Archiv – Seite 85 – Jazzclub Biberach e.V.

25.01.2013: Massive Schräge

Konzert mit letztjährigen Jazzpreisgewinnern

Mit „Massive Schräge“ auf „Kaperfahrt“

BIBERACH (sz) – Nahezu alle Kompositionen der Siegerformation des letztjährigen Biberacher Jazzpreises mit dem klangvollen Namen „Massive Schräge“ wiesen ein konkretes Sujet oder auch ein persönliches Erlebnis als Inspirationsquelle auf. Lediglich zwei der drei Zugaben des Freitagabendkonzertes im Jazzkeller waren Coverversionen, darunter „Tourist“ von der Lieblingsband „Radio Head“ des adligen Pianisten Johannes von Ballestrem in einer wunderbaren Neu-Interpretation sowie eine flippige Nummer aus dem American Songbook.

Es ist eine schöne Tradition, dass die Siegerformationen des internationalen Biberacher Jazzpreises im darauffolgenden Jahresprogramm des Biberacher Jazzclubs einen Ehrenplatz bekommen. So hat nicht nur die Band die Möglichkeit, sich ohne den Wettbewerbsdruck in einem abendfüllenden Programm vorzustellen. Auch das Publikum, das bei dem Wettbewerb ja mitstimmen konnte, hat dadurch die Gelegenheit ihre Favoriten besser kennen zu lernen.

Eine ganze Reihe von oberschwäbischen Fans der höchst kreativen Berliner Formation nutzte denn auch diese Chance des Wiederhörens und das Trio „Massive Schräge“ hatte damit beinahe ein Heimspiel. Unaufgeregte Coolness bei äußerstem Abwechslungsreichtum, emotional inspiriert und intellektuell ausgefeilt gleichermaßen, barg jede der Kompositionen aus den Reihen der Bandmitglieder einen schillernden Kosmos musikalischer Preziosen. Es war für das Hörverständnis der innovativen Musiknummern sicherlich hilfreich, dass die Bandmitglieder in der jeweiligen Anmoderation Einblicke in die Entstehungsgeschichte gaben. So erfuhr das Publikum auch, dass der Anlass zu dem Stück „Kaperfahrt“, bei dem nur Bartträger wie Jan und Hein und Klaas und Pit mitfahren durften, von dem (bartlosen) Gitarristen Florian Fleischer ausging. Dass die aktuelle Interpretation der „Kaperfahrt“ in recht stillen Gewässern mündete, zeigte einmal mehr den Live-Charakter der Stücke. Immer wieder neu, aus dem Augenblick heraus, entwickeln die Stücke aus ihren bausteinartigen Fragmenten in der Improvisation eine Eigendynamik, die mal mehr mal weniger Spannung generiert, die aber immer echt und authentisch wirken.

In kontrapunktisch gewirkter Polyphonie werden die auf der „Kaperfahrt“ erbeuteten Motive und Patterns in neue Strukturen eingebunden und geben so einen intensiven Einblick in den künstlerischen Schaffensprozess auf dem Weg zu einem eigenständigen Bandstil. Dabei schrecken die drei Suchenden auch nicht vor Anleihen aus der neueren (französischen) Literatur zurück. Als Vorlage diente etwa das 1500 Seiten starke Opus eines „potentiellen“ französischen Poeten, in dem der Buchstabe „e“ vollständig ausgespart wurde. Das davon inspirierte Musikstück verzichtete gänzlich (?) auf den Ton „g“ und klang schon von daher erfrischend andersartig. [gez. H. Schönecker]

Massive Schräge

Am 25.01.2013 um 20:30

Ort: Jazzclub Biberach
(c/o Bruno-Frey-Musikschule, Wielandstraße 27, 88400 Biberach an der Riß)

Beschreibung
Das Trio spielt, wie der Bandname sagt, schräge, sperrige Musik, jedoch ohne den Sinn für Melodiebögen und Strukturen zu verlieren. Eine junge Band erkundet neue Pfade und bereichert den aktuellen Jazz um eine interessante Klangfarbe.

Das Trio hat sich 2011 in einer ungewöhnlichen Besetzung zusammengefunden: Gitarre, Piano und Schlagzeug verschmelzen zu einem Sound, wobei bisweilen ein fragiles Ungleichgewicht, oder sagen wir – eine massive Schräge entsteht, die die Musiker gekonnt in ihren Kompositionen verarbeiten. Jedes Instrument kann zu jeder Zeit, auch ohne Bass, tiefe Töne beisteuern und so eine stützende Rolle übernehmen, oder man verzichtet auf sicheren Boden und kostet die dadurch entstehende Spannung bis zur Grenze aus. Zwischen komplexen Kompositionen und freien Improvisationen sind Einflüsse aus Jazz, Rock, atonaler Musik und Drum ’n‘ Bass zu hören.

Im März 2012 erreichte die Band beim Internationalen Biberacher Jazzpreis den zweiten Platz, außerdem ist „Massive Schräge“ eine der sechs Preisträgerbands 2012 der Initiative „Startbahn Jazz“.

Florian Fleischer (Gitarre), Johannes von Ballestrem (Piano) und Johannes Ziemann (Schlagzeug) spielen am Freitag, 25. Januar 2013 um 20:30 Uhr im Biberacher Jazzkeller.

Besetzung:
Johannes von Ballestrem – Piano
Florian Fleischer – Gitarre
Johannes Ziemann – Schlagzeug

Eintritt: 12 EUR / 9 EUR
Karten und Platzreservierungen: kasse@jazzbiber.de

11.01.2013: Pöhlmann Rädle Hagenlocher

Pöhlmann-Rädle-Hagenlocher Trio im Jazzkeller Biberach

Entschleunigungs-Jazz zum Jahresauftakt

BIBERACH [hs] – Wer es über die Feiertage und den Jahreswechsel hinweg nicht geschafft hatte, der konnte zum musikalischen Jahresauftakt des Jazzclubs Biberach das Versäumte noch reichlich nachholen. Eine musikalische Entschleunigungskur in Reinform bot das Pöhlmann-Rädle-Hagenlocher Trio dem treuen Biberacher Jazzclub-Publikum beim traditionellen Freitagabendkonzert.

Eine transparente Klangstruktur ergab sich bereits aus der Besetzung des Trios, das mit Saxophon, Klavier und Kontrabass bewusst auf Rhythmusinstrumente verzichtete und überdies unverstärkt zum Konzert antrat. Um dieser ungewöhnlichen Besetzung gerecht zu werden, komponierte der Kontrabassist Michael Pöhlmann alle Stücke für sein Freiburger Modern Jazz Trio selbst. Trotz einer erstaunlichen Bandbreite bei den gewählten Sujets, vom Wiener „Schmäh“ im ¾-Takt über die spanische Habanera „Barcelona“ hin zu einer elaborierten Schubertsonate und einem Tribut an Charles Mingus und Stevie Wonder, ließen der typische Grundklang und der gestalterische Zugriff doch immer die Handschrift des Komponisten erkennen. Resultat war ein gediegen-unterhaltsamer, gemäßigter Modern Jazz, dem man gelegentlich etwas mehr Temperament, weniger strukturelle Fesseln und weniger Ernsthaftigkeit gewünscht hätte. Hier ging es nicht um quirlig-lebendige, urbane Jazz-Avantgarde, die da und dort auch mal kratzt und beißt. Hier ging es auch nicht um leidenschaftlich-eruptive Improvisationen, gespeist aus zerrissenen Seelen globalisierter Großstadtmenschen. Und um intellektuelles Spiel mit kontrapunktisch gewirkten Stilaphorismen ging es eben auch nicht. Gut abgehangene romantisch-impressionistische Melancholie bot jedoch den Rahmen für die kollektive kontemplative Versenkung ins kammermusikalische Nirvana der ausgelassenen Töne: bodenständige Entspannung in ländlicher Idylle, erhabener Friede in edler Einfalt und stiller Größe, klassisch eben.

Als das wohlwollende Publikum die zweite Zugabe erklatschte, huschte das erste Lächeln über die Gesichter der erstaunten Musiker. Das erste auswendig gespielte Stück des Abends löste schließlich doch noch die Fesseln, die Improvisationen wurden freier, die Stimmung entspannter und freundlicher. Der Pianist Tobias Rädle und der Saxophonist Jörg Hagenlocher liefen „vom Eise befreit“ in fast schon „wild“ zu nennenden Improvisationen zur Hochform auf. Schade, dass der Abend hier bereits zu Ende ging.

 

gez. Dr. H. Schönecker

Pöhlmann | Rädle | Hagenlocher

Am 11.01.2013 um 20:30

Ort: Jazzclub Biberach
(c/o Bruno-Frey-Musikschule, Wielandstraße 27, 88400 Biberach an der Riß)

Beschreibung
Das 2010 gegründete Freiburger Modern Jazz Trio hat sein Debütalbum vorgelegt und präsentiert es nun live in Konzerten. Pöhlmann, Rädle und Hagenlocher spielen ausschließlich eigene Stücke; dabei fließen die unterschiedlichsten Stile vom Flamenco bis zur Klassik ein, doch der gemeinsame Nenner bleibt die zeitlos moderne Tradition des Jazz.

Jürgen Hagenlocher schlägt einen expressiven Saxophon-Ton an. Tobias Rädle am Klavier bewegt sich mal nah an Standards, mal liebäugelt er mit dem Blues. „Schuberts Montuno“ ist eine eigenwillige Hommage, getragen von pianistischen Minimalismen. Auf „Schmäh“ zeigt Pöhlmann am Kontrabass trotzig sein Können, in „Barcelona“ lässt er gar eine Habanera anklingen. Mit dem Stück „So Long Charlie“ huldigt er seinem Vorbild Charles Mingus.

Zu hören ist das Trio am Freitag, 11. Januar 2013 um 20:30 Uhr im Biberacher Jazzkeller.

Besetzung:
Michael Pöhlmann: Kontrabass, Komposition und Arrangement
Tobias Rädle: Klavier
Jürgen Hagenlocher: Tenorsaxophon

Eintritt: 12 EUR / 9 EUR
Karten und Platzreservierungen: kasse@jazzbiber.de

Rootbears

Am 23.12.2012 um 20:00

Ort:
Schützenkellerhalle

Beschreibung
Weihnachtskonzert mit den Rootbears

Wie jedes Jahr am Tag vor Heilig Abend treffen sich am Sonntag, dem 23.12.2011 um 20:00 Uhr die sechs Rootbears und ihre Fans zum 23. Mal in Folge gewohnt gut gelaunt zum legendären Weihnachtskonzert, jetzt im dritten Jahr an einem größeren Aufführungsort, nämlich in der Schützenkellerhalle.

Die Konzertbesucher erwartet die erfolgreiche Besetzung der letzten Jahre: Rüdi an den Saxophonen, HP an der Posaune, Magnum vor und hinter den Tasten, Marvin Bassman, Christoph-the-JazzGuitar sowie Pete-Schmidt-Schmid an den Drums.

Eine originelle Dramaturgie, Kommentare mit Esprit, launige Ansagen und unbändiger Spielwitz – das ist es, was die Fans aller Altersstufen begeistert. Wiederum ein Jahr älter, reifer, und noch musikalischer, mit noch mehr neuen Songs! Jazzig … groovig … besinnlich … halt so wie immer.

Ob es wieder die obligatorische Vokalnummer geben wird? Und ob es wieder zum Auftritt eines Überraschungsgastes kommt? Um das zu erfahren, kommen Sie rechtzeitig in die Schützenkellerhalle, der Jazzclub Biberach sorgt mit einer Getränketheke dafür, dass Sie sich schon VOR Konzertbeginn wohlfühlen!

Und alle Jahre wieder ein Wort zur richtigen Aussprache des Namens unserer Band. Nur soviel sei gesagt: Es handelt sich hier um „Wurzelbären“ und nicht um „Wurzelbier“. When will we ever learn … Probieren Sie’s einfach mal aus – es geht doch!

Besetzung:
Rüdiger Przybilla (Sax)
Hanspeter Schmid (Posaune)
Magnus Schneider (Akkordeon, Klavier)
Martin Schmid (Bass)
Christoph Reck (Gitarre)
Peter Schmidt (Schlagzeug)

Eintritt 11 EUR / 7 EUR

Kartenvorverkauf im Radgeschäft Mr. Speiche
Wielandstraße 8, 88400 Biberach
Tel.: 07351-82395
Email: post@misterspeiche.de

Reservierungen sind nicht möglich.

Einlass ab 19:00 Uhr