Archiv – Seite 65 – Jazzclub Biberach e.V.

Matthias Daneck Trio

Am 29.01.2016 um 20:30

Ort: Jazzclub Biberach
(c/o Bruno-Frey-Musikschule, Wielandstraße 27, 88400 Biberach an der Riß)

Beschreibung
Nach dem Motto des Duke Ellington-Klassikers „It Don’t Mean A Thing If It Ain’t Got That Swing“ startet der Jazzclub Biberach am Freitag 29. Januar um 20:30 Uhr im Jazzkeller mit dem richtigen Schwung ins neue Veranstaltungsjahr.

Der aus Biberach stammende Schlagzeuger Matthias Daneck setzt in seinem Trio auf unverkopften swingenden Straight Ahead-Jazz à la Wynton Kelly oder Ahmad Jamal. Mit Interpretation von Songs meist aus Broadway-Musicals füllten die Jazzmusiker der 50er-Jahre Hallen und wurden zu Legenden. Der mitreißende klingende Optimismus dieser Musik war einer der Hauptgründe, die Daneck einst zu einer Jazzmusikerlaufbahn bewegten. Sein bestens eingespieltes Trio besteht aus einem der gefragtesten und swingendsten Jazzpianisten des Landes, Thilo Wagner, und dem unvergleichlich erdigen und dennoch virtuosen Axel Kühn am Kontrabass.

Eintritt 15/12 EUR

Reservierungen unter < kasse@jazzbiber.de > bis spätestens 15:00 Uhr am Tag des Konzerts.

17.01.2016: The Sugar Foot Stompers

Klassischer Frühschoppen mit „Classic Hot Jazz“

„The Sugar Foot Stompers“ in bester Spiellaune

BIBERACH – Offenbar beflügelt von ihrer über vierstündigen Anreise durch den tief verschneiten romantischen Schwarzwald und in allerbester Spiellaune tauchten die acht gestandenen Musiker der „Sugar Foot Stompers“ aus Lörrach kurz vor Beginn des Konzertes und schon nach den ersten Gästen am späten Sonntagvormittag im Biberacher Jazzkeller auf. Und die Routiniers um „Chief“ Heiner Krause, deren Formation im Kern seit deren gemeinsamen Abitur 1986 zusammenspielt, ließen beim klassischen Weißwurstfrühschoppen des Jazzclubs zum Auftakt des neuen Jazzjahres nichts anbrennen. Vom ersten Ton an war das trotz heftigem Wintereinbruch und einer kurzfristig auf denselben Termin verschobenen Konkurrenzveranstaltung überraschend zahlreich erschienene Publikum sichtlich begeistert.

Den musikalischen Weg der „Sugar Foot Stompers“ säumen eine ganze Reihe ambitionierter CD-Aufnahmen, wovon auch das jüngste beim Biberacher Jazzclub vorgestellte Album „Classic Hot Jazz“ beredtes Zeugnis ablegte. Nicht nur durch dem historischen Kontext verpflichtete, dabei aber stilistisch eigenständige Interpretationen, auch mit ernsthaftem dokumentarischem Anspruch und mitunter gar der Ersteinspielung von mühsam rekonstruierten Originalkompositionen aus den 1920er Jahren (Panama Blues) stellte das Programm weit mehr dar, als bloße „Frühschoppenmusik“. Dies wusste der humorig und geistreich in drolligem südbadisch-schweizerischen Dialekt moderierende „Chief“ Heiner Krause, der ansonsten ein leicht aufgerüstetes Waschbrett und gelegentlich ein Kornett sowie eine Flüstertüte bediente, auf subtile Weise mitzuteilen: Der „Classic Jazz“ der „Sugar Foot Stompers“ sei beileibe keine bier- und weißwurstselige Unterhaltungsmusik. Was allerdings weder das Publikum vor einer guten, anspruchsvollen Unterhaltungsmusik noch die Musiker vor diversen Weißwürsten und Weißbieren bewahrte. Glücklicherweise.

Die Musiker, allen voran die Bläsersektion, zelebrierten ihre kurzen Soli stiltypisch und oft auch in Anlehnung an die historischen Vorbilder, forderten dabei immer wieder den Szenenapplaus heraus und ließen sich von den Wogen der Begeisterung aus dem Publikum in den siebten Jazzhimmel emportragen. Erst nach fast drei Stunden, als die Zugaben und die Anekdoten aus der Frühzeit des Jazz und den durchaus interessanten Einblicken in die Biographien der Musiker langsam ausgingen, ging auch das Jazzfest allmählich zu Ende. Die hauptberuflichen Dozenten, Musiker, Schulleiter, Informatiker und Physiker tauchten schließlich ebenso zufrieden wie das Publikum aus den tiefsten Sphären ihres schönsten Hobbys wieder in den Alltag empor und machten sich, nicht ohne dass zuvor noch zahlreiche handsignierte CDs ihren Besitzer gewechselt hatten, wieder auf den langen Heimweg.

 

gez. H. Schönecker

 

The Sugar Foot Stompers

Am 17.01.2016 um 11:00

Ort: Jazzclub Biberach
(c/o Bruno-Frey-Musikschule, Wielandstraße 27, 88400 Biberach an der Riß)

Beschreibung
Beim Jazz-Frühschoppen im Jazzkeller am Sonntag, 17. Januar spielen ab 11:00 die Sugar Foot Stompers. Stilistisch orientiert sich die ehemalige Schülerband aus Lörrach am traditionellen New Orleans Jazz mit all seinen Wurzeln wie Ragtime und Blues, ohne sich Weiterentwicklungen wie dem Chicago Stil, Dixieland und dem frischen Brass Band Stil heutiger New Orleans Bands zu verschließen. Auch alte Deutsche Schlager finden sich im Programm wieder. Die Sugar Foot Stompers haben sich inzwischen als die Oldtime Band etabliert, was kontinuierliche Präsenz wie z.B. beim Bebbi-sy-Jazz in Basel, Jazztone Lörrach oder Jazz auf der Burg belegen.

Die Besetzung (seit 1990): Johannes „Johnny“ Mauch (p), Dieter „Hot Lip“ Steininger (tp), Thomas „Kalti“ Kaltenbach (tb), Andreas „Waldi“ Walter (cl), Hiroki „Kampai-san“ Ichikawa (sax), Heiner „Chief“ Krause (wbd, voc, ld), Christian „Biabli“ Mauch (bjo) und Bernd „Heavy Metal“ Schöpflin (sousa).

Eintritt 15/12 EUR

Reservierungen unter < kasse@jazzbiber.de >

Rootbears

Am 22.12.2015 um 20:00

Ort: Schützenkellerhalle
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Beschreibung
Weihnachtskonzert mit den Rootbears

Die Rootbears und ihre Fans treffen sich zwei Tage vor Heilig Abend, am Dienstag, dem 22. Dezember 2015 um 20:00 Uhr zum 25. Mal in Folge zum legendären Weihnachtskonzert, jetzt im fünften Jahr in der bewährten Schützenkellerhalle.

Die Konzertbesucher erwartet folgende Besetzung: Rüdi an den Saxophonen, HP an der Posaune, Magnum vor und hinter den Tasten, Martin Bassman, sowie Pete Schmidt an den Drums.

Eine originelle Dramaturgie, Kommentare mit Esprit, launige Ansagen und unbändiger Spielwitz – das ist es, was die Fans aller Altersstufen begeistert. Wiederum ein Jahr älter, reifer, und noch musikalischer, mit noch mehr neuen Songs! Jazzig … groovig … besinnlich … same procedure as every year …

Ob es wieder die obligatorische Vokalnummer gibt? Und ob es wieder zum Auftritt eines Überraschungsgastes kommt?

Um das zu erfahren, kommen Sie rechtzeitig in die Schützenkellerhalle; der Jazzclub Biberach sorgt mit einer Getränketheke dafür, dass Sie sich schon VOR Konzertbeginn wohlfühlen!

Besetzung:

Rüdiger Przybilla: Sax
Hanspeter Schmid: Posaune
Magnus Schneider: Akkordeon, Klavier
Martin Schmid: Bass
Peter Schmidt: Schlagzeug

Einlass ab 19:00 Uhr

Eintritt: 12 EUR / ermäßigt 9 EUR

Kartenvorverkauf: 1. – 19. Dezember in der Stadtbuchhandlung

Platzreservierungen sind nicht möglich.

11.12.2015: Carlas Saxaffair

Carlas Saxaffair zum Jahresabschluss

Hohe Quartettkunst mit der ganzen Familie

BIBERACH – Die ganze Saxophonfamilie war heuer im Biberacher Jazzkeller vertreten. Vom kleinen Sopran- über das einschmeichelnde Alt- und ruppige Tenor- bis hin zum tongewaltigen Baritonsaxophon. Lediglich der notorisch nach Luft ringende Großvater, das grummelnde Bass-Saxophon, war zuhause geblieben als vier stramme Jungs um den in der Region bestens bekannten Sigmaringer Saxophonheroen Wolfgang Eisele auf Einladung des Jazzclubs im Jazzkeller den Jazzbiber tanzen und sich nicht nur mit Carla auf eine Affäre einließen.

In der Tat waren es in die Beine gehende Rhythmen wie Tango, Swing oder gar ein Reggae auf den Spuren von Bob Marley und selbstverständlich auch der eine oder andere von insgesamt 20 Bluestiteln im Repertoire, die Füße mitwippen ließen. Und das, obwohl fast alles fehlte, was sonst eine Tanzband ausmachte. Launig moderiert durch Stefan Dudda am Bariton, erfuhren die zahlreichen Gäste auch einiges zu historischen Hintergründen oder gar Hintergründiges, etwa über die frühe Karriere von Lionel Ritchie als Tennisspieler und Ersatzsaxophonist.

Wolfgang Eisele, für alle Kompositionen oder Arrangements zuständig, hat ein durchaus innovatives Konzept gefunden, Rhythmus und Begleitung so im Quartett zu verteilen, dass es an nichts mangelt. Erwartungsgemäß erfüllt dabei das in satter Tieflage schmatzende Baritonsaxophon die Rolle des Bassinstrumentes, durch stark rhythmisch geprägte Patterns aber auch den fehlenden Schlagzeugpart. Gelegentlich war sogar Raum für wilde Improvisationen auf dem gar nicht so schwerfälligen Instrument. Auch die konditionell starke körperliche Leistung, dieses schwergewichtige Instrument einen ganzen Abend lang im Stehen zu traktieren, sollte nicht gering geschätzt werden.

Helmut Stegen am Tenor- und Fritz Rebstein am Altsaxophon hatten als Gitarren- oder Klavierersatz keine leichte Aufgabe. Höchste rhythmische Präzision im homogenen Satz waren gewissermaßen zwingend erforderlich. Ebenso eine saubere Intonation. Lediglich das Sopran- oder Solo-Alt-Saxophon mit Wolfgang Eisele an den Klappen durfte in einigermaßen konventioneller Weise seine melodischen Kreise ziehen. Es ehrt den Komponisten, dass er es schaffte, in seinen keinesfalls gleichförmigen Arrangements auch mal die Rolle des Dienenden zu übernehmen und den Arbeitern aus den Mittelstimmen damit etwas Luft zum Atmen und zu improvisatorisch kreativen Ausflügen ließ.

Die rhythmisch groovenden Saxophonmänner hatten die unterschiedlichsten Titel im Repertoire. Da schimmerte facettenreich das „Mondlicht“, da wurden schillernde „Feenzauber“ gewebt und entrückten „Träumereien“ im „Traumfänger“ nachgelauscht. Überraschung und Abwechslung waren bei Carlas Saxaffair zum Programm erhoben. Selbst vor einem 7/4-Takt im „Rhythm Change“ machte die extravagante Truppe nicht halt. Kein Wunder, dass Eiseles Kompositionen mittlerweile auch zu den Standards in der Quartettliteratur für Saxophon gehören und viele Nachahmer in der Bläserszene gefunden haben.

gez. H. Schönecker