Archiv – Seite 57 – Jazzclub Biberach e.V.

Shane Quartet (Int. Biberacher Jazzpreis 2016)

Am 10.02.2017 um 20:30

Ort: Jazzclub Biberach
(c/o Bruno-Frey-Musikschule, Wielandstraße 27, 88400 Biberach an der Riß)

Beschreibung
Mit Blick auf die Tradition nimmt die Band „Shane“ Strömungen des heutigen Jazz auf und formt daraus ihre eigene Klangsprache. Ohne Harmonieinstrument entsteht viel Raum für Improvisation und Zusammenspiel- Musik voller Ideen und Spannungsbögen. Es werden ausschliesslich Kompositionen von Michael Gilsenan gespielt. Im Frühling 2016 gewann Shane den Internationalen Jazzpreis in Biberach.

Dieter Ilg würdigte „Shane“ bei der Preisverleihung des Biberacher Jazzpreises insbesondere dafür, dass sie sich mit einer Quartett-Formation ohne Harmonieinstrument bereits einer besonderen Herausforderung stellten. Die damit verbundenen stilistischen und strukturellen Erfordernisse wurden jedoch hervorragend gemeistert. Ein druckvolles Kontrabassspiel (Jérémie Krüttli) und ein relaxt und filigran mit guter Strukturierung und feinsinnigen Akzentuierungen rhythmisch vielschichtig begleitendes Schlagzeug (Philipp Leibundgut) legten die Basis für transparente Strukturen innerhalb derer die beiden Saxophonisten Gabriel Wenger und Michael Gilsenan ihre plastischen Melodien und virtuosen Improvisationen entfalten konnten. Besonders Gilsenan, der auch für alle Kompositionen verantwortlich zeichnete, entwickelte in seinem rhetorisch geprägten Spiel weite Spannungsbögen von großer Individualität und Tiefe.

Gabriel Wenger (s)
Philipp Leibundgut (dr)
Michael Gilsenan (comp, s)
Jérémie Krüttli (b)

Eintritt 15/12 EUR
Reservierungen unter < kasse@jazzbiber.de > bis spätestens 12:00 Uhr am Tag des Konzerts.

29.01.2017: Local Vocal Jazz Workshop & Matinee

Voller Erfolg für Konzertmatinee „LocalVocalJazz“

Premiere mit sieben Bandformationen und über 40 Mitwirkenden

BIBERACH – Eine mehrfache Premiere gab es am Sonntag in der Aula der Gymnasien. Die musikalische Einweihung der erst in den Weihnachtsferien eingebauten, nagelneuen Tonanlage stand ebenso an wie der erste öffentliche Auftritt der in diesem Schuljahr neugegründeten WG Jazzband und ein Konzert mit gleich sieben beteiligten Bandformationen mit sieben Vokalisten aus der Region. Die über 40 Mitwirkenden boten auf Initiative des Jazzclubs in einem über dreistündigen, dabei überraschend abwechslungsreichen und kurzweiligen Unterhaltungsprogramm einen hochinteressanten Querschnitt durch die lokale Gesangs- und Bandszene unter dem Motto „LocalVocalJazz“.

Die im weitesten Sinne jazzaffine Musik, dargeboten in schneller Folge vom Jazzchor Biberach (Solistin: Birgit Kempken), von der neuformierten WG Jazzband (Solistin: Tamara Angele), von Lea Knudsen mit AlJoVo, Jasmin Mohn mit „Miles & More“, dem jungen Singer/Songwriter Michel Stirner, Marina & Friends sowie dem Quartett „Mexican Blue“ mit Sängerin und Gitarristin Isolde Werner, in opulentem Sound auf der neuen Anlage bestens abgemischt von Frank König aus Ravensburg, konnte rundum begeistern. Die im Nebenraum aufgebaute interaktive Klanginstallation der Workshop-Dozentin Isolde Werner wurde in den kurzen Umbaupausen leider nur schwach gewürdigt. Dafür war der Zuspruch bei der Klasse 8a, die zur Finanzierung ihrer Donaufahrt die Bewirtung im Foyer übernommen hatte, umso größer.

Wohl auch inspiriert durch den professionellen Mix und den entsprechend guten Sound liefen alle Formationen mit sichtlichem Spaß zu musikalischer Hochform auf. Von Jazzklassikern wie „My funny Valentyne“ oder einem eindrucksvollen Arrangement von Gershwins „Summertime“ für Solo und Chor über den Megahit „All about that Bass“ der amerikanischen Sängerin und Songwriterin Meghan Trainor, dargeboten vom Jazzchor Biberach (Ltg. H. Schönecker) zum „Leichten Gepäck“ von Silbermond oder Ed Sheerans „Thinking out loud“ in der stilsicheren leicht angejazzten Interpretation von Tamara Angele mit der WG Jazzband reichte die musikalische Bandbreite von Louis Armstrong über Bob Dylan und die Beatles zu Gregory Porter und Sophie Hunger. Die frischen Eigenkompositionen des 18jährigen Michel Stirner und vor allem deren virtuose Umsetzung mit Fußschaltern, Effektgeräten, Ukulele und Stimme erstaunten und begeisterten vor allem auch das junge Publikum.

Die in langen gemeinsamen Bandjahren eingespielten „Altmeister“ wie Lea Knudsen mit den Brüdern Alexander und Jochen Vogel an den Gitarren lieferten ein temperamentvolles Show- und Unterhaltungsprogramm mit eingängigen Melodien und meist tanzbaren Rhythmen, Jasmin Mohn mit „Miles & More“ boten jazzige Nummern voller Leidenschaft mit ausgedehnten Improvisationen auf Saxophon (Michael Dümmler) oder Gitarre (Volker Jedelhauser) während Marina Raidt-Altunashvili an Stimme und Klavier mit ihren Musikfreunden besonders mit neu interpretierter georgischer Folklore gefiel. Den Abschluss des Mammutprogramms gestaltete Isolde Werners Band „Mexican Blue“ mit minimalistischen Arrangements amerikanischer Folksongs, die in ihrer Einfachheit und Schlichtheit unter die Haut gingen und entspannt in den Nachmittag überleiteten.

gez. H.S.

 

27.01.2017: Fauzia Maria Beg & The Lorenzo Petrocca Organ Trio

Wahlschwäbisches „Dreamteam“ bringt Jazzkeller zum Brodeln

Fauzia Maria Beg mit dem Lorenzo Petrocca Organ Trio

BIBERACH – Mit Songs ihrer neuen CD „Fancy Miss Nancy“, die im vergangenen Jahr als Hommage an die amerikanische Jazz-Sängerin Nancy Wilson in Zusammenarbeit mit dem Lorenzo Petrocca Trio entstand, beeindruckte und begeisterte die aus Mumbai stammende Sängerin Fauzia Maria Beg ein fachkundiges Publikum im Freitagskonzert des Jazzclubs. Die Songs der mittlerweile 80 jährigen mehrfachen Grammy-Preisträgerin wurden jedoch nicht einfach nur gecovert oder als Baumaterial für gleichnamige neue Stücke ausgeschlachtet. Mit ihrer charakteristischen und enorm wandlungsfähigen, großen Stimme gewährte die wegen einer Erkältung mit Ingwerwasser „gedopte“ Fauzia Maria Beg den Stücken eine respektvolle und würdige Reinkarnation im Geiste unserer Zeit.

Bereits mit dem international profilierten „Lorenzo Petrocca Organ Trio“ aus Stuttgart fand die in Tübingen lebende Sängerin kongeniale Partner für ihr CD-Projekt. Für den Biberacher Auftritt ersetzte die an der Musikhochschule München unterrichtende Hammondorgel-Koryphäe Andreas Kissenbeck den Stammorganisten Thomas Bauser, Arnim Fischer war der ruhende Pol am munter groovenden Schlagzeug. Mit diesem „Dreamteam“ und dem druckvollen Vintage-Sound aus R&B und Soul brachte die Formation den Jazzkeller schnell zum Brodeln. Angefeuert durch den legendären, sengend heißen B3 Hammond-Sound in Kombination mit den rotierenden Lautsprechern eines originalen Leslie-Tonkabinetts aus den 1960er Jahren wähnte sich der Fan dieser Musik gleich wie in einer Magmakammer.

Die organische Verbindung dieses Retro-Sounds mit dem Jazz darf als Meisterleistung und beinahe schon als Alleinstellungsmerkmal für diese Formation gelten. Faszinierende Gitarrenimprovisationen von Lorenzo Petrocca – dessen druckvoller Gibson-Fender-Sound vielleicht in der transparenten Jazzkeller-Akustik etwas zu mittig geraten war – vor allem aber die in ihrer Spontaneität und Genialität selten übertroffenen Hammond-Licks und –Soloimprovisationen von Andi Kissenbeck ließen den berühmten Gänsehauteffekt gar nicht mehr abklingen. Was das Ingwerwasser für die Stimme, war diese Band für die Sinne: stimulierend, aufbauend, gesundheitsfördernd.

Symbolisch für ihre eigene Rolle in der Traumformation erwies sich der Song „Peel me a grape“ – „Schäl‘ mir eine Weintraube“. Von ihren Mitmusikern verwöhnt und buchstäblich „auf Händen getragen“ zelebrierte die indische Diva ihre Show mit enormer aber gleichwohl sympathisch dezenter Bühnenpräsenz. Am eindrucksvollsten gelangen die Balladen, die nicht nur tiefempfundenen Ausdruck in echter Emotionalität sondern auch ausgiebigen Freiraum für interaktive Ausgestaltung in spontaner Improvisationslust ermöglichten. Auch hier ragte der Gaststar Kissenbeck immer wieder durch überraschende, ungewöhnliche oder auch witzige Nuancierungen und Registrierungen heraus. Der genussvolle Abend, einmal nicht in der stilistisch vordersten, experimentierfreudigen Avantgarde angesiedelt, hätte getrost noch länger dauern können.

 

gez. H. Schönecker

Matinee „LocalVocalJazz“

Am 29.01.2017 um 11:00

Ort: Jazzclub Biberach
(c/o Bruno-Frey-Musikschule, Wielandstraße 27, 88400 Biberach an der Riß)

Beschreibung
Matinee „LocalVocalJazz“

LocalVocalJazz ist das Motto des „Gipfeltreffens“ von jazzaffinen Solo- und Chorsängerinnen und –sängern aus der Region im Rahmen einer Matinee des Biberacher Jazzclubs (Beginn: 11:00h) in der Aula der Gymnasien. Sieben verschiedene Formationen haben ihre musikalische Teilnahme an der Veranstaltung zugesagt. Neben dem Jazzchor Biberach (mit Solisten) werden Isolde Werner mit ihrer Band „Mexican Blue“, Tamara Angele mit der WG Jazzband, Jasmin Mohn mit „Miles & More“, „Marina & Friends“, Lea Knudsen & „AlJoVo“ sowie der junge Singer/Songwriter Michel Stirner mit von der Partie sein, so dass ein bunter Stilmix und ein kurzweiliges Programm zu erwarten sind.

Mit dieser Matinee setzt der Jazzclub eine Tradition fort, die seit einigen Jahren immer zum Jahresbeginn eine Plattform für heimische Künstler bietet, sich einer interessierten Öffentlichkeit vorzustellen. Pianisten, Gitarristen, Schlagzeuger haben diese Tradition begründet, Sängerinnen und Sänger setzen sie nun fort. In den Folgejahren werden auch die jazzaffinen Bläser ein Forum finden.

Universitäre Unterstützung durch das Musiklabor der EMU (Ulm)
Im Rahmen der Veranstaltung wird die aus der Region stammende Isolde Werner mit der Unterstützung des Musiklabors der EMU (Experimentelle Musik der Universität Ulm) auch eine „Interaktive Klanginstallation“ als Teil eines in Wien entwickelten größeren Projektes der Künstlerin zu dem Thema „Klangraum-Raumklang“ vorstellen. Mit etwas Glück – da im Workshop ergebnisoffen gearbeitet wird – kommt auch ein von Kantor Ralf Klotz eigens eingerichteter Kanon von Justin Heinrich Knecht (aus „Rund um mich her…“) zur Aufführung.

In der Pause werden im Foyer Getränke und Snacks angeboten.

In einer Verlautbarung des Kulturamtes der Stadt Biberach heißt es: „Im Rahmen des Kulturleitthemas „Maker Spaces – kreativ Räume gestalten“ sind alle künstlerisch Ambitionierten in Biberach eingeladen, sich mit ihrem Können in den verschiedenen Kunstformen einzubringen. Dafür stehen die Räume der städtischen Kultureinrichtungen zur Verfügung. Ein weiterer Schwerpunkt 2017 wird der 200. Todestag von Justin Heinrich Knecht sein.“ Mit der geplanten interaktiven Klanginstallation aber auch mit dem Knecht-Kanon zielt diese Jazzclub-Veranstaltung ins Zentrum des Kulturleitthemas der Stadt. Falls die für die Weihnachtsferien geplante Neuinstallation der Beschallungsanlage in der Aula rechtzeitig in Betrieb geht, dürfte diese Veranstaltung zu einem ganz besonderen Event werden.

Eintritt 15/12 EUR
Für diese Veranstaltung sind keine Kartenreservierungen möglich, für die WG-Aula stehen ausreichend Plätze zur Verfügung.

Workshop „Der freie Umgang mit Stimme & Rhythmus“

Am 28.01.2017 um 09:00

Ort: Jazzclub Biberach
(c/o Bruno-Frey-Musikschule, Wielandstraße 27, 88400 Biberach an der Riß)

Beschreibung
Workshop „Der freie Umgang mit Stimme & Rhythmus“

Mit dem Workshop „Der freie Umgang mit Stimme & Rhythmus“, geleitet von der in Wien lebenden Jazz-Sängerin, -Gitarristin und Dozentin Isolde Werner (in der Aula der Gymnasien; ggf. in zwei Gruppen von 9:00h – 13:00h und von 15:00h – 19:00h) wendet sich der Jazzclub Biberach e.V. in einer Kooperation mit der Fachschaft Musik des Wieland-Gymnasiums an alle interessierten Vokalisten zwischen 12 und 82 Jahren, die in der Jazz, Rock oder Popmusikszene unterwegs sind.
Unter anderem mit Kanons des New Yorker Straßenmusikers Moondog (mit Einflüssen aus der Madrigaltradition, von J.S. Bach und von indianischer Rhythmik), Jimi Hendrix oder Justin Heinrich Knecht wird im freien Spiel der Stimmen die rhythmische Standfestigkeit der Teilnehmer herausgefordert und geschult. Die musikalischen Erträge des Workshops erklingen teilweise auch im Rahmen der sonntäglichen Matinee LocalVocalJazz.

Für Schüler des Wieland-Gymnasiums sowie für jugendliche Mitglieder des Jazzclubs und der Bruno-Frey-Musikschule ist die Teilnahme an den Workshops kostenfrei. Weitere Teilnehmer & Gebühren nach Rücksprache.

Die Anmeldung (bis 26.01.) kann formlos erfolgen unter: helmut.schoenecker@wieland-gymnasium.de bzw. vorstand@jazzbiber.de. Telefonische Rückfragen unter 01573-2063846 (Dr. Schönecker).

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, es gilt die Reihenfolge der Anmeldungen.

Fauzia Maria Beg and the Lorenzo Petrocca Organ Trio

Am 27.01.2017 um 20:30

Ort: Jazzclub Biberach
(c/o Bruno-Frey-Musikschule, Wielandstraße 27, 88400 Biberach an der Riß)

Beschreibung
„Fancy Miss Nancy“ (Tribute to Nancy Wilson)

Fauzia Maria Beg (Vocals)
Lorenzo Petrocca (Guitar)
Andreas Kissenbeck (Hammond B3)
Armin Fischer (Drums)

Pressestimmen:
Überzeugende Combo: Fauzia Beg und Lorenzo Petrocca
‚Die zierliche Sängerin besitzt eine ausdrucksstarke Stimme mit sicherer Intonation. Sowohl einschmeichelnde Balladen als auch Up-Tempo-Nummern aus dem Great American Songbook setzt sie nuancenreich und mit großem Einfühlungsvermögen um. […] Ihr neues Album besteht aus einem Dutzend Songs und ist ihrem Idol Nancy Wilson gewidmet. Mit dem Lorenzo Petrocca Organ Trio hat die Tübingerin eine starke Begleitcombo, die aus drei Spitzenkönnern des deutschen Mainstream-Jazz besteht und sich am kochenden Sound der Jazzorgeltrios der 1950er-Jahren orientiert. […] Die Aufnahmequalität des Albums steht dem künstlerischen Niveau in nichts nach. Die Einspielung strotzt vor Präsenz. Jeder Titel ist derart sorgfältig aufgenommen, dass der Zuhörer das Gefühl hat, direkt vor den Musikern im Raum zu stehen.‘ [Schwarzwälder Bote]

Fauzia Maria Beg
Im Alter von 9 Jahren begann Fauzia Maria Beg eine klassische Indische Tanzausbildung (Kathak) in Bombay (Mumbai). Aufgewachsen in einer musikalischen Familie wurde schon bald auch ihr Talent als Sängerin entdeckt. Bereits in jungen Jahren arbeitete sie als professionelle Sängerin in sämtlichen Spitzenhotels der indischen Metropole. Dabei sammelte sie vor einem internationalen Publikum viel Erfahrung als Jazz-, Pop- und Soulsängerin.
Der Wunsch mit ihrer Stimme die Welt zu erobern brachte sie 1989 nach Europa. Mit ihrer Vorliebe für Jazz, Brasilianische Musik und indisch inspirierten Avantgarde-Projekten ist sie mit ihrer Vielseitigkeit aus der Stuttgarter Musikszene nicht mehr wegzudenken.

Eintritt 15/12 EUR
Reservierungen unter < kasse@jazzbiber.de > bis spätestens 12:00 Uhr am Tag des Konzerts.