Archiv – Seite 59 – Jazzclub Biberach e.V.

nic demasow

Am 21.10.2016 um 20:30

Ort: Jazzclub Biberach
(c/o Bruno-Frey-Musikschule, Wielandstraße 27, 88400 Biberach an der Riß)

Beschreibung
nic demasow

Elektronische Musik, Rock, Funk und zeitgenössische Musik: Das sind die Elemente, aus denen die Musik des Darmstädter Trios schöpft.

Die drei Musiker widmen sich der lebendigen Interaktion und Improvisation. Sie verwenden Themen und Motive persönlicher Vorbilder und entwickeln daraus eine eigene Musiksprache mit Wiedererkennungswert. Auf diesem Weg finden nic demasow über diverse musikalische Stile und Spielformen immer wieder zurück zum Ursprung der Jazzmusik. Die Eigenkompositionen bewegen sich zwischen auskomponierten Arrangements und freier Improvisation. Eine Live-Performance der besonderen Art erwartet Sie.

nic demasow besteht aus Denise Frey (Saxophone und Elektronik), Martin Sadowski (Bass, Gitarre, Elektronik) und Nico Petry (Drums, Percussion, Elektronik).

http://nicdemasow.de/

Eintritt 15/12 EUR

Kartenreservierungen unter kasse@jazzbiber.de bis spätestens 12:00 Uhr am Tag des Konzerts.

Paulina Lenda & Kruki

Am 14.10.2016 um 20:30

Ort: Jazzclub Biberach
(c/o Bruno-Frey-Musikschule, Wielandstraße 27, 88400 Biberach an der Riß)

Beschreibung
Die vier Schweidnitzer Musiker Paulina Lenda (Gesang), Bartek Cooper (Bassgitarre), Mateusz Chocholek (Schlagzeug) und Piotr Krakowski (Gitarre) sind Freunde und machen Rockmusik mit Ausflügen in Grunge und Blues-Rock. Die Band ist in Polen wiederholt bei größeren Festivals und Wettbewerben erfolfreich aufgetreten, ebenso in verschiedenen TV-Shows. Paulina Lenda wurde 2005 als 15-Jährige bei einem „Got Talent“-Wettbewerb entdeckt, sie tritt auch als Solo-Sängerin auf und wird wegen ihrer tiefen, kräftigen und variationsfähigen Stimme vielseitig gelobt.

Das Quartett tritt auf im Rahmen der Polnischen Wochen in Kooperation mit dem Kulturamt und dem Partnerschaftsverein.

Eintritt 15/12 EUR

07.10.2016: Stefanie Boltz Quartett

Stefanie Boltz – Quartett im Jazzkeller

Love, Lakes & Snakes

BIBERACH – Der akustische „Vocal Jazz & Pop“ der von der Kritik hochgelobten Münchner Sängerin Stefanie Boltz mit ihrem Quartett elektrisierte und begeisterte die Gäste im bis auf den letzten Platz besetzten Jazzkeller. Die CD „Love, Lakes & Snakes“ mit ihrem Solo-Debut von 2014 überzeugte auch in der Liveversion. Die vielseitige Jazzsängerin komponierte zusammen mit dem Produzenten Sven Faller (Kontrabass) nahezu alle Titel des Albums. Abwechslungsreich und mit großer emotionaler Tiefe im Ausdruck entführten die eingängigen Melodien in eine ganz persönliche, atmosphärisch dichte Klangwelt voller Anmut.

Viele der Titel wie „Sunrise“ oder das pragmatische „Don’t leave your coffee by the bed“ kamen balladenhaft daher und entfalteten in sympathisch unaufgeregter Weise weite Klangräume in deren Tiefen noch Platz für durch die Liedtexte angestoßene eigene Gedanken und Gefühle blieb. Aber auch zupackend im R & B- oder Gospelstil groovende Titel wie „Honeybunny“, das rockig rasante „Take it all away“ oder countrymäßig fetzige Nummern wie „Molignon“, der von Stefanie Boltz‘ Erfahrungen auf dem gleichnamigen Südtiroler Klettersteig berichtet, nehmen die Zuhörer mit auf die Reise ins Innere des Boltz’schen Klangkosmos. Bei aller Wandlungsfähigkeit ihrer Stimme bleibt Stefanie Boltz dabei doch immer natürlich und authentisch. Obwohl ihre beeindruckende Stimme unzweifelhaft im Mittelpunkt aller Interpretationen steht, ergeben sich doch auch für ihre Mitstreiter Paul Morello (Gitarre) und Tilman Herpichböhm (Schlagzeug), die sie ansonsten verlässlich auf Händen tragen, immer wieder gestalterische Freiräume, die sie in jazztypischer Weise auch improvisatorisch nutzten. Besonders Paul Morello aber auch Sven Faller ließen dabei immer wieder Kostproben ihres Könnens aufblitzen.

Dem eingefleischten Jazzfan unter den Zuhörern dürfte der improvisierte Anteil vielleicht etwas zu kurz gekommen sein. Vielleicht stieß auch die schlagerhafte Eingängigkeit mancher Songs des „Akustik Pop“ da oder dort auf eine gewisse Skepsis und Zurückhaltung. Entschädigt wurden aber auch die Puristen dafür durch gestaltkräftige, einprägsame Melodien mit dem Potential zu Evergreens, wie etwa den Refrain des stimmungsvollen Songs „Bright Life“. Entschädigt wurden sie auch durch die subtile Sinnlichkeit und Leidenschaft tief empfundener Kantilenen der temperamentvollen Sängerin, die überdies auch noch durch phänomenales Timing, präzise und nuancenreiche Intonation sowie eine charmanten Anmoderation der Titel bestach.

Zwei Zugaben und reißender CD-Absatz sprachen jedenfalls für die außerordentliche Zufriedenheit über die künstlerische Entwicklung von Stefanie Boltz, die bereits 2012 im Duo mit Sven Faller als „Le Bang Bang“ im Jazzkeller ihr Biberach-Debut gegeben und bereits damals viele Fans gefunden hatte.

gez. H. Schönecker

 

 

Stefanie Boltz Quartett

Am 07.10.2016 um 20:30

Ort: Jazzclub Biberach
(c/o Bruno-Frey-Musikschule, Wielandstraße 27, 88400 Biberach an der Riß)

Beschreibung
Stefanie Boltz: Love, Lakes & Snakes

Elektrisierender Vocal-Jazz
Acoustic Pop

„Die Vocal Lady hat sich und ihren Sound gefunden“, schreibt der Merkur über Stefanie Boltz. Und dieser Sound hat es in sich. Ihr Solo-Debut „Love, Lakes And Snakes“ ist ein atmosphärisches Kleinod aus sehr persönlichen Eigenkompositionen, die man am treffendsten als Acoustic Pop bezeichnen könnte. Die Musik ist ebenso nuancenreich und dynamisch wie ihre Stimme: Von intim hauchend bis kraftvoll und bluesig anpackend, von seelenvoll schwebend bis cool groovend, Stefanie Boltz erzählt vierzehn gefühlvolle Geschichten, die unter die Haut gehen.

Aufsehen erregte die Münchnerin als singende Hälfte des preisgekrönten Duos „Le Bang Bang“ mit Sven Faller, das zuletzt von ELLE zur „1. Liga“ der Münchner Szene ernannt wurde und mit dem sie mittlerweile auf zahllosen renommierten Bühnen zu Gast war. Für Love „Love, Lakes And Snakes“ hat sie eine hochkarätige Band um den namhaften Bassisten und Produzenten zusammengestellt, die aus zentralen Akteuren der deutschen Szene besteht.

Die Spannbreite ihrer stimmlichen Ausdrucksmöglichkeiten hat Stefanie Boltz eine vielseitige Karriere beschert. So flüsterte sie, scattete 8-stimmig und beatboxte in der preisgekrönten Acappella- Formation „Slixs“, die mittlerweile mit Bobby McFerrin auf Tour ist, interpretierte dadaistische Texte, stand im Studio für Film-, TV- und Kindermusik, arbeitete jahrelang als DJane, führte unter der Regie von Georgette Dee und Gayle Tufts in der Vocal Girl Group „The Croonettes“ musikalische und dramaturgische Aspekte zusammen. Gemeinsam mit dem Joe Pass-Schüler Philipp Stauber tauchte sie im Duo tief in die Jazz-Tradition ein.

Besetzung:
Stefanie Boltz (Gesang)
Paulo Morello (Gitarre)
Sven Faller (Kontrabass)
Christoph Huber (Schlagzeug)

„Sie stöhnt, haucht, klagt, gibt sich der Musik hin und schafft so Musik mit Charakter zwischen Gospel, Blues, Pop & Jazz. Großartig!“ Lichtung

„Überströmend vor Temperament: Gesang mit allen Sinnen und unbändiger Lebenslust!“ Südwest Presse

„Wandlungsfähig und ausdrucksstark. Einfach genial.“ Jazzpodium

„Wie ein atmender Organismus wirkt das Ganze, Musik hat bei diesem Quartett eine physische Präsenz und subtile Sinnlichkeit. Hier grenzt keiner den anderen aus. Stefanie Boltz und ihre Band agieren mit eigenem Kopf.“ Münchner Merkur

„Man reibt sich die Augen: Enormes Ausdrucksvermögen. Ideenreiche Improvisationsgabe.“ Allgemeine Zeitung

„Boltz benutzt ihre Stimme wie ein äußerst differenzierbares Instrument, moduliert präzise und sparsam, aber doch ungeheuer variantenreich.“ Süddeutsche Zeitung

Eintritt 15/12 EUR

Reservierungen unter < kasse@jazzbiber.de > bis spätestens 12:00 Uhr am Tag des Konzerts.

23.09.2016: Offshore

Preisgekrönte Kölner Band begeistert im Jazzkeller

Offshore – Ein Name wird Programm

BIBERACH – Die mehrfach preisgekrönte Gruppe „Offshore“ aus der Kölner Jazzschmiede spielte zur Eröffnung der Herbstsaison des Biberacher Jazzclubs im gut besuchten Jazzkeller ausschließlich Eigenkompositionen abseits ausgetretener Pfade. Kein einziger Coversong war dabei zu hören. Es gab keine noch so versteckten bekannten Motive oder gar Melodien, denen es nachzuspüren lohnte. Es erklangen keine eingängigen sich permanent wiederholende Rhythmuspatterns und die stark erweiterte Tonalität zerfloss an ihren Grenzen. Die reichhaltige Harmonik hatte sich ihrer Fesseln entledigt und das musikalische Standardvokabular schien nicht mehr zu greifen. Die erfrischend andersartige Musik stieß trotz oder gerade wegen ihrer Unbestimmtheit und Andersartigkeit bereits nach dem ersten Titel auf überraschte und zustimmende Begeisterungsäußerungen im Publikum.

Mit einem feinen Gespür für das richtige Maß an musikalisch Neuartigem und der ausgeprägten Fähigkeit zum Schaffen nachvollziehbarer formaler Strukturen, einer plastischen Textur der inneren Grammatik, an der jeder der fünf jungen Musiker in souveräner Eigenständigkeit beteiligt war und gleichermaßen gestalterische Verantwortung im interaktiven Geflecht konträr aufeinander bezogener Kontrapunkte übernahm, gelang „Offshore“ zuweilen das ganz Besondere. Die Gegensätze hoben sich auf, die polyphone Autonomie des Einzelnen verschmolz zu einem hin- und mitreißenden Ganzen, die Stücke entwickelten einen straffen, packenden Groove und in die von allen zuckersüßen Leckereien befreiten Gehörgänge strömte mit kraftvoller Opulenz eine sauerstoffreiche, erfrischende und belebende Prise „Offshore-Jazz“ voller Fantasie und Spontanität.

Die etwas ungewöhnliche Besetzung aus Sopran- bzw. Tenorsaxophon (Christoph Möckel), Vibraphon (Dierk Peters), Klavier (Constantin Krahmer), Kontrabass (Oliver Lutz) und Schlagzeug (Fabian Rösch) steht für klangliche Vielfalt und Transparenz gleichermaßen. Dierk Peters zeichnete, neben dem sensibel agierenden Pianisten Constantin Krahmer, auch für die meisten Kompositionen verantwortlich. Er spielte sein Vibraphon, abgesehen von einem einzigen manuell fabrizierten solitären Vibratoeffekt, ganz untypisch völlig ohne Vibrato, was der Transparenz des Gesamtklanges durchaus guttat. Auch von Bass und Schlagzeug kamen stimulierende, mitunter überraschende aber niemals dominierende Beiträge, die sich wie Christoph Möckels Saxophon organisch in den Bandsound integrierten. Hätte in klassischen Bandkonzepten fast schon naturgesetzlich das Saxophon als einziges echtes Melodieinstrument das musikalische Geschehen überstrahlt, so ist Möckel hoch anzurechnen, dass er bei aller Virtuosität und Expressivität den „primus inter pares“ verkörperte und sich dienend dem Bandkonzept unterordnete.

Nach der das offizielle Programm beschließenden Komposition „Copland“, als Hommage an den vom Saxophonisten zum Pianisten mutierten amerikanischen Jazzmusiker Marc Copland geschrieben, erklatschte sich das begeisterte Publikum gleich zwei Zugaben.

 

gez. Dr. H. Schönecker