Archiv – Seite 61 – Jazzclub Biberach e.V.

Stefanie Boltz Quartett

Am 07.10.2016 um 20:30

Ort: Jazzclub Biberach
(c/o Bruno-Frey-Musikschule, Wielandstraße 27, 88400 Biberach an der Riß)

Beschreibung
Stefanie Boltz: Love, Lakes & Snakes

Elektrisierender Vocal-Jazz
Acoustic Pop

„Die Vocal Lady hat sich und ihren Sound gefunden“, schreibt der Merkur über Stefanie Boltz. Und dieser Sound hat es in sich. Ihr Solo-Debut „Love, Lakes And Snakes“ ist ein atmosphärisches Kleinod aus sehr persönlichen Eigenkompositionen, die man am treffendsten als Acoustic Pop bezeichnen könnte. Die Musik ist ebenso nuancenreich und dynamisch wie ihre Stimme: Von intim hauchend bis kraftvoll und bluesig anpackend, von seelenvoll schwebend bis cool groovend, Stefanie Boltz erzählt vierzehn gefühlvolle Geschichten, die unter die Haut gehen.

Aufsehen erregte die Münchnerin als singende Hälfte des preisgekrönten Duos „Le Bang Bang“ mit Sven Faller, das zuletzt von ELLE zur „1. Liga“ der Münchner Szene ernannt wurde und mit dem sie mittlerweile auf zahllosen renommierten Bühnen zu Gast war. Für Love „Love, Lakes And Snakes“ hat sie eine hochkarätige Band um den namhaften Bassisten und Produzenten zusammengestellt, die aus zentralen Akteuren der deutschen Szene besteht.

Die Spannbreite ihrer stimmlichen Ausdrucksmöglichkeiten hat Stefanie Boltz eine vielseitige Karriere beschert. So flüsterte sie, scattete 8-stimmig und beatboxte in der preisgekrönten Acappella- Formation „Slixs“, die mittlerweile mit Bobby McFerrin auf Tour ist, interpretierte dadaistische Texte, stand im Studio für Film-, TV- und Kindermusik, arbeitete jahrelang als DJane, führte unter der Regie von Georgette Dee und Gayle Tufts in der Vocal Girl Group „The Croonettes“ musikalische und dramaturgische Aspekte zusammen. Gemeinsam mit dem Joe Pass-Schüler Philipp Stauber tauchte sie im Duo tief in die Jazz-Tradition ein.

Besetzung:
Stefanie Boltz (Gesang)
Paulo Morello (Gitarre)
Sven Faller (Kontrabass)
Christoph Huber (Schlagzeug)

„Sie stöhnt, haucht, klagt, gibt sich der Musik hin und schafft so Musik mit Charakter zwischen Gospel, Blues, Pop & Jazz. Großartig!“ Lichtung

„Überströmend vor Temperament: Gesang mit allen Sinnen und unbändiger Lebenslust!“ Südwest Presse

„Wandlungsfähig und ausdrucksstark. Einfach genial.“ Jazzpodium

„Wie ein atmender Organismus wirkt das Ganze, Musik hat bei diesem Quartett eine physische Präsenz und subtile Sinnlichkeit. Hier grenzt keiner den anderen aus. Stefanie Boltz und ihre Band agieren mit eigenem Kopf.“ Münchner Merkur

„Man reibt sich die Augen: Enormes Ausdrucksvermögen. Ideenreiche Improvisationsgabe.“ Allgemeine Zeitung

„Boltz benutzt ihre Stimme wie ein äußerst differenzierbares Instrument, moduliert präzise und sparsam, aber doch ungeheuer variantenreich.“ Süddeutsche Zeitung

Eintritt 15/12 EUR

Reservierungen unter < kasse@jazzbiber.de > bis spätestens 12:00 Uhr am Tag des Konzerts.

23.09.2016: Offshore

Preisgekrönte Kölner Band begeistert im Jazzkeller

Offshore – Ein Name wird Programm

BIBERACH – Die mehrfach preisgekrönte Gruppe „Offshore“ aus der Kölner Jazzschmiede spielte zur Eröffnung der Herbstsaison des Biberacher Jazzclubs im gut besuchten Jazzkeller ausschließlich Eigenkompositionen abseits ausgetretener Pfade. Kein einziger Coversong war dabei zu hören. Es gab keine noch so versteckten bekannten Motive oder gar Melodien, denen es nachzuspüren lohnte. Es erklangen keine eingängigen sich permanent wiederholende Rhythmuspatterns und die stark erweiterte Tonalität zerfloss an ihren Grenzen. Die reichhaltige Harmonik hatte sich ihrer Fesseln entledigt und das musikalische Standardvokabular schien nicht mehr zu greifen. Die erfrischend andersartige Musik stieß trotz oder gerade wegen ihrer Unbestimmtheit und Andersartigkeit bereits nach dem ersten Titel auf überraschte und zustimmende Begeisterungsäußerungen im Publikum.

Mit einem feinen Gespür für das richtige Maß an musikalisch Neuartigem und der ausgeprägten Fähigkeit zum Schaffen nachvollziehbarer formaler Strukturen, einer plastischen Textur der inneren Grammatik, an der jeder der fünf jungen Musiker in souveräner Eigenständigkeit beteiligt war und gleichermaßen gestalterische Verantwortung im interaktiven Geflecht konträr aufeinander bezogener Kontrapunkte übernahm, gelang „Offshore“ zuweilen das ganz Besondere. Die Gegensätze hoben sich auf, die polyphone Autonomie des Einzelnen verschmolz zu einem hin- und mitreißenden Ganzen, die Stücke entwickelten einen straffen, packenden Groove und in die von allen zuckersüßen Leckereien befreiten Gehörgänge strömte mit kraftvoller Opulenz eine sauerstoffreiche, erfrischende und belebende Prise „Offshore-Jazz“ voller Fantasie und Spontanität.

Die etwas ungewöhnliche Besetzung aus Sopran- bzw. Tenorsaxophon (Christoph Möckel), Vibraphon (Dierk Peters), Klavier (Constantin Krahmer), Kontrabass (Oliver Lutz) und Schlagzeug (Fabian Rösch) steht für klangliche Vielfalt und Transparenz gleichermaßen. Dierk Peters zeichnete, neben dem sensibel agierenden Pianisten Constantin Krahmer, auch für die meisten Kompositionen verantwortlich. Er spielte sein Vibraphon, abgesehen von einem einzigen manuell fabrizierten solitären Vibratoeffekt, ganz untypisch völlig ohne Vibrato, was der Transparenz des Gesamtklanges durchaus guttat. Auch von Bass und Schlagzeug kamen stimulierende, mitunter überraschende aber niemals dominierende Beiträge, die sich wie Christoph Möckels Saxophon organisch in den Bandsound integrierten. Hätte in klassischen Bandkonzepten fast schon naturgesetzlich das Saxophon als einziges echtes Melodieinstrument das musikalische Geschehen überstrahlt, so ist Möckel hoch anzurechnen, dass er bei aller Virtuosität und Expressivität den „primus inter pares“ verkörperte und sich dienend dem Bandkonzept unterordnete.

Nach der das offizielle Programm beschließenden Komposition „Copland“, als Hommage an den vom Saxophonisten zum Pianisten mutierten amerikanischen Jazzmusiker Marc Copland geschrieben, erklatschte sich das begeisterte Publikum gleich zwei Zugaben.

 

gez. Dr. H. Schönecker

Offshore

Am 23.09.2016 um 20:30

Ort: Jazzclub Biberach
(c/o Bruno-Frey-Musikschule, Wielandstraße 27, 88400 Biberach an der Riß)

Beschreibung
2009 gründete sich die Band Offshore aus Studenten der Hochschule für Musik und Tanz in Köln. Ihr Repertoire besteht ausschließlich aus Eigenkompositionen, die speziell auf die besondere Besetzung zugeschnitten sind und stets allen fünf Musikern reichlich Freiheiten gewähren. Eingängige Melodien und Rhythmen werden improvisatorisch an spontane Ideen angepasst. Bestehende Formteile werden geöffnet, neue hinzu improvisiert und ganze Stücke miteinander verbunden. Mit anderen Worten: aus der Quelle der Komposition wird geschöpft, was der Moment gerade musikalisch einfordert.

Die Band Offshore spielte unter anderem beim Bayerischen Jazzweekend 2010, dem WDR Jazzfest Köln 2013, der Jazzwoche Burghausen 2013, dem Jazzfestival Saarbrücken 2014, Jazzlights Oberkochen 2014 und der Jazzrally Düsseldorf 2015. Sie ist Preisträger des internationalen Nachwuchspreises „Startbahn Jazz 2010″, des „CONVENTO Jazzpreis 2011“ sowie Finalist und Solistenpreisträger (Dierk Peters) beim Europäischen Jazzpreis der Jazzwoche Burghausen 2011. Im Februar 2013 hat die Band ihr Debüt-Album „Côte De Cologne“ in der „Next Generation“-Reihe der JazzThing veröffentlicht und dieses 2013 im Rahmen von rund 40 Konzerten präsentiert.

Mit „Rootville“ (Doublemoon Records) liegt nun das zweite Album vor, über das die JazzThing (Ausg 9/14) schreibt :

„In dieser dichten, atmosphärischen, dramaturgisch vorbildlichen, harmonisch opulenten, kompositorisch anspruchsvollen und doch zugleich zugänglichen, die Fantasie anregenden Musik vermisst man nichts.“

Besetzung:

Christoph Möckel (Tenor-/Sopransax)
Dierk Peters (Vibrafon)
Constantin Krahmer (Klavier)
Oliver Lutz (Bass )
Fabian Rösch (Schlagzeug)

www.offshore-quintett.de
https://www.facebook.com/offshore.jazz/

03.06.2016: Lorenz Kellhuber

Gelungene Überraschung im Jazzkeller

Lorenz Kellhuber – Exerzitien statt B3 Power

BIBERACH – Der für das letzte Freitagskonzert des Jazzclubs vor der Sommerpause angekündigte Fusion-Mix aus Jazz und Rock von dem Quartett „B3“ aus Berlin musste krankheitsbedingt leider sehr kurzfristig abgesagt werden. Durch einen glücklichen Zufall war jedoch der mehrfach preisgekrönte Pianist Lorenz Kellhuber gerade in Süddeutschland unterwegs und konnte noch eine Station beim Biberacher Jazzclub einschieben. Und obwohl stilistisch völlig anders geartet, mussten auch diejenigen Gäste, welche die Programmänderung der Tagespresse nicht mehr entnehmen konnten, keine Enttäuschung hinnehmen.

Natürlich war der Sound ein völlig anderer. Und wer den prickelnden Klang der legendären Hammond B3 im rockigen Band-Ambiente erwartet hatte, musste seine Hörgewohnheiten kräftig umstellen. Dennoch war es nicht nur Lorenz Kellhubers  als Zugabe dargebrachte, durch den „Rhythm & Blues“ der späten 60er inspirierte Ballade „Little Wing“ von Jimi Hendrix, die jene Fusion verschiedenster Stilelemente unter dem Übergriff „Jazz“ überzeugend vermitteln konnte.

Lorenz Kellhuber Solo heißt, nach Ansage des Künstlers, ihm auf teils verschlungenen, teils aber auch äußerst geradlinigen Pfaden, immer aus der Perspektive des Jazz, durch kreative Tastenwelten hindurch zu folgen und in ein schillerndes Universum mal komplexer, mal minimalistisch meditativer Strukturen einzutauchen. Ließ Kellhubers erster Titel ohne Namen, vom pianistischen Anspruch, von der Ausdehnung und von der formalen Anlage her durchaus mit dem Kopfsatz einer großen klassischen Sonate zu vergleichen, noch an pianistische Vorbilder wie den ebenfalls klassisch ausgebildeten Keith Jarrett denken, so führte der kontrastierende zweite Titel, gewissermaßen als zweiter Satz in eine vollkommen andere Welt.

Psychedelische Anklänge oder auch Inspirationen durch die „Minimal Music“ kennzeichneten einen durch  einen kurzen harmonisch-melodisch gefälligen Rahmen eingefassten, schier endlos langen Mittelteil, der seinerseits auf einer vielhundertfach repetierten und dabei einer allmählichen Metamorphose unterworfenen Sekundfigur beruhte. Dieses Konstrukt führte entweder ins künstlerisch erfüllte Nirwana kontemplativer Vergeistigung oder aber bei ungeduldigen Zeitgenossen – wie manche suchende Blicke vielleicht suggerieren wollten – in die schiere Verzweiflung. Wer in größeren Zusammenhängen hörte, konnte die Repetitionsfigur jedoch als strukturelles Rückgrat begreifen, als Fels in einer Brandung aus synkopisch darunter und darüber gesetzten Akkordtürmen analog den elektronisch generierten Loops in zeitgenössischen HipHop- und Dance-Grooves. Für einen (Jazz-) Pianisten stellt dies eine echte Herausforderung dar, an der sich gleichwohl seit der barocken Passacaglia oder Chaconne in einer langen Tradition immer wieder die größten Meister virtuos-polyphoner Spieltechniken gemessen haben.

Heiter und beschwingt, ja beinahe tänzerisch ging es nach der Pause in der Art eines „Scherzo“, dem beliebten dritten Satz klassischer Sonaten, kurzweilig weiter. Als aber darauf bereits die Zugabe folgte, wurde dem konzentrierten Hörer überrascht klar, dass der Konzertabend bereits nach dem vierten Stück zu Ende ging. Ein großer Meister seines Faches, völlig zu Recht erster deutscher Gewinner der renommierten „Parmigiani  Montreux Jazz Solo Piano Competition 2014“ und bereits 2010 Finalist beim Biberacher Jazzpreis, spannte hier einen großen Spannungsbogen in einem frei improvisierten abendfüllenden Solokonzert. So hören sich Sieger an.

gez. H. Schönecker

Lorenz Kellhuber – Piano

Am 03.06.2016 um 20:30

Ort: Jazzclub Biberach
(c/o Bruno-Frey-Musikschule, Wielandstraße 27, 88400 Biberach an der Riß)

Beschreibung
Leider musste die Band B3 krankheitsbedingt kurzfristig absagen. Es ist uns gelungen, einen tollen Ersatz zu verpflichten: Lorenz Kellhuber (piano).

„Einer der interessantesten Jazzpianisten seiner Generation“ (Fono Forum)

„Er ist schon ein Teufelskerl, dieser Lorenz Kellhuber.“ (Jazz thing)

„Unglaublich gelassen und erfahren“ (Jazzpodium)

„Diese energiegeladene, innovative Musik gehört zum spannendsten, das ich seit langem gehört habe. Chapeau!“ (Concerto)

„State Of Mind“ EPK: https://youtu.be/JLGjQPG-lQE

Lorenz Kellhuber Trio – „Down Under“: https://youtu.be/osaaOk-Rw_8

Soundcloud: https://soundcloud.com/lorenzkellhuber

Website: www.lorenzkellhuber.com

Nicht erst seit seinem zweiten, von der Presse hoch gelobten Album „Cosmos“ gilt Lorenz Kellhuber als außergewöhnliches Talent in der Jazzszene. Im Sommer 2014 kührt ihn Monty Alexander als ersten deutschen Musiker zum Sieger der renommierten Parmigiani Montreux Jazz Piano Solo Competition. Im Juli 2015 spielte Lorenz Kellhuber dann beim 49. Montreux Jazz Festival und kürzlich wurde er in der Kategorie „Newcomer des Jahres“ für den Echo Jazz 2016 nominiert.

Eintritt 15/12 EUR

Reservierungen unter < kasse@jazzbiber.de > bis spätestens 15:00 Uhr am Tag des Konzerts.

13.05.2016: Swingin‘ Woods

Swingende Leichtigkeit mit der Barbara Bürkle Band im Biberacher Jazzclub

Swingin‘ Woods – Ein Name wird Programm

BIBERACH – Zum 50. Todestag von Nat „King“ Cole, dem legendären afroamerikanischen Jazzpianisten und Sänger im Grenzbereich zwischen Jazz und Pop, brachte Barbara Bürkle mit ihrer Band im vergangenen Jahr unter dem Titel „Swingin‘ Woods“ eine Tribute-CD heraus, die nun im Biberacher Jazzkeller den Löwenanteil eines vom Publikum begeistert aufgenommenen Programms ausmachte. Vor allem die swingende Leichtigkeit und die warme, leicht rauchige Stimme des großartigen Vorbildes kamen in den neuarrangierten Songs bestens zur Geltung. Cole’s historischem Verdienst um kleine, transparente Besetzungen ohne Schlagzeug, trug die unverkennbar swingfreudige Bandbesetzung aus Klavier (Thilo Wagner), Kontrabass (Jens Loh) und Gitarre (Christoph Neuhaus in Vertretung des erkrankten Lorenzo Petrocca) eindrucksvoll Rechnung.

Natürlich durften die großen Nat „King“ Cole Hits, wie das zum Standard gewordene „Gee, Baby, Ain’t I Good to You“ oder dem von Bürkle herausragend interpretierten „Nature Boy“ nicht im Programm fehlen, welches zusätzlich durch gefällige Swingtitel von Cole Porter oder Georg Gershwin aufgelockert wurde. Dabei beschränkten sich die Stücke keineswegs auf Coverversionen der Originale. Eine lebendige Auseinandersetzung mit den Sujets, überraschende, witzige und durchweg auch hochvirtuose Improvisationen ließen die Wogen der Begeisterung im bis auf den letzten Platz besetzten Jazzkeller immer wieder hochkochen.

Dem „virtuellen“ Duett „Unforgettable“ mit ihrem verstorbenen Vater verdankte die Anfang des Jahres ebenfalls verstorbene Natalie Cole drei Grammys und Barbara Bürkle eines der Highlights im Freitagskonzert des Jazzclubs. Im Unterschied zu „King“ Coles legendärer, immer etwas zu tief angesetzter Intonation saß bei Bürkle auch in den virtuosesten Passagen jeder Ton genau richtig. Ihre samtweiche, natürliche und lediglich in den allertiefsten Lagen etwas flachere Stimme kam besonders in den Balladen zur Geltung. Wie ihre hochkarätigen Mitstreiter hatte sie jedoch auch in den rasantesten Swingtiteln keinerlei Mühe. Ganz im Gegenteil. Gerade in den schnellen Nummern blühte das Quartett, allen voran der in geradezu genialer Leichtigkeit swingende Thilo Wagner, regelrecht auf, die Spielfreude wurde fast mit Händen greifbar und übertrug sich unmittelbar auf ein zunehmend gut gelauntes Publikum.

Zum absoluten Höhepunkt des Abends geriet Barbara Bürkle, die ihre Songs auch geistreich anmoderierte, das im Duo mit dem kurzfristig für Petrocca eingesprungenen und seinerseits hochdekorierten „Ersatz“ – Gitarristen Christoph Neuhaus. Charlie Chaplins legendärer Titel „Smile“ aus dem Spielfilm „Moderne Zeiten“ erlebte, wie seinerzeit durch Nat „King“ Cole eine tiefempfundene Reinkarnation. Ein ausgedehntes und weitausholendes Intro von Neuhaus näherte sich, diese konzentrisch umkreisend, allmählich der Kernmelodie an, die dann von Bürkle zärtlich aufgegriffen und in knisternd prickelnder Sanftheit ausgestaltet wurde, bevor in einer weiteren Gitarrenimprovisation dann auch die Rückseite der Medaille vorgestellt wurde.

Mit einer stimmungsvollen Interpretation des Klassikers „When I Fall In Love“ als Zugabe verabschiedete sich die alles andere als „hölzern“ swingende Formation aus der Landeshauptstadt. In den „Swingin‘ Woods“ fanden sich die aus Holz gemachten, natürlich schwingenden, akustischen Instrumente der Formation in einer fruchtbaren Synthese mit Bürkles sympathisch-natürlicher und nur dezent verstärkten Stimme zusammen, der Name war Programm geworden.

gez. H. Schönecker