Archiv – Seite 64 – Jazzclub Biberach e.V.

The Ropesh

Am 19.02.2016 um 20:30

Ort: Jazzclub Biberach
(c/o Bruno-Frey-Musikschule, Wielandstraße 27, 88400 Biberach an der Riß)

Beschreibung
„The Ropesh“ spielen am Freitag 19. Februar um 20:30 Uhr im Biberacher Jazzkeller. Die Musiker haben sich als feste Formation über verschiedene Projekte in Deutschland und Italien zusammengefunden. Prägend für ihren vielschichtigen Bandsound sind die sehr unterschiedlichen musikalischen Wurzeln der fünf Musiker, die neben Jazz und HipHop auch elektronische Musik als Einflüsse benennen. Mit ihrer besonderen Instrumentierung und Experimentierfreudigkeit betrachten sie den modernen Jazz schräg von der Seite, durchsetzen ihn fantasievoll mit elektronischen Klängen, die sich mit schönen Melodien und markant groovenden bis treibenden Rhythmen verbinden. In der Verschmelzung von Inspiration und Konstruktion entsteht so eine kollektive Einheit, wobei farbenreiches Zusammenspiel und Eigensinn keinen Widerspruch darstellen.

Die Band hat den „Jungen Deutschen Jazzpreis 2013″ gewonnen und ist beim „European Jazz Contest“ aufgetreten.

Als Special Guests beim gleichnamige Debutalbum wurden der renommierte Jazzpianist Rainer Böhm und Bujazzo-Sängerin Miriam Ast gefeatured.

Besetzung: Lorenzo Colocci (fl, eletronoc sounds), Marcus Franzke (tb), Apollonio Maiello (p), Filippo Macchiarelli/ Peter Crighton (b), Mathis Grossmann (dr)

http://www.theropesh.com/#bio_discography

Eintritt 15/12 EUR

Reservierungen unter < kasse@jazzbiber.de > bis spätestens 15:00 Uhr am Tag des Konzerts.

31.01.2016: Drums à gogo (Trommlergipfel)

Spitzenleistungen beim ersten Biberacher Trommel- und Perkussionsgipfel

„Drums á gogo“ finden rauschenden Beifall

BIBERACH – Der erste Biberacher Trommel- und Perkussionsgipfel unter dem Motto „Drums á gogo“ geriet zu einem vollen Erfolg. Nach den Erfolgen der lokalen Pianisten- und Gitarristentreffen des Jazzclubs in den zurückliegenden Jahren war dies fast schon erwartet worden. Die Idee, dieses Jahr diversen regionalen Musikern aus der Rhythmus-Branche ein Forum zu bieten, die Natur der beteiligten Instrumente, der Wunsch eine repräsentative Auswahl zu bieten und die erhoffte Publikumsresonanz hatten den Veranstalter bewogen, eine Örtlichkeit mit großer Bühne und ausreichend Platz für die Besucher zu suchen. In der WG-Aula war man fündig geworden und das breite Interesse an der Matinee am Sonntagmorgen zeugte davon, dass die Rechnung wohl aufgegangen ist.

 

Gefühlt weit über 100 Rhythmus- und Perkussionsinstrumente vom lateinamerikanischen Agogo über afrikanische Djemben oder einem Muschelhorn zum modernen (E-) Drumset und zur digitalen Loop-Maschine, ergänzt um diverse Stabspiele vom Glockenspiel zum Bass-Marimbaphon zauberten eine immense Klangvielfalt. Rhythmische Patterns aus Rumba, Bolero oder Samba bis zum komplexen Son Cubano und Salsa, rhythmisch-melodischen Variationen über eine Folia aus der Renaissancezeit oder druckvolle und fetzige zeitgenössische Dance- und Hiphop-Grooves in Kombination mit komplexen afrikanischen Djembepatterns boten in dem fast dreistündigem Programm einen kurzweiligen Einblick in das weite Spektrum rhythmischer, klanglicher und spieltechnischer Möglichkeiten einer Instrumentengattung, die in vielen Musikstilen eher stiefmütterlich behandelt wird.

 

Fulminant und mit großer Besetzung eröffnete das Percussion-Ensemble des „Drum & Percussion Studios Warthausen“ unter Leitung von Markus Merz den musikalischen Reigen, überwiegend mit Stücken in lateinamerikanischen Rhythmen, teils mit eigens arrangierten Jazznummern, teils aber auch mit solistischen Beiträgen. So stellte Malte Wiest seinen diesjährigen Wettbewerbsbeitrag zu „Jugend musiziert“ vor, eine Eigenkomposition seines Lehrers Markus Merz als Hommage an dessen alten kubanischen Schlagzeuglehrer. Was da an komplexen Schlagfolgen auf das erweiterte Drumset und das verblüffte Publikum einprasselte war mit den Augen nicht und mit den Ohren kaum mehr zu verfolgen. Rauschender Beifall war der Lohn, den der junge Künstler noch gar nicht so recht genießen konnte, flüchtete er sich doch ohne sichtbare Reaktion in die Präliminarien der nächsten Komposition in der sein ebenfalls mehrfach preisgekrönter Bruder Finn Wiest auftrumpfen konnte.

 

Nach der Pause eröffnete der aus Biberach stammende Jazzschlagzeuger und –komponist Matthias Daneck seinen eher experimentellen Part mit Kompositionen für Schlagzeug und live erstellte Schleifen auf der Loopmaschine. Obwohl als Solist auf der Bühne, türmten sich durch die digitale Unterstützung komplexe Gebilde übereinander, aus denen die Variationen über ein harmonisches Grundmuster oder ostinates Bassmodell der Renaissancezeit, eine „Folia“ als Vorform der barocken Passacaglia, herausragte. Druckvolle Dance-Grooves von „Habama Music“, den beiden afroeuropäischen Söhnen des durch seine Djembeschule und eigene konzertante Tätigkeit bestens bekannten Uhuru Uhl, fetzten schließlich – mit Vater Uhuru als „special guest“ dem großen Finale aller Mitwirkenden inklusive einiger Gäste aus dem Rhythmus-Workshop vom Vortag entgegen: „Oye como va“ – uuh, aah.

 

gez. H. Schönecker

30.01.2016: Jazz & Rhythm Workshops

Jazz- und Rhythmus-Workshops am Wieland-Gymnasium

 

In einer Kooperation zwischen der Fachschaft Musik des Wieland-Gymnasiums und dem Jazzclub Biberach e.V. fanden am 30. Januar 2016 in der Aula und im Ensembleraum der Schule diverse Workshops mit professionellen Dozenten und Musikern statt. Kaum jemand von den 20 Teilnehmern am „Jazz- und Rhythmus-Workshop“ hatte aber wohl damit gerechnet, dass er beim „1. Biberacher Trommel- und Perkussionsgipfel“ am darauffolgenden Tag bereits mit den Profis auf der Aula-Bühne stehen würde. Gleichwohl haben es eine ganze Reihe der Teilnehmer, obwohl überwiegend noch rhythmische Anfänger, tatsächlich auf die Bühne geschafft. Der Grundlagenkurs in afro-lateinamerikanischer Rhythmik machte nicht nur Spaß, er führte – neben vereinzelt angeschwollenen Fingern und Händen – auch kurzfristig zu erstaunlichen Erfolgen.

Mit Markus Merz, dem Leiter des „Drums & Percussion Studios Warthausen“ und Kopf der Formation „Latin Love Affair“ sowie dem peruanischen Perkussionisten Cesare Gomero waren zwei ausgewiesene Fachleute für latein-amerikanische Rhythmen als Dozenten am Start. Auf Congas und Cajons wurde gruppenweise die Basis für grundlegende rhythmische Begleitpatterns und Schlagfolgen gelegt. Mit dem gebürtigen Biberacher Matthias Daneck (WG-Abitur 1984), professioneller Jazzschlagzeuger und Dozent in Freiburg und Basel, war darüber hinaus ein rhythmisches Multi- und pädagogisches Naturtalent im Einsatz. Ihm gelang es durch speziell zusammengestellte Grooves in verschiedenen Schwierigkeitsgraden, die Teilnehmer auf unterschiedlichstem Niveau zu kleinen Ensembles zu kombinieren und zum gemeinsamen Timing zu führen. Immer wieder setzte er sich dazu auch selbst ans Drumset, stützte wo nötig die einzelnen Spieler und vervollständigte die Rhythmen zu komplexen, klangvollen Gebilden.

Konzentrierte aber auch freudige Gesichter bei den Teilnehmern zeigten, dass Anspannung und Spaß durchaus Hand in Hand gehen können. Dass bei dem Workshop nicht nur Schüler einer Altersstufe sondern etwa auch erwachsene Teilnehmer vom Biberacher Jazzchor oder vom Spielmannszug der TG problemlos zusammenarbeiteten und sich gegenseitig unterstützten ließ aus den Workshops ein generationsübergreifendes fruchtbares Miteinander werden, aus dem alle Teilnehmer auch viele Erfahrungen mit in den Alltag nehmen konnten.

Am Folgetag nutzte eine Reihe von Workshop-Teilnehmern die konzertante Darstellung der Dozenten im Rahmen des gut besuchten „1. Biberacher Trommel- und Perkussionsgipfels“ in der WG-Aula um ihre Kenntnisse zu vertiefen und zu erweitern. Viele waren dabei überrascht, wie virtuos, komplex und faszinierend voll ausgeprägte rhythmische Strukturen sein können, welche musikalischen Möglichkeiten Schlaginstrumente bieten und wie kurzweilig ein immerhin fast dreistündiges Konzert sein kann. Hier war dann auch zu erleben, wie sich die afrikanischen Grooves und modernen Dance-Patterns von „Habama Music“ anhörten. Leider war im Vorfeld offenbar der Respekt vor der Komplexität und dem Anspruch dieser Rhythmen so groß, dass sich nur wenige, zu wenige Teilnehmer für dieses Genre gemeldet hatten. Ergänzt um Vater Uhuru Uhl zeigten Habib und Amadou was auf Djemben, Steeldrum, (E-) Drumset und Orgel-Fußpedal alles möglich ist. Die Begeisterung des Publikums äußerte sich in langanhaltendem rauschendem Beifall.

Zum Finale des Trommelgipfels standen schließlich alle Mitwirkenden, vom großen Percussion-Ensemble des Warthausener „Drums & Percussion Studios“ unter Leitung von Markus Merz über die Jungs von „Habama Music“ mit Uhuru Uhl, Matthias Daneck und den Teilnehmern des Workshops gemeinsam zur großen Schluss-Session auf der Bühne und hätten vor Begeisterung am liebsten gar nicht mehr aufgehört.

 

Text: Helmut Schönecker

 

29.01.2016: Matthias Daneck Trio

Mit frischem Schwung zu „alten“ Meistern

Matthias Daneck Trio mit swingenden Preziosen

BIBERACH – In der Swingära feierte der Jazz nicht nur kommerziell seine größten Erfolge. Ohne Swing sind auch der moderne Jazz und selbst die moderne Popmusik kaum vorstellbar. Swing ist zu einem essentiellen Bestandteil des Mainstreams, zu einem Synonym für Jazz und moderne Rhythmik überhaupt geworden. Die legendären Stücke aus dem Modern Swing haben auch heute noch viele Fans, wie der Publikumsandrang beim Freitagskonzert des Jazzclubs im Biberacher Jazzkeller eindrucksvoll unter Beweis stellte. Der Weg zurück zu den noch nicht gar so alten Meistern wurde jedoch selten so frisch und überzeugend präsentiert wie von dem Wunschtrio des aus Biberach stammenden Freiburger Jazzschlagzeugers Matthias Daneck.

Daneck hat mit dem Stuttgarter Thilo Wagner und dem Tübinger Axel Kühn seine Lieblingsspielgefährten zu einem Traumtrio vereint. Wagner spielt in der ersten europäischen Liga der Swingpianisten und der erdig groovende Kontrabassist Axel Kühn hat seit seiner Finalteilnahme  beim Biberacher Jazzpreise 2006 als mehrfacher Landes-Jazzpreisträger in Baden-Württemberg  eine steile Karriere hingelegt. Alle Musiker sind als Vollprofis auch in anderen Stilen zuhause, ihre Liebe zum modernen Swing ist jedoch unüberhörbar und als Spielfreude auch sichtbar. Bereits die Auswahl der Programmtitel in der Tradition der Jazzpianisten Wynton Kelly, der seinerseits mit Miles Davis, Sonny Rollins oder Dizzy Gillespie unterwegs war, sowie dem stilprägenden, später zum Islam konvertierten afro-amerikanischen Jazzpianisten Ahmed Jamal, der es immerhin bis auf Platz 3 der amerikanischen Pop-Charts schaffte, darf als musikhistorisch wertvoll gelten.

Aus den Erfolgsmusicals von Gershwin, Hammerstein und Cole Porter stammen vor allem die unsterblichen Melodien und einprägsamen Formen mit denen das Daneck-Trio sein Publikum abholte. Weitere bedeutende Jazzstandards mit historischer und stilprägender Bedeutung, wie Ray Nobles „Cherokee“ aus dessen „Indian Suite“ (mit ähnlicher Entstehungsgeschichte wie Dvoraks „Symphonie aus der neuen Welt“) zeigten kompositorische Besonderheiten. In „Cherokee“ stoßen etwa im A-Teil in einem innovativen Dualismus einfache indianische Pentatonik und avancierte Harmonien, im Mittelteil dagegen mit traditioneller europäischer Harmonik zusammen. Vor allem Charlie Parker machte sich, allerdings im irrwitzigen Tempo das Stück zu Eigen. Es steht für die Verschmelzung europäischer mit amerikanischer Musiktradition.

Über jeden der durchweg sehr gefällig dargebotenen Standards ließen sich solche oder so ähnliche Hintergründe erschließen aus denen sich dann schließlich die Band-Philosophie, eine durchaus reflektierte Sichtweise der Musiker auf den Jazz im Allgemeinen und den Swing im Besonderen ergibt. Aber erst, wenn diese Sichtweise sich auch emotional einem Publikum erschließt, ist das ästhetische Ziel erreicht, dem Schönen, Wahren und Guten zu dienen. Unterhaltung wird dabei zu einem angenehmen Nebenzweck. Zwei ausgedehnte Zugaben und strahlende Gesichter bei Musikern und Zuhörern setzten ein Ausrufezeichen hinter einen erfüllten Konzertabend.

gez. H. Schönecker

 

Drums à gogo – 1. Biberacher Trommlergipfel

Am 31.01.2016 um 11:00

Ort: Jazzclub Biberach
(c/o Bruno-Frey-Musikschule, Wielandstraße 27, 88400 Biberach an der Riß)

Beschreibung
Einen ganz besonderen Querschnitt durch die multiple Welt moderner Rhythmen und ein Highlight am oberschwäbischen Schlagzeughimmel gibt es beim „1. Biberacher Trommlergipfel“ zu hören.

Professionelle Schlagzeuger und Perkussionisten aus der Region Biberach bieten eine spannende Zusammenschau von modernen afrikanischen House Beats (Habama Music), lateinamerikanischen Rhythmen für Percussion-Ensemble (Markus Merz und Schüler) und zeitgemäßen Loops im Dance-Jazz-Funk und Ethno-Feeling (Matthias Daneck). Vielleicht gelingt sogar ein großes Jam-Finale aller Beteiligten.

Eintritt 15/12 EUR

Jazz & Rhythm Workshops

Am 30.01.2016 um 10:00

Ort: Wieland-Gymnasium Biberach

Beschreibung
Jazz & Rhythm Workshops für die rhythmusaffine Loopgeneration

Der „Hexenmeister“ Matthias Daneck kocht nach einem Geheimrezept moderne Dancefloor-Grooves und Sounds mit Jazz- und Ethno-Rhythmen unter Anwendung eines von ihm selbst entwickelten Verfahrens des Live-Samplings.

Habama Music – die „café au lait-Brüder“ Habib und Amadou von der Elfenbeinküste (s. Bild) – vermitteln in der Tradition ihres in Biberach bestens bekannten Vaters UHURU Uhl ihren spezifischen Zugang zu modernen House-Beats in Kombination mit traditionellen afrikanischen Rhythmen, vor allem auf der Djembe.

Das Percussion Ensemble des Markus Merz „Drum & Percussion Studio“ Warthausen nutzt die Vielfalt des Instrumentariums der Percussion von Drum-Set bis Small Percussion über alle Arten von Xylophonen.

Die Workshops finden ab 10:00 Uhr am Wieland-Gymnasium statt.

Anmeldungen und weitere Infos zu den Workshops unter vorstand@jazzbiber.de