Archiv – Seite 70 – Jazzclub Biberach e.V.

Markus Harm Quartett

Am 27.02.2015 um 20:30

Ort: Jazzclub Biberach
(c/o Bruno-Frey-Musikschule, Wielandstraße 27, 88400 Biberach an der Riß)

Beschreibung
Das Markus Harm Quartett ist am Freitag 27. Februar 2015 um 20:30 Uhr im Biberacher Jazzkeller zu hören. Die vier Musiker spielen auch außerhalb dieser Band in den unterschiedlichsten Kontexten und festen Projekten wie z.B. der „Tobias Becker Big Band“, dem „Alexander Bühl Large Ensemble“ oder dem „Gibnod Jazz Orchestra“ miteinander.

Das Programm setzt sich zusammen aus aktuellen Eigenkompositionen des Bandleaders, die speziell für diese Besetzung komponiert und arrangiert wurden. Zudem werden auch Arrangements von Standards zu hören sein. So lässt das Jazzquartett bekannte Melodien in einem anderen Gewand erscheinen, die beim Zuhörer die unterschiedlichsten Assoziationen hervorrufen können, ein Klangerlebnis, das von Interaktion und Flow getragen wird und bei dem die Spielfreude und die Euphorie für das gemeinsame Musizieren im Vordergrund stehen.

Mit diesem Projekt vereint der Saxophonist Harm seine drei Kollegen, Christoph Neuhaus (Gitarre), Jens Loh (Bass) und Dominik Raab (Drums); jeder von ihnen ist ein außergewöhnlicher Musiker auf seinem Instrument, gemeinsam schrauben sie an ihrem Bandsound – dem klaren, direkten und ehrlichen Klang eines zeitgenössischen Jazzquartetts.

06.02.2015: Mehl Consortium

Urbaner Modern Jazz von vitalem „Mehl Consortium“

Lebendige Stadtansichten

BIBERACH – Eine geballte musikalische Energieladung des „Mehl Consortiums“ katapultierte mit dem Programm „City Views“ die überwiegend begeisterten Besucher des Jazzkellers im eher beschaulichen Landstädtchen mitten hinein in die „Rush Our“ der angesagtesten Großstädte. Statt relaxter Entschleunigung zum Ausklang einer stressigen Arbeitswoche gab es, für manche Besucher wohl unerwartet, eine gnadenlose Beschleunigung auf den raschen Puls der Zeit, der in den Großstädten wohl lauter und schneller schlägt als sonst wo. Temporeich swingende Rhythmen, treibende Walking Bass-Linien, stimulierende Akzente vom Kawaiflügel und rasante Improvisationen von Saxophon und Trompete zerfetzten jeden Gedanken an gemächliches Ausspannen und ließen eher an ein anspruchsvolles Workout-Fitnessprogramm zur Kompensation körperlicher und geistiger Verspannungen denken.

 

Der Bandleader, Komponist und Namensgeber des Consortiums, Magnus Mehl an Sopran- und Altsaxophon, illustrierte mit „The Dutch Way To Ride A Bike“ musikalisch seinen eigenen Weg in die Schnelllebigkeit der Großstädte am Beispiel der Erfahrungen zu seinem Studienbeginn in Amsterdam. Dass er, aus dem Städtchen Rottweil kommend, in der weltoffenen Großstadt auch selbst schnell an Fahrt gewonnen und den urbanen Geist inkorporiert hat, zeigte bereits der nächste Titel „Day At Coney Island“. Als nach einer ganzen Reihe temperament- und geistvoller High-Speed-Kompositionen schließlich doch noch die eine oder andere Ballade zelebriert wurde, etwa das stimmungsvolle „Autumn in Novi Sad“ – der Heimatstadt des genialischen serbischen Kontrabassisten Fedor Ruškuc – oder den programmatisch fallenden Regentropfen aus dem pittoresken „Rainy Days In Cologne“ – kamen diese umso überzeugender zur Geltung.

 

Mit dem in Berlin lebenden Trompeter Magnus Schriefl – nicht zu verwechseln mit seinem älteren Bruder und Träger des Biberacher Jazzpreises 2001, Matthias Schriefl – webte ein leidenschaftlich expressiver zweiter Frontmann kongenial mit an der kunstvollen melodischen Struktur von Mehls Kompositionen. Zwischen rasanten Unisonopassagen, zusammen mit Saxophon oder Klavier, fand er immer wieder kreative Freiräume zur Entwicklung eigener Ideen und kontrapunktisch polyphoner Verzahnungen bipolarer Improvisationen mit seinen Mitspielern. Dabei zeigte, vor allen anderen, der in Mittelbiberach wurzelnde Stuttgarter Pianist Frank Eberle ein subtiles Gespür für das dramaturgisch Erforderliche. Von anfeuernden, synkopierten Akkordeinwürfen über inspirierende „Breaks“ und „Fill-Ins“ zu weitgespannten Soloimprovisationen mit perlenden Tonkaskaden fand er immer genau das richtige Maß und den richtigen Zeitpunkt. Kaum zu glauben, dass Schriefl und Eberle nicht zur Stammbesetzung des Consortiums zählen, auch wenn die bruchlose Einheit der Rhythmusabteilung mit Ferenc Mehl am Drumset und dem Bassisten Fedor Ruškuc unverkennbar war. Ein erfrischender Konzertabend mit stimulierender, zeitgemäßer Live-Musik durfte natürlich nicht ohne Zugabe zu Ende gehen.

 

gez. H. Schönecker

Mehl Consortium

Am 06.02.2015 um 20:30

Ort: Jazzclub Biberach
(c/o Bruno-Frey-Musikschule, Wielandstraße 27, 88400 Biberach an der Riß)

Beschreibung
Live on tour mit dem Programm zum aktuellen Album „CITY VIEWS“

Magnus Mehl beleuchtet in seinen „City Views“ am Freitag, 6. Februar um 20:30 Uhr im Jazzkeller persönliche Eindrücke und Stimmungen von Orten oder Plätzen, die im Laufe der letzten Jahre in seinem bewegten Musikerleben eine Rolle gespielt haben. Zusammen mit seinem Bruder Ferenc hat er für die Aufnahmen zum vorliegenden Album ein „Consortium“ von musikalischen Individualisten zusammengestellt, das mit dem größtmöglichen kreativen Freiraum ausgestattet in immer wieder wechselnden Besetzungen, vielschichtige und abwechslungsreiche Klangportraits entstehen lässt. Die Musik dieser „Stadtkompositionen“ versprüht eine unbändige, positiv swingende Energie, Außerdem ist sie geprägt von reflektierender lyrischer Nachdenklichkeit.

Begonnen haben die Brüder Magnus und Ferenc Mehl ihre Karrieren in den Landesjugendjazzorchestern Baden-Württemberg, Bayern, Sachsen und NRW. Beide waren Mitglieder des Deutschen Bundesjazzorchesters. Nun sind sie mit eigenen, teilweise gemeinsamen, Projekten weltweit unterwegs. Sie treten zusammen mit den unterschiedlichsten Jazz Giants auf, wie z.B. Eddie Palmieri, Paquito D’Rivera, Randy Brecker usw. und sind Gewinner einer ganzen Reihe von internationalen Jazzpreisen.

Magnus Schriefl gehört zu den gefragtesten Trompetern der jungen Generation in Deutschland. Er stand unter anderem mit Randy Brecker auf der Bühne.

Frank Eberle war Mitglied im BundesJazzOrchester, er war Pianist bei der Gershwin Gala „I Got Rhythm“ im Konzerthaus Wien und konzertierte mit der Allstar-Band der Hardbop-Legende Charles Davis im Pariser Jazz-Club Duc des Lombards.

Fedor Ruškuc gewann 2008 mit der Weltmusik-Band „East Affair“ den „Creole NRW“. Er trat u.a. auf mit Musikern wie Keith Copeland, Dennis Rowland, Ondrej Stveracek, Andrew Krasilnikov, Douglas Sides, Ryan Carniaux, East Affair, Magnus Mehl, Adam Klemm, Vert, East West Europian Jazz Orchestra TWINS 2010, Wednesday Night Big Band, Fantasmofonika und vielen mehr.

Im Mehl Consortium spielen Magnus Mehl (alto saxophone, soprano saxophone), Ferenc Mehl (drums), Magnus Schriefl (trumpet), Frank Eberle (piano), Fedor Ruškuc (double bass).

nic demasow

Am 31.01.2015 um 19:00

Ort: Jazzclub Biberach
(c/o Bruno-Frey-Musikschule, Wielandstraße 27, 88400 Biberach an der Riß)

Beschreibung
Auf den Spuren des Jazz

Minimal Music, Jazzrock, Neue Musik und Free Jazz: Das sind die Elemente, aus denen die Musik des Trios nic demasow schöpft.

Denise Frey (Saxophone und Elektronik), Martin Sadowski (Bass, Gitarre, Elektronik) und Nico Petry (Drums, Percussion, Elektronik) widmen sich der lebendigen Interaktion und Improvisation. Die drei Musiker verwenden Themen und Motive persönlicher Vorbilder und entwickeln daraus eine ganz eigene Musiksprache mit Wiedererkennungswert. Auf diesem Weg finden nic demasow über diverse musikalische Stile und Spielformen immer wieder zurück zum Ursprung der Jazzmusik.

Seit ihrer Gründung 2009 haben nic demasow weit über 100 Konzerte in Deutschland und Ausland gespielt. Die beiden ersten Alben, organised und scattered, hat das Trio beim Darmstädter Label Fat & Holy veröffentlicht. Das aktuelle Album 3 ist als Digitalrelease erhältlich.

Eintritt 10 Euro, ermäßigt 7 Euro.
Nur Abendkasse, keine Reservierung möglich.

Eine Veranstaltung von nic demasow mit Bewirtung durch den Jazzclub Biberach.

23.01.2015: Duo Kayu & Duo Echoes

Akustisch-elektronisches Doppel-Duo im Jazzkeller

Fallende Wassertropfen und der „Geist des Weines“

BIBERACH – Die Idee „aus zwei mach‘ vier“ der beiden eingespielten Duos „Kayu“ mit Karoline Höfler und Jochen Feucht sowie „Echoes“ mit Dizzy Krisch und Dieter Schumacher aus dem Raum Tübingen und Stuttgart trug beim letzten Jazzclubkonzert überraschend süße Früchte. Ein kurzweiliger Konzertabend, reich an Kontrasten und mit völlig unterschiedlichen Zugangsweisen zum Jazz bot einem begeisterten Publikum vertiefte Einblicke in das Wesen eines Genres, das immer wieder für Überraschungen gut ist.

Die größte Überraschung des Abends bot Dizzy Krisch mit der Uraufführung einer Komposition für Vibraphon, Perkussion und Audio-Aufnahme. Ein Teil des Besonderen waren bereits Ort und Entstehung der Audioaufnahme. Im Rahmen seines jüngsten musikalischen „Donauprojektes“, in dem er die seiner Ansicht nach wichtigsten „Seelenbestandteile“ des Menschen, Natur und Musik, zusammenbringen möchte, wurde eine unbearbeitete Tonaufnahme zum musikalischen Impulsgeber und Hauptakteur des zweiten Sets. Regelmäßig in einem natürlichen Rhythmus fallende Wassertropfen, aufgenommen in einer Grotte an der Theiss, einem Nebenfluss der Donau im wildromantischen österreichischen Waldviertel, begleitet und kontrapunktiert durch fröhliches Vogelgezwitscher, zugespielt von CD und kombiniert mit sphärischen Vibraphon- und Perkussionsklängen öffneten in einer neuen Art von „Wassermusik“ den Klangraum und verbanden sinnfällig die inspirierte und inspirierende Musik aus den Tiefen des Jazzkellers mit den zeitlosen Weiten einer intakten Natur.

Einen ganz anderen Weg gingen Jochen Feucht (Sopransaxophon/Bassetthorn) und Karoline Höfler (Kontrabass) im ersten Programmteil. Die eigenwillige Besetzung und die spieltechnische Meisterschaft des Duos Kayu erinnerten nicht nur äußerlich an das großartiges Duo aus Charlie Mariano (Sax) und Dieter Ilg (Kontrabass), welches vor vielen Jahren einen bejubelten Auftritt im Biberacher Jazzkeller hatte. Bereits das von dem Ex-Biberacher Jochen Feucht komponierte Willkommensstück zeugte von einer tief empfundenen Eindringlichkeit und Intimität einer hochexpressiven Musiksprache, der sich niemand entziehen konnte. Dabei mischten sich nicht nur die nuancenreichen Farben des feinfühlig gespielten Sopransaxophons, sondern in weiteren Kompositionen, wie Egberto Gismontis „Agua e vinho“ oder Feuchts stimmungsvollem „Kardamom“, auch die warmen, weichen Klänge des Bassetthorns überraschend gut mit dem volltönend und gleichermaßen transparenten, dabei oft auch mehrstimmig gespielten Kontrabass von Karo Höfler. Dass Jochen Feucht damit dem „Wasser“ von Krisch auch noch den mit „Kardamom“ gewürzten „Geist des Weines“ hinzufügte war eine jener subtilen Anspielungen, die oft erst in der Retrospektive sinnfällig werden.

Am Ende jedes Duo-Sets standen gemeinsame Stücke in der Formation „zwei plus zwei“, darunter Charlie Chaplins zum unsterblichen Evergreen gewordenes „Smile“. Die angenehme Überraschung beim so zustande gekommenen „Quartett“: die beiden so unterschiedlichen Duokonzepte verbanden sich zu einem erstaunlich homogenen Ganzen, das mehr war als die Summe seiner Teile.

gez. H. Schönecker

Duo Kayu & Duo Echoes

Am 23.01.2015 um 20:30

Ort: Jazzclub Biberach
(c/o Bruno-Frey-Musikschule, Wielandstraße 27, 88400 Biberach an der Riß)

Beschreibung
Am Freitag, 23. Januar um 20:30 Uhr gibt es im Jazzkeller eine Art Doppelkonzert. Zum einen ist da das Duo Kayu mit den seit vielen Jahren bestens aufeinander eingespielten Musikern Karoline Höfler (Kontrabass) und Jochen Feucht (Holzblasinstrumente). Sie schaffen ein Klangbild, das dem Namen des Duos gerecht wird, denn „Kayu“ steht im Indonesischen für Holz. Nicht nur, dass Karoline Höfler einen traditionellen Kontrabass aus Holz spielt und Jochen Feucht diverse Holzblasinstrumente, auch die musikalische Zielsetzung ist klar definiert – warm und natürlich. Als Ausgangsbasis für sensible Improvisationen dienen originale Kompositionen und neu arrangierte, ausgesuchte Standards.

Zum anderen sind Dizzy Krisch (Vibraphon, Midivibraphon) und Dieter Schumacher (Schlagzeug, Persussion) im Duo Echoes mit von der Partie, die mit ihren Instrumenten eine eigenwillige experimentelle Plattform geschaffen haben. Dabei lotet Krisch die spieltechnischen und musikalischen Möglichkeiten aus, die ein midi-modifiziertes Vibraphon bietet. So sind Klangteppiche, Loops, Sequenzerpassagen, mehrstimmige Klang- und Melodiekombinationen möglich, die raumfüllend wirken. Doch erst die Vermischung dieser elektronischen mit rein akustischen Klängen ergibt den Reiz des Projekts.

Die beiden scheinbar gegensätzlichen Duos ergänzen sich im dritten Set zum Jazz-Quartett, bei dem „die Post abgeht“.