Archiv – Seite 62 – Jazzclub Biberach e.V.

Duo Eric Séva – Serge Merlaud

Am 18.03.2016 um 20:30

Ort: Jazzclub Biberach
(c/o Bruno-Frey-Musikschule, Wielandstraße 27, 88400 Biberach an der Riß)

Beschreibung
Duo Eric Séva (bariton sax, sopran sax) – Serge Merlaud (git.)

Jazz mit einem Schuss Pariser Musette – das ist das Markenzeichen von Frankreichs aktuell interessantesten Saxofonstimme, Eric Séva.

Geboren 1964 in einer Musikerfamilie wurde Séva schon von frühester Kindheit an für Musik sensibilisiert. 1976 begann er unter Anleitung seines Vaters Saxophon zu spielen. Ab 1980 besuchte er sechs Jahre lang die Musikschule in Paris. 1986 erhält er einstimmig ein Diplom als Konzertsaxophonist für Kammermusik.
1989 arbeitet er mit David Liebman in New York. Dieses Treffen markiert für ihn einen Wendepunkt: er wendet sich dem Jazz und der improvisierten Musik zu. Schon bald folgen internationale Tourneen und Zusammenarbeit mit Musikern aus Indonesien, Vietnam, Kambodscha, Laos, Malaysia, den Philippinen, Japan, Europa, Mittlerer Orient…
1990 gründet er “Yes Yes Yes”, ein Trio, mit dem er den Heineken Jazzpreis gewinnt. Bald unterzeichnet er einen Plattenvertrag bei Polygram Jazz. Es folgen Auftritte mit Dave Liebman, danach spielt er drei Jahre lang in der Band von Didier Lockwood, mit dem er weltweit auf Konzerten und Festivals auftritt. Daneben spielt er mit nahezu allen namhaften französischen Jazzmusikern. 2004 wirkt er auf dem Chris Rea-Album „The Blue Jukebox“ mit, mit dem er anschließend drei Monate auf Tournee geht und 2005 das Album „Blue Guitars“ einspielt. 2006 – 2008 war Séva Solist des „Orchestre National de Jazz“, Frankreichs nationalem Jazzorchester. Aktuell ist Séva auch mit Frankreichs neuem Chansonstar ZAZ zu erleben, mit der er zuletzt im Sommer 2015 bei den Jazzopen Stuttgart auf dem Schlossplatz live zu erleben war

Mit Serge Merlaud bringt er einen der aktuell spannendsten und vielseitigsten französischen Jazzgitarristen mit, der als Meister intimer Balladen ebenso zu glänzen vermag wie mit perlenden Läufen, kristallin funkelnden Soli oder fesselnden Bossa-Nova-Rhythmen.
Merlaud studierte klassische Gitarre am Pariser Konservatorium und parallel dazu Jazzgitarre. Nach ersten CD-Einspielungen von klassischer Musik (etwa von Johann Sebastian Bach) orientierte sich Merlaud mehr und mehr Richtung Jazz und spielte mit vielen namhaften Musikern der französischen Szene (Sylvain Boeuf, Nguyen Lê, Olivier Ker Ourio, Michel Perez, Gilles Naturel, Jean-Marc Jaffet, Daniel Yvinec), Daneben trittt Merlaud auch regelmäßig als gefragter Begleiter von Sängern und Sängerinnen wie Marc Thomas, Sara Lazarus, Isabelle Carpentier, Roger Letson, Laura Littardi oder Tierney Sutton in Erscheinung. Seine CD „After Blue“ mit Sängerin Tierney Sutton und den Gastsolisten Peter Erskine, Hubert Laws, Al Jarreau und Larry Goldings erhielt jetzt eine Grammy-Nominierung als beste Jazz-Vocal-CD des Jahres!

Eintritt 15/12 EUR

Reservierungen unter < kasse@jazzbiber.de > bis spätestens 15:00 Uhr am Tag des Konzerts.

04.03.2016: Daktarimba

Daktarimba d‘ Afrique im überfüllten Jazzkeller

Mit augenzwinkernder Nostalgie zu lebendiger Avantgarde

BIBERACH – Von der schlichten Eindringlichkeit des sympathischen Kameruner Sängers und Perkussionisten Njamy Sitson zum intelligenten, wenn nicht gar intellektuellen Spiel mit den verschiedenen Genres und Sujets durch die beiden „European Jazzmasters“ Walter Lang (Klavier) und Wolfgang Lackerschmid (Marimbaphon), so Sitson in seiner Anmoderation, war es ein erstaunlich kurzer Weg. Ausstrahlung und Überzeugungskraft des in Augsburg lebenden Afrikaners, der nicht nur optisch im Mittelpunkt stand, vermittelten einen authentischen Weg in die Jazz-Avantgarde und faszinierten das Publikum in dem aus allen Nähten platzenden Jazzkeller.

Nicht als pittoreskes Alibi einer falsch verstandenen Exotik im Rahmen einer glattpolierten, massentauglichen „Weltmusik“, sondern als unerschöpfliche Kraftquelle in einer tiefsinnigen künstlerischen Auseinandersetzung der unterschiedlichen Kulturen geriet das Freitagskonzert des Jazzclubs zu einer überzeugenden Synthese, zur perfekten Integration, zur fruchtbaren Symbiose von Intellekt und Emotion. Standen auf der afrikanischen Seite die oft im entspannten Falsett in Medumba dargebotenen schlichten Melodien und einfachen formalen Strukturen innerhalb einer durchaus komplexen Rhythmik, fanden sich auf der mit starkem Jazzidiom aufgebrochenen klassisch geprägten Seite eine vielschichtige Harmonik und abwechslungsreiche, gestaltkräftige Melodien und einprägsame, ostinate Begleitpatterns mit teils hochchromatischen Einschüben vor allem in den oft hochvirtuosen, improvisierten Solopartien. Trotz einem transparenten Klangbild kam in den einfallsreichen Eigenkompositionen der drei Akteure nicht der Hauch minimalistischer Reduktion auf.

So macht etwa die Dekonstruktion von Jazzstandards oder Musicaltiteln („Mandela“) verbunden mit dem „Rückbau“ auf die afrikanischen Wurzeln in meisterlicher Form deutlich, dass ein echtes Miteinander nicht nur möglich ist, sondern auch außerhalb afroamerikanischer Historie allemal interessantere Ergebnisse zeitigt, als das bloße Zitieren und collageartige Übereinanderschichten unverbundener Musik-Schnipsel. Aber auch der umgekehrte Weg, die unverkrampfte Akzeptanz folkloristischer Wurzeln und deren sensible Aufbereitung und Aufwertung zu zeitgenössischen künstlerischen Preziosen unter gelegentlicher Einbindung von Zitaten („Daktarimba“, „Teno“) wirkt überaus überzeugend und sinnfällig.

Selten hat das Etikett einer Musik, „Daktarimba“, soviel mit deren Inhalt zu tun. Der ebenso treffende wie einprägsame Name der weitgereisten bayrischen Trio-Formation entstand als Kunstwort aus der Synthese von „Daktari“ und „Marimbaphon“. Mit „Daktari“, dem Titel einer Fernsehserie aus einer längst vergangenen Zeit, in der die Exotik der afrikanischen Wildnis noch verklärt und durch Einsatz eines warmherzigen Dschungeldoktors geschützt und erhalten werden sollte, assoziiert man unwillkürlich die ursprüngliche afrikanische Volksmusik, die hier nicht á la „Dschungel-Camp“ als bloße Kulisse plakativ vermarktet wird. Eines der afrikanischsten Melodieinstrumente, das aus gestimmten Holzplatten bestehenden „Marimbaphon“, liefert dazu die authentischen, gleichermaßen warmen und perkussiven Klangfarben. Das künstlerische Resultat verdient durchaus die Bezeichnung „magisch“ – ein euphorisiertes Publikum, mehrere Zugaben und der reißende Absatz der mitgebrachten CDs sprechen eine deutliche Sprache.

gez. H. Schönecker

Daktarimba

Am 04.03.2016 um 20:30

Ort: Jazzclub Biberach
(c/o Bruno-Frey-Musikschule, Wielandstraße 27, 88400 Biberach an der Riß)

Beschreibung
African Jazz – Original Music – Fascination in Sound and Groove

Das Trio „Daktarimba“ spielt am Freitag, 4. März um 20:30 Uhr im Biberacher Jazzkeller. Walter Lang (Piano) und Wolfgang Lackerschmid (Marimbaphon) haben sich zusammengetan mit dem afrikanischen Sänger und Perkussionisten Njami Sitson; gemeinsam spüren sie der Faszination des schwarzen Kontinents nach. Der Name Daktarimba ist eine Mischung aus der amerikanischen Fernsehserie „Daktari“ und Wolfgang Lackerschmids Instrument, der Marimba. Neben dem reizvollen Zusammenspiel der Instrumente ist es Njami Sitsons wunderbare Falsett-Stimme – er singt in Medumba, einer Sprache aus West-Kamerun –, die den Stücken lyrische Wärme verleiht. So entsteht ein zauberhafter Kosmos aus wunderbar leichten, fast magischen Klängen. Besetzung: Wolfgang Lackerschmid (mar), Njami Sitson (perc, voc), Walter Lang (p).

Wolfgang Lackerschmid (Marimba) spielt in dieser Formation anstatt des Vibraphons ausschließlich auf dem Marimbaphon. Der warme und doch perkussive Klang der Holzplatten ergibt mit der kammermusikalischen Besetzung von Piano, Perkussion und Gesang eine geradezu magische Stimmung. Die Musik wurde eigens von den Bandmitgliedern dafu?r entwickelt und lebt von den reizvollen Kompositionen und den spontanen Improvisationen der Virtuosen.

Njamy Sitson (Gesang, Perkussion) wurde 1975 in Kamerun geboren. Er studierte Philosophie und Musikologie. Als Sänger und Multi-Instrumentalist tritt er in vielen Ländern, vor allem bei Afrika- und Vokal-Festivals, auf, komponierte Filmmusiken wie „Blutige Steine“ (Donna Leon), agiert als Geschichtenerzähler sowie als Schauspieler an diversen Theatern und Filmen („Oktoberfest“ als Partner von Barbara Rudnik, Henning Mankells „Der Chronist der Winde“) und unterrichtet Vocal-Polyphony und African Drumming. Sein faszinierender Gesang, vor allem in den hohen Lagen, korrespondiert klanglich und rhythmisch hervorragend mit dem Marimbaphon.

Walter Lang (Piano) studierte am „Berklee College of Music“ und an der „Amsterdam School of Arts“. Seine subtile Art zu begleiten und seine kreativen, immer wieder u?berraschenden Soli brachten ihm Engagements in den USA, Europa und Japan, u.a. mit Lee Konitz, James Moody, Chico Freeman, Don Menza, Holli Ross, Jenny Evans, Roy Hargrove, Dusco Goykovich. Fussballfans sahen ihn über viele Jahren hinweg sonntagmorgens am Piano bei der Livesendung „Doppelpass“ im DSF.

Eintritt 15/12 EUR

Reservierungen unter < kasse@jazzbiber.de > bis spätestens 15:00 Uhr am Tag des Konzerts.

19.02.2016: The Ropesh

„The Ropesh“ bringen frischen Wind in den Jazzkeller

Deutsch-italienische Hochdruckreiniger für verstopfte Gehörgänge

BIBERACH – Die junge, international besetzte Band „The Ropesh“ um den Wahl-Berliner Schlagzeuger und Komponisten Mathis Grossmann blies bereits mit ihrem rund 15minütigen Opener „Slowrenzo“ den angenehm überraschten Besuchern im Biberacher Jazzkeller etwa vorhandenen Staub oder gar Spinnweben aus den Gehörgängen. Traditionelle Hörgewohnheiten und -schablonen führten in der Tat zunächst zu verblüfften oder verhaltenen Reaktionen. Die ungewohnten aber unmittelbar sinnfälligen neuen Strukturen fanden aber schnell Anklang und stießen schließlich im zweiten Set auf einhellige Begeisterung.

Die Gewinner des Jungen Deutschen Jazzpreises 2013 und Finalisten des „European Jazz Contest“ unterstrichen bereits mit ihrem skurrilen Equipment den besonderen Zugang zu den Sujets des modernen Jazz. Die Integrationskraft dieser avantgardistischen Musikrichtung, die seit ihren Anfängen Innovationen gegenüber immer aufgeschlossen war, bleibt ungebrochen. Sorgte der eigens aus Italien angereiste Filippo Macchiarelli mit seinen druckvollen und treibenden E-Bass-Grooves für funkiges Hiphop-Feeling im Untergrund, unterstützte Lorenzo Colocci mit elektronisch aufgepeppten Flötensounds in Kombination mit Apples bekannter Macbook Soundmaschine und weiteren DJ-Techniken wie „Cutting“, „Phasing“ oder „Scratching“. Den experimentellen Charakter unterstützte er auch durch die Kreation eines neuen Musikinstrumentes. Seine Querflöte, ohne Mundstück aber unter Verwendung eines Waschmaschinen-Abflussschlauches mit einem Klarinettenmundstück verbunden, erzeugte so völlig neuartige Klänge irgendwo zwischen Saxophon und Abflussrohr. Durch ein längeres, unbegleitetes und durchaus virtuoses Solo konnte sich auch das Publikum an die neue Klangästhetik gewöhnen. Ob er mit seinem neuen Sound allerdings viele Nachahmer finden wird, darf bezweifelt werden.

Neben dem Flötisten Lorenzo Colocci wirkte Marcus Franzke an der Posaune, mal als gewiefter Improvisator aber meistens beteiligt an der Gestaltung einprägsamer melodischer Begleitpatterns und Riffs, die mitunter chaconneartige Strukturen annahmen oder über die Technik des permanenten Atems zu schier endlosen Orgelpunkten verschmolzen. Auch Franzke verfremdete über ein elektronisches Effektgerät seine Klangfarben und verband natürliche Tonerzeugung und Spieltechnik organisch mit modernen Klangfarben. In dieselbe Kerbe schlug auch Apollonio Maiello an den Tasteninstrumenten. Sein Mo8-Synthesizer spielte neben den glitzernd perlenden Tonkaskaden auf dem Kawaiflügel jedoch nur eine dienende Rolle als gelegentlicher Sound- und Patternlieferant.

Neben Macchiarelli, der auch die meisten Kompositionen zum Programm beisteuerte, war es der Bandleader Mathis Grossmann am Schlagzeug, der rhythmisch und strukturell „den Laden zusammenhielt“ und wenigstens anfangs noch gelegentlich mit ordnender Hand in das Geschehen eingriff. Seine musikalisch-rhythmischen Qualitäten sind über alle Zweifel erhaben. Über seine klanglichen Ambitionen darf jedoch gerätselt werden. Sein, wie zusammengebastelt wirkendes Drumset schien direkt aus der Kinderstube zu kommen und konnte in klanglicher Hinsicht kaum überzeugen. Vielleicht wollte er dadurch aber auch nur einen Kontrapunkt zu den blinkenden Hightech-Welten von Apple und Yamaha setzen. Dem Gesamteindruck einer hochenergetischen, frischen, unkonventionellen Musik auf der Höhe unserer Zeit konnte dies jedoch keinen Abbruch tun.

gez. H. Schönecker

The Ropesh

Am 19.02.2016 um 20:30

Ort: Jazzclub Biberach
(c/o Bruno-Frey-Musikschule, Wielandstraße 27, 88400 Biberach an der Riß)

Beschreibung
„The Ropesh“ spielen am Freitag 19. Februar um 20:30 Uhr im Biberacher Jazzkeller. Die Musiker haben sich als feste Formation über verschiedene Projekte in Deutschland und Italien zusammengefunden. Prägend für ihren vielschichtigen Bandsound sind die sehr unterschiedlichen musikalischen Wurzeln der fünf Musiker, die neben Jazz und HipHop auch elektronische Musik als Einflüsse benennen. Mit ihrer besonderen Instrumentierung und Experimentierfreudigkeit betrachten sie den modernen Jazz schräg von der Seite, durchsetzen ihn fantasievoll mit elektronischen Klängen, die sich mit schönen Melodien und markant groovenden bis treibenden Rhythmen verbinden. In der Verschmelzung von Inspiration und Konstruktion entsteht so eine kollektive Einheit, wobei farbenreiches Zusammenspiel und Eigensinn keinen Widerspruch darstellen.

Die Band hat den „Jungen Deutschen Jazzpreis 2013″ gewonnen und ist beim „European Jazz Contest“ aufgetreten.

Als Special Guests beim gleichnamige Debutalbum wurden der renommierte Jazzpianist Rainer Böhm und Bujazzo-Sängerin Miriam Ast gefeatured.

Besetzung: Lorenzo Colocci (fl, eletronoc sounds), Marcus Franzke (tb), Apollonio Maiello (p), Filippo Macchiarelli/ Peter Crighton (b), Mathis Grossmann (dr)

http://www.theropesh.com/#bio_discography

Eintritt 15/12 EUR

Reservierungen unter < kasse@jazzbiber.de > bis spätestens 15:00 Uhr am Tag des Konzerts.

31.01.2016: Drums à gogo (Trommlergipfel)

Spitzenleistungen beim ersten Biberacher Trommel- und Perkussionsgipfel

„Drums á gogo“ finden rauschenden Beifall

BIBERACH – Der erste Biberacher Trommel- und Perkussionsgipfel unter dem Motto „Drums á gogo“ geriet zu einem vollen Erfolg. Nach den Erfolgen der lokalen Pianisten- und Gitarristentreffen des Jazzclubs in den zurückliegenden Jahren war dies fast schon erwartet worden. Die Idee, dieses Jahr diversen regionalen Musikern aus der Rhythmus-Branche ein Forum zu bieten, die Natur der beteiligten Instrumente, der Wunsch eine repräsentative Auswahl zu bieten und die erhoffte Publikumsresonanz hatten den Veranstalter bewogen, eine Örtlichkeit mit großer Bühne und ausreichend Platz für die Besucher zu suchen. In der WG-Aula war man fündig geworden und das breite Interesse an der Matinee am Sonntagmorgen zeugte davon, dass die Rechnung wohl aufgegangen ist.

 

Gefühlt weit über 100 Rhythmus- und Perkussionsinstrumente vom lateinamerikanischen Agogo über afrikanische Djemben oder einem Muschelhorn zum modernen (E-) Drumset und zur digitalen Loop-Maschine, ergänzt um diverse Stabspiele vom Glockenspiel zum Bass-Marimbaphon zauberten eine immense Klangvielfalt. Rhythmische Patterns aus Rumba, Bolero oder Samba bis zum komplexen Son Cubano und Salsa, rhythmisch-melodischen Variationen über eine Folia aus der Renaissancezeit oder druckvolle und fetzige zeitgenössische Dance- und Hiphop-Grooves in Kombination mit komplexen afrikanischen Djembepatterns boten in dem fast dreistündigem Programm einen kurzweiligen Einblick in das weite Spektrum rhythmischer, klanglicher und spieltechnischer Möglichkeiten einer Instrumentengattung, die in vielen Musikstilen eher stiefmütterlich behandelt wird.

 

Fulminant und mit großer Besetzung eröffnete das Percussion-Ensemble des „Drum & Percussion Studios Warthausen“ unter Leitung von Markus Merz den musikalischen Reigen, überwiegend mit Stücken in lateinamerikanischen Rhythmen, teils mit eigens arrangierten Jazznummern, teils aber auch mit solistischen Beiträgen. So stellte Malte Wiest seinen diesjährigen Wettbewerbsbeitrag zu „Jugend musiziert“ vor, eine Eigenkomposition seines Lehrers Markus Merz als Hommage an dessen alten kubanischen Schlagzeuglehrer. Was da an komplexen Schlagfolgen auf das erweiterte Drumset und das verblüffte Publikum einprasselte war mit den Augen nicht und mit den Ohren kaum mehr zu verfolgen. Rauschender Beifall war der Lohn, den der junge Künstler noch gar nicht so recht genießen konnte, flüchtete er sich doch ohne sichtbare Reaktion in die Präliminarien der nächsten Komposition in der sein ebenfalls mehrfach preisgekrönter Bruder Finn Wiest auftrumpfen konnte.

 

Nach der Pause eröffnete der aus Biberach stammende Jazzschlagzeuger und –komponist Matthias Daneck seinen eher experimentellen Part mit Kompositionen für Schlagzeug und live erstellte Schleifen auf der Loopmaschine. Obwohl als Solist auf der Bühne, türmten sich durch die digitale Unterstützung komplexe Gebilde übereinander, aus denen die Variationen über ein harmonisches Grundmuster oder ostinates Bassmodell der Renaissancezeit, eine „Folia“ als Vorform der barocken Passacaglia, herausragte. Druckvolle Dance-Grooves von „Habama Music“, den beiden afroeuropäischen Söhnen des durch seine Djembeschule und eigene konzertante Tätigkeit bestens bekannten Uhuru Uhl, fetzten schließlich – mit Vater Uhuru als „special guest“ dem großen Finale aller Mitwirkenden inklusive einiger Gäste aus dem Rhythmus-Workshop vom Vortag entgegen: „Oye como va“ – uuh, aah.

 

gez. H. Schönecker