Rhythmen.
Merlaud studierte klassische Gitarre am Pariser Konservatorium und parallel dazu Jazzgitarre. Nach ersten CD-Einspielungen von klassischer Musik (etwa von Johann Sebastian Bach) orientierte sich Merlaud mehr und mehr Richtung Jazz und spielte mit vielen namhaften Musikern der französischen Szene (Sylvain Boeuf, Nguyen Lê, Olivier Ker Ourio, Michel Perez, Gilles Naturel, Jean-Marc Jaffet, Daniel Yvinec), Daneben trittt Merlaud auch regelmäßig als gefragter Begleiter von Sängern und Sängerinnen wie Marc Thomas, Sara Lazarus, Isabelle Carpentier, Roger Letson, Laura Littardi oder Tierney Sutton in Erscheinung. Seine CD „After Blue“ mit Sängerin Tierney Sutton und den Gastsolisten Peter Erskine, Hubert Laws, Al Jarreau und Larry Goldings erhielt jetzt eine Grammy-Nominierung als beste Jazz-Vocal-CD des Jahres!

Eintritt 15/12 EUR

Reservierungen unter < kasse@jazzbiber.de > bis spätestens 15:00 Uhr am Tag des Konzerts.

04.03.2016: Daktarimba

Daktarimba d‘ Afrique im überfüllten Jazzkeller

Mit augenzwinkernder Nostalgie zu lebendiger Avantgarde

BIBERACH – Von der schlichten Eindringlichkeit des sympathischen Kameruner Sängers und Perkussionisten Njamy Sitson zum intelligenten, wenn nicht gar intellektuellen Spiel mit den verschiedenen Genres und Sujets durch die beiden „European Jazzmasters“ Walter Lang (Klavier) und Wolfgang Lackerschmid (Marimbaphon), so Sitson in seiner Anmoderation, war es ein erstaunlich kurzer Weg. Ausstrahlung und Überzeugungskraft des in Augsburg lebenden Afrikaners, der nicht nur optisch im Mittelpunkt stand, vermittelten einen authentischen Weg in die Jazz-Avantgarde und faszinierten das Publikum in dem aus allen Nähten platzenden Jazzkeller.

Nicht als pittoreskes Alibi einer falsch verstandenen Exotik im Rahmen einer glattpolierten, massentauglichen „Weltmusik“, sondern als unerschöpfliche Kraftquelle in einer tiefsinnigen künstlerischen Auseinandersetzung der unterschiedlichen Kulturen geriet das Freitagskonzert des Jazzclubs zu einer überzeugenden Synthese, zur perfekten Integration, zur fruchtbaren Symbiose von Intellekt und Emotion. Standen auf der afrikanischen Seite die oft im entspannten Falsett in Medumba dargebotenen schlichten Melodien und einfachen formalen Strukturen innerhalb einer durchaus komplexen Rhythmik, fanden sich auf der mit starkem Jazzidiom aufgebrochenen klassisch geprägten Seite eine vielschichtige Harmonik und abwechslungsreiche, gestaltkräftige Melodien und einprägsame, ostinate Begleitpatterns mit teils hochchromatischen Einschüben vor allem in den oft hochvirtuosen, improvisierten Solopartien. Trotz einem transparenten Klangbild kam in den einfallsreichen Eigenkompositionen der drei Akteure nicht der Hauch minimalistischer Reduktion auf.

So macht etwa die Dekonstruktion von Jazzstandards oder Musicaltiteln („Mandela“) verbunden mit dem „Rückbau“ auf die afrikanischen Wurzeln in meisterlicher Form deutlich, dass ein echtes Miteinander nicht nur möglich ist, sondern auch außerhalb afroamerikanischer Historie allemal interessantere Ergebnisse zeitigt, als das bloße Zitieren und collageartige Übereinanderschichten unverbundener Musik-Schnipsel. Aber auch der umgekehrte Weg, die unverkrampfte Akzeptanz folkloristischer Wurzeln und deren sensible Aufbereitung und Aufwertung zu zeitgenössischen künstlerischen Preziosen unter gelegentlicher Einbindung von Zitaten („Daktarimba“, „Teno“) wirkt überaus überzeugend und sinnfällig.

Selten hat das Etikett einer Musik, „Daktarimba“, soviel mit deren Inhalt zu tun. Der ebenso treffende wie einprägsame Name der weitgereisten bayrischen Trio-Formation entstand als Kunstwort aus der Synthese von „Daktari“ und „Marimbaphon“. Mit „Daktari“, dem Titel einer Fernsehserie aus einer längst vergangenen Zeit, in der die Exotik der afrikanischen Wildnis noch verklärt und durch Einsatz eines warmherzigen Dschungeldoktors geschützt und erhalten werden sollte, assoziiert man unwillkürlich die ursprüngliche afrikanische Volksmusik, die hier nicht á la „Dschungel-Camp“ als bloße Kulisse plakativ vermarktet wird. Eines der afrikanischsten Melodieinstrumente, das aus gestimmten Holzplatten bestehenden „Marimbaphon“, liefert dazu die authentischen, gleichermaßen warmen und perkussiven Klangfarben. Das künstlerische Resultat verdient durchaus die Bezeichnung „magisch“ – ein euphorisiertes Publikum, mehrere Zugaben und der reißende Absatz der mitgebrachten CDs sprechen eine deutliche Sprache.

gez. H. Schönecker

Daktarimba

Am 04.03.2016 um 20:30

Ort: Jazzclub Biberach
(c/o Bruno-Frey-Musikschule, Wielandstraße 27, 88400 Biberach an der Riß)

Beschreibung
African Jazz – Original Music – Fascination in Sound and Groove

Das Trio „Daktarimba“ spielt am Freitag, 4. März um 20:30 Uhr im Biberacher Jazzkeller. Walter Lang (Piano) und Wolfgang Lackerschmid (Marimbaphon) haben sich zusammengetan mit dem afrikanischen Sänger und Perkussionisten Njami Sitson; gemeinsam spüren sie der Faszination des schwarzen Kontinents nach. Der Name Daktarimba ist eine Mischung aus der amerikanischen Fernsehserie „Daktari“ und Wolfgang Lackerschmids Instrument, der Marimba. Neben dem reizvollen Zusammenspiel der Instrumente ist es Njami Sitsons wunderbare Falsett-Stimme – er singt in Medumba, einer Sprache aus West-Kamerun –, die den Stücken lyrische Wärme verleiht. So entsteht ein zauberhafter Kosmos aus wunderbar leichten, fast magischen Klängen. Besetzung: Wolfgang Lackerschmid (mar), Njami Sitson (perc, voc), Walter Lang (p).

Wolfgang Lackerschmid (Marimba) spielt in dieser Formation anstatt des Vibraphons ausschließlich auf dem Marimbaphon. Der warme und doch perkussive Klang der Holzplatten ergibt mit der kammermusikalischen Besetzung von Piano, Perkussion und Gesang eine geradezu magische Stimmung. Die Musik wurde eigens von den Bandmitgliedern dafu?r entwickelt und lebt von den reizvollen Kompositionen und den spontanen Improvisationen der Virtuosen.

Njamy Sitson (Gesang, Perkussion) wurde 1975 in Kamerun geboren. Er studierte Philosophie und Musikologie. Als Sänger und Multi-Instrumentalist tritt er in vielen Ländern, vor allem bei Afrika- und Vokal-Festivals, auf, komponierte Filmmusiken wie „Blutige Steine“ (Donna Leon), agiert als Geschichtenerzähler sowie als Schauspieler an diversen Theatern und Filmen („Oktoberfest“ als Partner von Barbara Rudnik, Henning Mankells „Der Chronist der Winde“) und unterrichtet Vocal-Polyphony und African Drumming. Sein faszinierender Gesang, vor allem in den hohen Lagen, korrespondiert klanglich und rhythmisch hervorragend mit dem Marimbaphon.

Walter Lang (Piano) studierte am „Berklee College of Music“ und an der „Amsterdam School of Arts“. Seine subtile Art zu begleiten und seine kreativen, immer wieder u?berraschenden Soli brachten ihm Engagements in den USA, Europa und Japan, u.a. mit Lee Konitz, James Moody, Chico Freeman, Don Menza, Holli Ross, Jenny Evans, Roy Hargrove, Dusco Goykovich. Fussballfans sahen ihn über viele Jahren hinweg sonntagmorgens am Piano bei der Livesendung „Doppelpass“ im DSF.

Eintritt 15/12 EUR

Reservierungen unter < kasse@jazzbiber.de > bis spätestens 15:00 Uhr am Tag des Konzerts.

19.02.2016: The Ropesh

„The Ropesh“ bringen frischen Wind in den Jazzkeller

Deutsch-italienische Hochdruckreiniger für verstopfte Gehörgänge

BIBERACH – Die junge, international besetzte Band „The Ropesh“ um den Wahl-Berliner Schlagzeuger und Komponisten Mathis Grossmann blies bereits mit ihrem rund 15minütigen Opener „Slowrenzo“ den angenehm überraschten Besuchern im Biberacher Jazzkeller etwa vorhandenen Staub oder gar Spinnweben aus den Gehörgängen. Traditionelle Hörgewohnheiten und -schablonen führten in der Tat zunächst zu verblüfften oder verhaltenen Reaktionen. Die ungewohnten aber unmittelbar sinnfälligen neuen Strukturen fanden aber schnell Anklang und stießen schließlich im zweiten Set auf einhellige Begeisterung.

Die Gewinner des Jungen Deutschen Jazzpreises 2013 und Finalisten des „European Jazz Contest“ unterstrichen bereits mit ihrem skurrilen Equipment den besonderen Zugang zu den Sujets des modernen Jazz. Die Integrationskraft dieser avantgardistischen Musikrichtung, die seit ihren Anfängen Innovationen gegenüber immer aufgeschlossen war, bleibt ungebrochen. Sorgte der eigens aus Italien angereiste Filippo Macchiarelli mit seinen druckvollen und treibenden E-Bass-Grooves für funkiges Hiphop-Feeling im Untergrund, unterstützte Lorenzo Colocci mit elektronisch aufgepeppten Flötensounds in Kombination mit Apples bekannter Macbook Soundmaschine und weiteren DJ-Techniken wie „Cutting“, „Phasing“ oder „Scratching“. Den experimentellen Charakter unterstützte er auch durch die Kreation eines neuen Musikinstrumentes. Seine Querflöte, ohne Mundstück aber unter Verwendung eines Waschmaschinen-Abflussschlauches mit einem Klarinettenmundstück verbunden, erzeugte so völlig neuartige Klänge irgendwo zwischen Saxophon und Abflussrohr. Durch ein längeres, unbegleitetes und durchaus virtuoses Solo konnte sich auch das Publikum an die neue Klangästhetik gewöhnen. Ob er mit seinem neuen Sound allerdings viele Nachahmer finden wird, darf bezweifelt werden.

Neben dem Flötisten Lorenzo Colocci wirkte Marcus Franzke an der Posaune, mal als gewiefter Improvisator aber meistens beteiligt an der Gestaltung einprägsamer melodischer Begleitpatterns und Riffs, die mitunter chaconneartige Strukturen annahmen oder über die Technik des permanenten Atems zu schier endlosen Orgelpunkten verschmolzen. Auch Franzke verfremdete über ein elektronisches Effektgerät seine Klangfarben und verband natürliche Tonerzeugung und Spieltechnik organisch mit modernen Klangfarben. In dieselbe Kerbe schlug auch Apollonio Maiello an den Tasteninstrumenten. Sein Mo8-Synthesizer spielte neben den glitzernd perlenden Tonkaskaden auf dem Kawaiflügel jedoch nur eine dienende Rolle als gelegentlicher Sound- und Patternlieferant.

Neben Macchiarelli, der auch die meisten Kompositionen zum Programm beisteuerte, war es der Bandleader Mathis Grossmann am Schlagzeug, der rhythmisch und strukturell „den Laden zusammenhielt“ und wenigstens anfangs noch gelegentlich mit ordnender Hand in das Geschehen eingriff. Seine musikalisch-rhythmischen Qualitäten sind über alle Zweifel erhaben. Über seine klanglichen Ambitionen darf jedoch gerätselt werden. Sein, wie zusammengebastelt wirkendes Drumset schien direkt aus der Kinderstube zu kommen und konnte in klanglicher Hinsicht kaum überzeugen. Vielleicht wollte er dadurch aber auch nur einen Kontrapunkt zu den blinkenden Hightech-Welten von Apple und Yamaha setzen. Dem Gesamteindruck einer hochenergetischen, frischen, unkonventionellen Musik auf der Höhe unserer Zeit konnte dies jedoch keinen Abbruch tun.

gez. H. Schönecker