Archiv – Seite 61 – Jazzclub Biberach e.V.

Subtone

Am 29.04.2016 um 20:30

Ort: Jazzclub Biberach
(c/o Bruno-Frey-Musikschule, Wielandstraße 27, 88400 Biberach an der Riß)

Beschreibung
Das Quintett spielt am Freitag 29. April um 20:30 Uhr im Biberacher Jazzkeller. Die Musiker von Subtone überzeugen durch emotionalen Tiefgang und musikalische Substanz. Die Namen lesen sich wie eine All-Star-Besetzung des deutschen Jazz.

Trompeter Magnus Schriefl ist der Gewinner der National Trumpet Competition in den USA und macht in Deutschland durch sein Quartett „Blume“ auf sich aufmerksam. Saxofonist Max von Mosch gewann zahlreiche Preise, darunter den Biberacher Jazzpreis 2001. Seine Karriere ist untrennbar mit der Band max.bab verbunden. Pianist Florian Hoefner tourt international mit seiner Florian Hoefner Group und hat bereits zwei CDs beim amerikanischen Label OA2 Records veröffentlicht. Peter Gall ist einer der angesagtesten Jazzschlagzeuger in Deutschland und spielt mit Gruppen wie Jasmin Tabatabai oder dem Rainer Böhm Quartett. Bassist Matthias Pichler ist einer der meistbeschäftigten Bassisten Europas, er ist u.a. mit dem Andromeda Mega Express Orchestra, Thomas Rückert oder Jason Seizer zu hören.

Subtone trat in den letzten Jahren auf vielen Festivals auf. Höhepunkt war der dreifache Triumph beim Internationalen Jazz-Wettbewerb „Tremplin Jazz d‘ Avignon“ 2008 (Studiopreis, Publikumspreis, Solistenpreis).

Alle Bandmitglieder tragen Kompositionen bei. Die Stücke sind trotz hintergründiger Komplexität sehr melodiös und atmosphärisch intensiv.

Besetzung: Magnus Schriefl (tr, flh), Max von Mosch (ts), Florian Höfner (p), Matthias Pichler (b), Peter Gall (dr).

Eintritt 15/12 EUR

Reservierungen unter < kasse@jazzbiber.de > bis spätestens 15:00 Uhr am Tag des Konzerts.

23.04.2016: Biberacher Jazzpreis 2016 (Konzert: Joo Kraus & Ralf Schmid)

Herzschlagfinale beim Biberacher Jazzpreis 2016

Junge Schweizer Band „Shane“ gewinnt den internationalen Jazzwettbewerb

BIBERACH – In einem mit über 40 Formationen aus neun europäischen Ländern selten so international und hochkarätig besetzten Bewerberfeld konnte sich beim diesjährigen Biberacher Jazzpreis für jugendliche Jazzmusiker/-innen mit „Shane“ aus Steffisburg erneut eine Formation aus der Schweizer Jazzschmiede in Bern durchsetzen. In einem Herzschlagfinale in der Biberacher Stadthalle schoben sich die jungen Schweizer im Juryurteil knapp vor die Publikumsfavoriten, das „Amaury Faye Trio“ aus Brüssel und konnten damit eine Urkunde sowie die Siegprämie in Höhe von 2000€ aus der Hand des Jury-Vorsitzenden Dieter Ilg entgegennehmen.

Zur Verkürzung der Wartezeit während der Jurybesprechung boten Echopreisträger Joo Kraus an Trompete und Loopgenerator im Duo mit dem mehrfach preisgekrönten Freiburger Professor für Jazzpiano Ralf Schmid in einem Kurzkonzert kurzweilige Kostproben aus ihrem umfangreichen Œvre.

Nach einem kurzen Blick in die Geschichte des Biberacher Jazzpreises durch Kulturamtsleiter Klaus Buchmann und den Vertreter des Jazzclubs in der Jury, Helmut Schönecker, begann die Preisverleihung. Dieter Ilg, der im kommenden Monat in Hamburg für „Mein Beethoven“ seinen dritten Echopreis in Folge als „Instrumentalist des Jahres“ entgegennehmen darf, würdigte „Shane“ insbesondere dafür, dass sie sich mit einer Quartett-Formation ohne Harmonieinstrument bereits einer besonderen Herausforderung stellten. Die damit verbundenen stilistischen und strukturellen Erfordernisse wurden jedoch hervorragend gemeistert. Ein druckvolles Kontrabassspiel (Jérémie Krüttli) und ein relaxt und filigran mit guter Strukturierung und feinsinnigen Akzentuierungen rhythmisch vielschichtig begleitendes Schlagzeug (Philipp Leibundgut) legten die Basis für transparente Strukturen innerhalb derer die beiden Saxophonisten Gabriel Wenger und Michael Gilsenan ihre plastischen Melodien und virtuosen Improvisationen entfalten konnten. Besonders Gilsenan, der auch für alle Kompositionen verantwortlich  zeichnete, entwickelte in seinem rhetorisch geprägten Spiel weite Spannungsbögen von großer Individualität und Tiefe.

Der direkt von der Fachmesse „jazzahead!“ aus Bremen angereiste Münchner Kulturjournalist und Kurator des BMW World Jazz Awards Oliver Hochkeppel überreichte den zweiten Preis mit launigen Worten im Fußball-Jargon an das Trio um den brillanten Jazzpianisten Amaury Faye aus Brüssel, welches bereits zuvor aus den Händen des Biberacher Kulturdezernenten Dr. Jörg Riedlbauer für seinen eindrucksvollen Auftritt den Publikumspreis in Empfang nehmen durfte. Den von ihm selbst gestifteten Kompositionspreis in Verbindung mit dem dritten Preis überreichte Professor Frank Sikora an das Jannis Wolff Quintett. In seiner aus Rücksicht auf die Musiker in Englisch gehaltenen Begründung verwies er auf die hohe kompositorische Komplexität der vorgestellten dreiteiligen Suite sowie auf die Experimentierfreudigkeit, Originalität und Expressivität der aus Ungarn, Equador und Slowenien stammenden Musiker um den deutschen Schlagzeuger Jannis Wolff, die sich in Rotterdam und Kopenhagen beim Studium kennengelernt hatten.

Der Mannheimer Hochschulprofessor Jürgen Seefelder bedankte sich bei der Überreichung des vierten Preises mit lobenden Worten für eine im perfekten Retrostil der 40er- und 50er-Jahre gebotene Vorstellung des „Pascal Bartoszak Quartetts“ aus Köln und Essen. Unter dem Motto „Back to Trad“ hatte die Gruppe, die aus dem Landesjugendjazzorchester NRW hervorging, 2015 ihre erste CD herausgebracht, mit dem Weg in die Vergangenheit nach Ansicht der Jury jedoch die falsche Richtung eingeschlagen. Der fünfte Preis ging schließlich an „moment’s concept“ aus Leipzig, deren hochinteressantes Konzept aus dem Reich der darstellenden Musik in der Wettbewerbssituation vielleicht etwas wenig Raum für die Spontaneität des Augenblickes ließ.

15.04.2016: Beat Kaestli & Walter Fischbacher Trio

Gediegene Unterhaltung auf Weltklasse-Niveau

Alpenländische Urgesteine auf Heimaturlaub

BIBERACH – Die alpenländischen Urgesteine, Beat Kaestli aus Bern und Walter Fischbacher aus Wien mit seinem international besetzten Trio, seit vielen Jahren als Fremdenlegionäre in den Staaten und auch weltweit in Sachen Jazz unterwegs, erfreuten auf Einladung des Jazzclubs beim Freitagskonzert zahlreiche Fans des eher traditionell gehaltenen Vocal Jazz. Gehobene Stimmung und zufriedene Gesichter bei Publikum und Musikern gleichermaßen, reißender CD-Absatz sowie gleich zwei Zugaben zeugten von einem erfolgreichen Konzertabend.

 

Mit gelegentlichen Scateinlagen aufgelockert, entführte die samtig einschmeichelnde Stimme des seit seinem Studium an der Manhattan School of Music (1993) in NY lebenden Beat Kaestli die Besucher im voll besetzten Jazzkeller in die Welt der großen Swing-Entertainer der 1930er und 40er Jahre. Mit einem Stipendium der Ella Fitzgerald Stiftung drückte Kaestli vor rund 10 Jahren an der Aaron Copland School of Music in Queens nochmal die Schulbank und beendete sein Zweitstudium mit einem Master Degree. Als favorisierter Sänger des legendären Glenn Miller Orchesters und „Kulturbotschafter“ der Schweiz tingelte er fortan einige Jahre um die Welt. Gerade erst zurück von einer Nordafrika-, Indien- und Kalifornien-Tournee zeigte der weitgereiste Tausendsassa im Rahmen seiner CD Releasetour „Live in Europe“ auch im beschaulichen Biberach seine hohen Entertainment-Qualitäten. Sein drolliges Schwyzerdütsch ließ dabei die launigen Moderationen nicht minder interessant als seine Stücke erscheinen.

 

Neuinterpretationen und Arrangements von Oldies, wie etwa der als Opener gebrachte Titel „Blackbird“ von den Beatles, das Romberg/Hammerstein-Evergreen „Softly as in a morning sunrise“, dem Jazzstandard „Body & Soul“ oder Gershwins „Summertime“ sowie eingängige Eigenkompositionen in Schlagerqualität, verblieben dabei weitgehend im traditionellen eklektischen Stil. Eine für August geplante CD Release-Show im legendären New Yorker Jazzclub „Birdland“ zeigt dabei, dass er mit seinem nicht gerade in der vordersten Jazz-Avantgarde angesiedelten Stil durchaus den Geschmack des breiten (amerikanischen) Publikums trifft. Eine Neuinterpretation der Volksweise „La Haute sur la montagne“ über ein altes Chalet in der Romandie ragte als Highlight heraus und ging in ihrer intensiven Emotionalität direkt unter die Haut.

 

Das fachkundige Biberacher Publikum, erkannte zur Überraschung des Sängers die beiden Disco-Titel aus den 90er Jahren, die er zu einem neuen Arrangement verquirlt hat. Die Nennung der Originaltitel und Interpreten („Here Comes the rain Again“ von den Eurhythmics und „Missing“ von Tracey Thorn und Ben Watt die als Popduo „Everything but the Girl“ auftraten) brachten der Gewinnerin eine kostenlose CD mit Autogramm ein.

 

Auf der mitgebrachten PA-Anlage lieferte das „Walter Fischbacher Trio“ einen Spitzen-Sound, der besonders dem erstaunlich gut klingenden Mikro-Schlagzeug des gebürtigen Österreichers und Wahl-New Yorkers Andy Winter zugutekam. Auch am Bass-Sound des tschechischen Kontrabassisten Petr Dvorsky, der als mehrfacher Preisträger internationaler Wettbewerbe auch als Mitglied der Bigband des Tschechischen Rundfunks, Begleiter von Ingrid Jensen und Wynton Marsalis sowie als Redakteur der Jazz-Zeitschrift JAM tätig ist, gab es nichts zu mäkeln. Kraftvolle, inspirierte Klavierimprovisationen kamen von  Bandleader Walter Fischbacher, der vor Veranstaltungsbeginn kurzerhand auch dem Kawaiflügel noch eine neue Stimmung verpasste. Der „Super-Funky-Man“, der in NY auch ein Tonstudio betreibt, kam nach einer klassischen Ausbildung als Konzertpianist zum Jazz und ist seither gefragter Sideman (Randy Brecker, Chico Freeman, Ingrid Jensen). Sein souveränes Klavierspiel und die, trotz ihrer Virtuosität eher abgeklärt und unterkühlt wirkenden, dabei stilistisch äußerst vielseitigen Improvisationen setzten immer wieder Höhepunkte und erhielten verdienten Szenenapplaus.

 

 

gez. H. Schönecker

 

 

Beat Kaestli & Walter Fischbacher Trio

Am 15.04.2016 um 20:30

Ort: Jazzclub Biberach
(c/o Bruno-Frey-Musikschule, Wielandstraße 27, 88400 Biberach an der Riß)

Beschreibung
Nach einer Dekade als international tourender Recording Artist feiert der CH/US-Sänger Beat Kaestli auf seiner Frühlingstournee in der CH und in D ein 10-jähriges Jubiläum und auch den Release seiner Live-CD „10 Years and Counting“. Diese CD entstand letzten Frühling auf der Europatournee in Tschechien, der Slowakei, Deutschland und Österreich mit dem Walter Fischbacher Trio und ist ein Rückblick auf seine fünf Solo-CDs sowie eine Vorschau auf neue Projekte, neue Songs und Arrangements.

Mit seinen einzigartigen Interpretationen von internationalen Standards, Pop/Rock-Hits und Volksliedern begeistert Kaestli das Publikum auf fünf Kontinenten und präsentiert, mit seiner Mischung aus Jazz, R&B und Latin Rhythmen, bekannte Stücke und Eigenkompostionen auf eine neue, unvergessliche Weise.

Auch auf dieser Tournee wird Beat Kaestli vom hochkarätigen Walter Fischbacher Trio unterstützt.

Besetzung: Beat Kaestli (voc), Walter Fischbacher (p), Petr Dvorsky (b), Andy Winter (dr)

Bio Beat Kaestli:
Beat Kaestli ist ein international anerkannter Sänger, Songwriter, Produzent und Arrangeur. 1993 siedelte er nach New York um, um dort mit einem Stipendium sein Studium an der renommierten Manhattan School of Music zu vollenden und 2008 seinen Masters am Queens College mit dem Ella Fitzgerald Stipendium abzuschließen. Er studierte neben zeitgenössischen Jazzgrößen wie Jane Monheit, Jason Moran und Stefon Harris und etablierte sich bald in der brodelnden Jazzscene Manhattans. Seither spielt er u.a. mit Esperanza Spalding, Jon Hendricks, Clarence Penn, Hendrik Meurkens, Billy Drummond und Victor Prieto in Clubs sowie dem Blue Note, Birdland und dem JazzStandard in New York; 2005 sang er mit dem weltbekannten Glenn Miller Orchestra. Seit dem Release des Kritikerlieblings „Happy Sad and Satisfied“ (2006) tourt er weltweit mit seinen eigenen Projekten und präsentiert seine Musik an bekannten Festivals und in Clubs in den USA, Kanada, Mexico, Zentral- und Südamerika, Asien, Australien und Europa. 2009 veröffentlichte er seinen europäischen Songtribut „Far From Home“ (B+B Productions) und 2010 war der internationale Release von „Invitation“ mit dem renommierten New York Label Chesky Records, welches wieder ganz dem amerikanischen Standard gewidmet war. Diese CD brachte einen 12-monatigen Showcase auf Swiss Airlines und beide CDs, „Far From Home“ und „Invitation“, waren Teil der Official 2010 GRAMMY Selection for „Best Jazz Vocal Album“. Seine Musik wird weltweit am Radio und im Fernsehen gespielt, und im letzten Jahr wurde auch seine neuste CD „Collage“ (Unit Records) bei Swiss Air International vorgestellt.

Bio des Walter Fischbacher Trios:
Walter Fischbacher ist ein östereichischer Pianist, Komponist und Studioingenieur mit einer erfolgreichen Solo- und Bandleaderkarriere, u.a. auch mit seinem bekannten Trio „Phishbacher“. Er lebt in New York, und seit über 15 Jahren tourt er die Welt und ist auch speziell in Tschechien und Slovakien ein gern gesehener Gast.

Petr Dvorsky ist seit den frühen 90er Jahren ein wichtiger Teil der tschechischen Jazzszene und wurde durch sein versiertes und kraftvolles Basspiel u.a. von den „Czech Jazz Society Awards“ als „Talent des Jahres “ nomminiert.

Der östereichische Schlagzeuger Andy Winter pendelt zwischen Berlin, New York und Wien und rundet mit seinem perfekten Timing diese außergewöhnliche Besetzung wunderbar ab. Er studierte in NYC und spielt seither mit Jazzgrößen wie Brad Meldau, Larry Holdings und Ron Carter. Seine Vielseitigkeit führte ihn vom Jazz zum R&B und Gospel zu Cirque de Soleil und zum Broadway, sowie TV- und Radio Shows .

www.beatkaestli.com
www.walterfischbacher.com/beat

Eintritt 15/12 EUR

Reservierungen unter < kasse@jazzbiber.de > bis spätestens 15:00 Uhr am Tag des Konzerts.

Mit Unterstützung von Pro Helvetia, Schweizer Kulturstiftung.

Ordentliche Mitgliederversammlung 2016

Am 15.04.2016 um 19:00

Ort: Jazzclub Biberach
(c/o Bruno-Frey-Musikschule, Wielandstraße 27, 88400 Biberach an der Riß)

Beschreibung
Liebe Jazzfreundin, lieber Jazzfreund

Wie jedes Jahr im Frühling laden wir auch dieses Jahr ein zu unserer Jahreshauptversammlung am 15. April 2016 um 19:OO Uhr im Jazzkeller.
Am gleichen Abend um 20:30 findet das Konzert von Beat Kaestli und dem Walter Fischbacher Trio statt; wenn Sie also die kleine „Pflicht“ erfüllen, an der Mitgliederver-sammlung teilzunehmen, was ja auch das „Recht des Mitredens“ beinhaltet, werden Sie unmittelbar darauf durch das Konzert belohnt.
Dieses Jahr stehen keine Wahlen an und die Tagesordnung lautet wie folgt:
1.Begrüßung
2.Berichte der Mitglieder des Vorstands
3.Bericht der Kassenprüfer
4.Entlastung des Vorstands
5.Verschiedenes

Renate Necker (Schriftführerin)

18.03.2016: Duo Eric Séva – Serge Merlaud

Volles Haus beim Freitagskonzert des Jazzclubs

Modern Jazz und französische Musettewalzer aus der Pariser Käsestraße

BIBERACH – Eric Séva interpretierte mit seinem butterweich gespielten Tenorsaxophon im Jazzkeller vor einem begeisterten, teilweise sogar aus dem fernen Stuttgart angereisten, überwiegend frankophilen Publikum eingängige Jazzstandards und „Valse Musette“ mit starkem Jazzeinschlag. „Musette Neuve“, diesmal nicht zusammen mit ZAZ im „Nouvelle Chanson“, wie bei den letzten Stuttgarter „Jazz Open“ sondern mit Serge Merlaud, einem der interessantesten französischen Jazzgitarristen unserer Zeit. Sein sanfter Gibson-Sound unter Vermeidung klanglicher und dynamischer Extreme verband sich mit dem warmen Saxophonklang zu einem gediegenen, entspannten Wellness-Event mit ausgedehnten „Traumsequenzen“.

Besinnliche Balladen und beliebte Standards wie “Night and Day”, “Caravan”, „Softly as in a morning sunrise” oder dem fast schon romantischen Bossa Nova “Black Orpheus” verschmolzen zu einer subtilen Stilmischung mit heilkräftiger Wirkung. Wirkten die Stücke des Duos nach außen glatt poliert und eher beiläufig daher gespielt, entspannen sich im Inneren mitunter amüsante Dialoge und Kontrapunkte. Begleitete die Gitarre in rhythmisch gefassten Patterns ließ Séva am samtig-rauchigen Saxophon die Zügel zu ausgedehnten virtuosen Improvisationen schießen, benötigte Séva eine gelegentliche Erholungspause wieselte Merlaud solistisch über die blankpolierten Saiten. Am Schönsten und Spontansten waren jedoch gelegentlich eingestreute, eher rhetorisch strukturierte Teile. Dialogisch in kurzen Frage-Antwort-Spielchen oder kontrapunktisch in freier Polyphonie innerhalb der vorgegebenen harmonischen Changes unterhielten sich die beiden Künstler musikalisch über Gott und die Welt.

Bei manchen, vielleicht noch von einer übervollen Arbeitswoche gezeichneten Gästen schien die Kontemplation allerdings mitunter etwas weit zu gehen. Gelegentliche Schmatzer und Schnalzer ins Saxophonmundstück oder unvermittelte Fortissimo-Passagen holten abtauchende Kinnspitzen zum Amüsement der hellwachen Zuhörer oft gerade noch rechtzeitig in die Gegenwart zurück. Und so boten die lebenserfahrenen Franzosen schließlich beides. Eine entspannte Wohlfühlatmosphäre mit einprägsamen Melodien über einem gemäßigt modernen harmonischen Unterbau und hoher Wegtauchgefahr und andererseits mal witzige, mal tiefsinnige, mal kammermusikalisch durchwirkte und mal rhythmisch zupackende Strukturen in oft hochvirtuosen Solo- und Dialogimprovisationen, die höchste Aufmerksamkeit beim Zuhörer verlangten.

In Anspielung auf die Herkunft des väterlichen Tanzmusikers aus der „Rue de Fromage“ in Paris geriet der gleichnamige Musettewalzer von Eric Séva zu einem der stimmungsvollsten Stücke des Abends. Anhaltender Beifall und eine trotz später Stunde gern gegebene Zugabe waren der Schlusspunkt hinter einem unterhaltsamen, heiter-besinnlichen, für manche auch romantisch-verträumten, auf jeden Fall aber sehr französischen Konzertabend.

 

gez. H. Schönecker