Archiv – Seite 84 – Jazzclub Biberach e.V.

Trio ELF

Am 01.03.2013 um 20:30

Ort: Jazzclub Biberach
(c/o Bruno-Frey-Musikschule, Wielandstraße 27, 88400 Biberach an der Riß)

Beschreibung
Elektronische Musik mit akustischem Trio

Trio Elf gehört zu einer neuen deutschen Jazzgeneration und zu den international am meisten beachteten Jazzformationen Deutschlands. Markenzeichen der Band ist die Erweiterung des warmen akustischen Sounds durch den kreativen Einsatz von Electronics und Elementen aus der Club Music. Das Trio bezieht seine musikalische Leichtigkeit aus Melodien, die geradezu hymnisch anmuten, flirrenden Rhythmen mit überraschenden dynamischen Brüchen und dem gemeinsamen Atmen dreier gleichberechtigter Stimmen. Die inspirierten Improvisationen wurden von der Kritik weltweit gefeiert.

Schlagzeuger Gerwin Eisenhauer spielt komplexe Beats wie ein mensch-gewordener Drum-Computer, der mit Drum ’n‘ Bass oder HipHop virtuos improvisiert. Walter Lang ist einer der herausragenden Pianisten Europas. Seine lyrisch-magischen Melodien und energetischen Akkorde zeugen von enormer Kreativität. Sven Faller machte sich mit seinem melodisch-virtuosen Stil auf dem Bass international einen Namen. Blitzschnell wechselt er von solistischem Kontrapunkt zu erdig-warmen Basslinien. Erweitert wird Trio Elf am Mixer durch Klangtüftler Mario Sütel, der spontan Loops aus dem Fluss der Improvisationen zaubert und so die Elf ihrem gesampelten Doppelgänger gegenüberstellt.

Der Name bedeutet übrigens nichts anderes als Eisenhauer, Lang und Faller, was wiederum – unschwer zu erraten – auf die Nachnamen der Akteure verweist. 2013 feiert die Band Jubiläumskonzerte in ihrem 10. Bühnenjahr.

Eintritt: 12 EUR / 9 EUR
Karten und Platzreservierungen: kasse@jazzbiber.de

22.02.2013: East Drive

„East Drive“ sorgt für den richtigen Drive im Jazzkeller

Folksongs voller Opulenz und Tiefe

BIBERACH – „Seelenverwandtschaft“, so einer der vorgestellten Titel von der neuen CD „Folksongs 2“, umschreibt am besten das künstlerische Erfolgsrezept von „East Drive“, dem als „Power-Quartett Ost“ angekündigten Trio des vielfach preisgekrönten Bodek Janke mit Berklee-Professor Vadim Neselovsky als Gast. Die angekündigte Pianistin und Sängerin Tamara Lukasheva war kurzfristig leider verhindert, so dass der mit Bodek Janke befreundete in New York lebende „Chopin unter den Jazzpianisten“ ihren Platz einnahm. Dass die spritzig unterhaltsame Interaktion so reibungslos funktionierte und dem überaus zahlreichen Publikum im Jazzkeller knapp drei musikalische Sternstunden bescherte, war unzweifelhaft der polnisch-ukrainisch-russischen Seelenverwandschaft der quirligen Musiker zu verdanken.

Bereits mit den ersten Tönen zündeten die vier ein kreatives Ideen-Feuerwerk, das vor Intelligenz und Vitalität sprühte und das enthusiastisch mitgehende Publikum permanent in Atem hielt. Als Vadim Neselovsky, der zuvor dem Steinway virtuos perlende Tonkaskaden und vollgriffige Harmonien entlockt hatte, schließlich seine im Jazz eher ungewöhnliche Melodica hervorholte und pure Emotionen in den Raum blies, waren die verblüfften Zuhörer vollends in den Bann der jugendlich frischen Weltmusik mit Jazzeinschlag geraten.

Die Definition „Jazz ist die Freiheit, alles weglassen zu dürfen, was einem nicht gefällt“ (W. Lackerschmidt) kam hier einmal mehr beispielhafter Form zur Ausprägung. Nahezu alle musikalischen Konventionen wurden suspendiert oder spielerisch verfremdet, teilweise fast atomisiert. Aus den Bruchstücken von Themen, Motiven oder rhythmischen Patterns wurden großartige neue Strukturen gebildet und in größtmöglicher Spontaneität auch gleich wieder zerschlagen und umgruppiert. Was eben noch ein harmloses Begleitmotiv schien, war im nächsten Moment konstituierender Baustein eines mächtigen Klanggebäudes. Sentimentale balkanisch-ukrainisch-russische Volksliedmelodien wurden verquirlt und eingeschmolzen um schließlich doch immer wieder aus dem „feinen Süppchen“ (so ein weiterer Titel aus der präsentierten CD) an die Oberfläche zu driften und als Ohrwürmer ein Eigenleben zu führen. Vitaliy Zolotov, der überaus feinsinnige ukrainische Komponist und Gitarrist der Formation, lieferte das Rezept für dieses leckere Süppchen, das durchaus Appetit auf mehr machte. Auch der mit leichter Hand souverän groovende Bassist Philipp Bardenberg steuerte mit „Ratka Mitrovi?a“ und „Sam“ zwei Kompositionen zum Geschehen bei. Herausragend war jedoch das Wiegenlied „Kolybel’naya“ seiner Moskauer Tante Tatjana Kamysheva und vor allem die Olivia Trummer gewidmete Komposition Bodek Jankes „Tangolivia“. Ein Meisterwerk der Parodie und Verfremdung und dennoch ein intimes Bekenntnis voller Anmut, Würde und tief empfundener Leidenschaft. Janke, der vom Schlagzeug aus die musikalische Regie führte, machte sich damit auch unzweifelhaft zum kreativen Kopf der Truppe, die in ihrer bewundernswerten Spielfreude natürlich auch mit Zugaben nicht geizte.

 

gez. Schönecker

East Drive feat. Vadim Neselovskyi (NYC)

Am 22.02.2013 um 20:30

Ort: Jazzclub Biberach
(c/o Bruno-Frey-Musikschule, Wielandstraße 27, 88400 Biberach an der Riß)

Beschreibung
Osteuropäische Wurzeln, internationale Musikausbildung, als Solisten und Sidemen im In- und Ausland gefragt – die drei Musiker von East Drive sind in ihrer Wahlheimat „Weltmusik“ zu Hause und jonglieren virtuos mit verschiedenen Bällen: Moderner Jazz, Polka, nordindische klassische Musik, wehmütige russische Melodien, lateinamerikanische Intermezzi, aber auch Funk, verzerrte E-Gitarre und vor allem: Groove.

East Drive – das sind drei neugierige Weltklassemusiker, die selbstbewusst und genussvoll musikalische Grenzen überschreiten: der in der Ukraine geborene Gitarrist Vitaliy Zolotov, der europaweit gefragte Philipp Bardenberg am E-Bass und der polnische Schlagzeuger und Perkussionist Bodek Janke.

Als Gast trifft die Band im Biberacher Jazzclub am 22.2. auf den einzigartig virtuosen Pianisten Vadim Neselovskyi. Neben seiner langjährigen Zusammenarbeit mit dem Vibraphonisten Gary Burton und seiner Professur am Berklee College of Music (Boston) wird der aus dem ukrainischen Odessa stammende New Yorker seit Jahren von der internationalen Presse als grosse Entdeckung des modernen Jazz gefeiert und trifft somit bei East Drive auf Gleichgesinnte.

East Drive ist eine energiegeladene, bunte Kombination, die durch traumwandlerisches Zusammenspiel und virtuose Solo-Einlagen jedes Publikum zu begeistern versteht.

www.eastdrive.org
www.vadimneselovskyi.com

Eintritt: 12 EUR / 9 EUR
Karten und Platzreservierungen: kasse@jazzbiber.de

01.02.2013: United Blues Experience

Überfüllter Jazzkeller im Blues-Fieber

Souveräne Bühnenpräsenz und ein kurzer Draht zum Publikum waren, neben einer urtypisch erdigen Bluesstimme, angesagtem Gitarrensound, sattem Bass und einer herausragenden Bluesharp-Spielerin, die Zutaten zu einem außergewöhnlichen Bluesabend vor ausverkauftem Haus und hell begeisterten Fans des polnisch-fränkisch-oberbayrischen Trios „United Blues Experience“ im Biberacher Jazzkeller.

Der Blues ist „in“. Immer noch oder schon wieder. Nicht nur als stimmungsvolle, hoch willkommene Alternative zur allerorten tobenden oberschwäbischen Fasnet. Bluesfans bezeichnen den Blues gerne als Rückgrat der Jazz-, Rock- und Popmusik. Sie haben offenkundig recht damit. Augen- oder besser ohrenfällig demonstrierten dies die drei „Blueser“ um Sänger und Gitarrist Wolfgang Bernreuther, dem musikalischen Kopf der hochinfektiösen Truppe. Nicht nur in den gelegentlichen Ausflügen in verwandte Metiers, etwa zu Fleetwood & Mac oder Jimi Hendrix, auch nicht im bewussten Anknüpfen an den Wurzeln des New Orleans- oder Chicago-Blues eines Champion Jack Dupree oder Willie Dixon, die enorme stilistische Bandbreite des Blues spiegelte sich vor allem in den abwechslungsreichen Eigenkompositionen von Bernreuther und Kossowska selbst. Überhaupt Beata Kossowska. In der „wunderbaren Welt der Mundharmonika“ völlig zu Recht als „First Lady der Bluesharp“ bezeichnet, wirkte sie als kongeniale Partnerin von Bernreuther und versetzte das Publikum in atemlose Spannung.

Als multilinguale Sängerin lieferte sie eine sympathische klangliche und sprachliche Abwechslung zu Bernreuther. Als polnische Bluesharp-Virtuosin von Weltrang fetzte sie aber in ihren Improvisationen mit unbändigem Temperament und tiefer Leidenschaft alles andere in den Hintergrund. Sichtlich in ihrem Element, motiviert und inspiriert durch ein begeistert mitgehendes, johlendes und pfeifendes Publikum, zeigte die auf internationalen Festivals und als Herausgeberin einer Mundharmonika-Schule geadelte Bluesmusikerin auf ihrer Hohner „Pro Harp MS“ und einer ganzen Kiste weiterer Hohner-Mundharmonikas für alle Lagen und Tonarten, was auf diesem unscheinbaren, liebevoll Bluesharp genannten Instrumentchen musikalisch alles möglich ist. Von langgezogenen melancholischen Kantilenen zu rasanten Skalen oder akkordischen Tonrepetitionen schien das spieltechnische Repertoire der Kossowska so unerschöpflich wie ihr Atem, der den Tönen die Seele und dem Blues das ewige Leben einhauchte. Über dem sonor groovenden Kontrabass von Rudi Bayer, der auch perkussive Elemente zum Geschehen beisteuerte, bildete dieser Blues mit zeitgemäßen Texten über das Leben und die Liebe das reinste Lebenselixier, pure Lebenskraft gegen seichten Pop oder akademisch konstruierte Kunstmusik. Möge er noch lange leben.

gez. Dr. H. Schönecker

United Blues Experience

Am 01.02.2013 um 20:30

Ort: Jazzclub Biberach
(c/o Bruno-Frey-Musikschule, Wielandstraße 27, 88400 Biberach an der Riß)

Beschreibung
Accoustic BluesRoots mit bayrischer Seele, dazu eine Power-Frontfrau aus Polen. Die drei Musiker haben sich dem traditionellen, erdigen Blues verschrieben. HerzBlues mit SoulPower. Virtuosität von Mundharmonika, Gitarre, Kontrabass und Stimme. Magische und emotionale Momente zu Geschichten, die mit Wort und Klang erzählt werden. Die Impressionen unserer Zeit ergeben als Klangerlebnis mehr als die Summe von drei Instrumenten und zwei Stimmen, nämlich ein Feuerwerk aus Blues und Leidenschaft. Auch wenn es heißt, nur schwarze Menschen könnten den Blues fühlen – diese Mischung spielt zutiefst schwarz.

Wolfgang Bernreuther (Gitarre & Vocals) und Rudi Bayer (Bass) haben sich für die Formation United Blues Experience Verstärkung durch Beata Kossowska (Blues Harp & Vocals) geholt. Die „First Lady of Blues Harp“ ist die logische Ergänzung zu den „Brothers in Blues“. Beata Kossowska ist eine Weltklasse-Virtuosin auf ihrem Instrument.

Eintritt: 12 EUR / 9 EUR
Karten und Platzreservierungen: kasse@jazzbiber.de