Archiv – Seite 55 – Jazzclub Biberach e.V.

Volker Engelberth Quintett

Am 19.05.2017 um 20:30

Ort: Jazzclub Biberach
(c/o Bruno-Frey-Musikschule, Wielandstraße 27, 88400 Biberach an der Riß)

Beschreibung
Bastian Stein (trp)
Alexander ‚Sandi’ Kuhn (s)
Volker Engelberth (p)
Arne Huber (b)
Silvio Morger (dr)

‚JigSaw Puzzles’ ist das jüngste Projekt des Pianisten Volker Engelberth. Nach den zwei hochgelobten Alben ‚Perpetuum’ und ‚Kaleidoskop’ ist diese Quintett-Besetzung die logische Fortsetzung und Weiterentwicklung einer bereits sechsjährigen Trio-Arbeit.
In dieser neuen Konstellation treffen fünf der umtriebigsten Musiker der jungen deutschen Jazzszene aufeinander. Mit Bastian Stein (Trompete), Alexander Sandi Kuhn (Saxophon), Arne Huber (Bass) und Silvio Morger (Schlagzeug) verbindet Engelberth langjährige und bestens aufeinander eingespielte Wegbegleiter zu einer spannenden musikalischen Einheit.
Brandneue Kompositionen, speziell für diese Band geschrieben, bilden die Basis für ein pulsierendes, stets interagierendes Gefüge. Von modernem europäischem Jazz ebenso beeinflusst, wie von klassischer oder folkloristischer Musik, zeichnen sich diese besonders durch starke Melodien aus, denen ein komplexes harmonisches wie rhythmisches Gerüst zugrunde liegt. Ein Puzzle, das zusammengesetzt und in Kombination mit den jeweils individuellen Puzzleteilen der fünf Musiker immer wieder neue, überraschende Klanglandschaften hervorbringt.

Eintritt 15/12 EUR
Reservierungen unter < kasse@jazzbiber.de > bis spätestens 12:00 Uhr am Tag des Konzerts.

05.05.2017: Franz von Chossy Quintett

Niederländisches Crossover-Quintett begeistert im Jazzkeller

Kammermusikalische Transparenz mit Verve und Power

BIBERACH – Nahezu Unvereinbares überzeugend unter einen Hut gebracht hat Franz von Chossy mit seinem ungewöhnlich besetzten Quintett beim Freitagskonzert des Jazzclubs im gut besuchten Jazzkeller. Violine, Cello, Klarinette, dazu Klavier und Schlagzeug. Die Besetzung lässt Klassisches erwarten, Jazz eher nebenbei. Mit dem ersten Stück „Perpetual Lights“ von der prämierten CD „When the World Comes Home“ sprangen sofort Funken der Begeisterung auf das faszinierte Publikum über. Klassik wurde Jazz und umgekehrt. Anfängliche Skepsis über die Kombination Streicher im Jazz bei fehlendem Kontrabass wurde schlagartig gegenstandslos. Langanhaltender Beifall motivierte die Musiker zu weiteren Großtaten.

In kammermusikalischer Präzision und Transparenz sowie einem elektronisch modifizierten, angenehmen Wohlfühl-Sound gestaltete das Quintett Franz von Chossys stil-, grenz- und epochenüberschreitende Kompositionen über die „Vertreibung von Adam und Eva aus dem Paradies“ ebenso eindringlich wie abwechslungsreich. Die wenigen ganz neuen Kompositionen, darunter nach der Pause ein ausladender „Full-Range-Titel“, derzeit noch ohne Namen, der auf der nächsten CD der Band erscheinen soll, ließen die Wogen der Begeisterung noch höher schlagen. Barocke polyphone Fugatoteile, quasi generalbaßbegleitete Homophonie, orchestrale Klangwirkungen und klassische thematisch-motivische Arbeit, rhapsodische Reihungen, aber auch formal rahmende Geschlossenheit um gelegentliche freiere Improvisationen ließen keine Langeweile aufkommen und hatten schon gar nichts gewaltsam Konstruiertes an sich. Organisch, leichtfüßig beschwingt, aber auch düster, bedrohlich und voller Dramatik erzählt Franz von Chossy in prallen Bildern eine epische Geschichte, die durchaus als Fortsetzung von „When the World Comes Home“ verstanden werden kann, den Staub der Jahrhunderte zu Diamanten verpresst.

„Steps of the Sun“ oder „Eternal Elephant“ waren weitere Highlights, die eine hell begeisterte Besucherin zu der Aussage verleiteten, es hier mit einer „galaktischen Musik“ zu tun zu haben. Auf ausdauernden Beifall gab es mit „Nocturne“ leider nur eine Zugabe, die jedoch das Programm so stimmig abrundete, dass sich alle Beteiligten damit zufrieden gaben.

Vom quirligen Yonga Sun (Schlagzeug), dem souveränen Jörg Brinkman (Cello), Klangtüftler Alex Simu („Spezial-B- und Double-Bass-Klarinette“), dem virtuosen und feinsinnigen Jeffrey Bruinsma (Violine) bis zum gestaltkräftigen Komponisten Franz von Chossy (Kawaiflügel) war es jedoch vor allem das homogene, fein ausziselierte Zusammenspiel des Quintetts, welches mit seiner Perfektion und Dichte die Zuhörer fesselte und die pittoresken Klangbilder überzeugend in Szene setzte. Der durch die Person Franz von Chossys vermittelte Crossover-Stil ist dabei auf einem guten Weg, zu einem weltoffenen, unverkrampften, perspektivisch neuartigen, eigenständigen Musikstil zu werden.

Text & Foto: Helmut Schönecker

 

Franz von Chossy Quintett

Am 05.05.2017 um 20:30

Ort: Jazzclub Biberach
(c/o Bruno-Frey-Musikschule, Wielandstraße 27, 88400 Biberach an der Riß)

Beschreibung
Franz von Chossy Quintett – Musik zwischen den Genres

FRANZ VON CHOSSY: piano, composition
JEFFREY BRUINSMA: violin
ALEX SIMU: clarinet
JÖRG BRINKMANN: cello
YONGA SUN: drums

Für sein viele Grenzen überschreitendes Quintett vertonte der gebürtige Münchner und Wahl-Amsterdamer Komponist und Jazzpianist Franz von Chossy in einem Kompositionsauftrag der „Muziek Biennale Niederrhein“ im Jahr 2012 die „Vertreibung von Adam und Eva aus dem Paradies“. Aus dem Auftrag entstand eine gefeierte Suite in neun Teilen mit dem Titel „When the world comes home“, die eine außerordentliche Plastizität und Bildhaftigkeit erreicht und mittlerweile auch als CD erschienen ist. Das Jazzklavierstudium in Amsterdam und der Filmmusik-Komposition an der renommierten New Yorker „Manhattan School of Music“ vermittelten Franz von Chossy das Handwerkszeug zu einer warmen, dichten Klangmalerei mit lyrisch-intensiven Assoziationen in einer modernen Tonsprache, andererseits aber auch zu stupenden Klavierimprovisationen im frechen Jazzidiom.

Mit der neunteiligen Suite entstand ein facettenreiches Crossover aus Klassik, Pop und Jazz, angenehm zu hören, organisch, unterhaltsam und spannend. Die besondere Besetzung aus Klarinette (Alex Simo), Violine (Jeffrey Bruinsma), Cello (Jörg Brinkmann), Klavier (Franz von Chossy) und Schlagzeug (Yonga Sun) lässt die verschiedenen Welten erahnen, zwischen denen die Sätze changieren. Einerseits klingt es wie ein kammermusikalisch transparentes, harmonisches Klanggefüge, kontrapunktiert durch jazziges Klavierspiel und ein erdig groovendes Schlagzeug, andererseits mischen sich aber auch ungestüme Wildheit und scharfe Dissonanzen im Grenzbereich zur modernen Musik darunter.

Das vielfach preisgekrönte Quintett – Franz von Chossy war u.a. auch Preisträger des renommierten Montreux Piano Solo Wettbewerbes – wird auf Einladung des Biberacher Jazzclubs ein erfrischendes Wechselbad der Gefühle anrichten und das Publikum “in andere Sphären katapultieren“ (Concerto 06/2012).

Eintritt 15/12 EUR
Reservierungen unter < kasse@jazzbiber.de > bis spätestens 12:00 Uhr am Tag des Konzerts.

07.04.2017: Trio ELF

Trio ELF mit „MusicBoxMusic“ im Jazzkeller

In der Ruhe liegt die Kraft

BIBERACH – Der gefragte Münchner Pianist und Komponist Walter Lang schaffte es einmal mehr mit seinem Trio ELF, bei seinem mittlerweile vierten Biberacher Auftritt in den letzten vier Jahren, eine stattliche Anzahl Fans zu mobilisieren oder neu zu überzeugen. Im prall gefüllten Jazzkeller durfte ein vom ersten Titel an hell begeistertes Publikum erleben, dass auch der ausgereifte Personalstil von Weltklasse-Musikern noch Steigerungen bereithalten kann. Das international gefeierte Trio zeigte mit der Präsentation seiner jüngsten CD „MusicBoxMusic“ erneut einen mutigen, risiko- und experimentierfreudigen sehr persönlichen Zugang zur oft geschmähten „Spieluhren- oder Automatenmusik“, mit überraschenden und teilweise verblüffenden Resultaten.

Verriet die erste Zugabe mit der geschichtsträchtigen „Mensch-Maschine“ von den weltbekannten deutschen Elektro-Rock-Pionieren „Kraftwerk“ noch die motorisch-mechanische Anfangsmotivation des Bandkonzeptes, zeigte die zweite, eifrig herbeigeklatsche Zugabe in ihrer entrückten Transzendenz die ruhige Ausdruckstiefe aus der die wahre, vielleicht durch buddhistische Meditation und regelmäßige Yogaübungen gespeiste Kraft und Energie strömt. Die resultierende friedvolle Ruhe strömte jedenfalls ungehemmt in die offenen Herzen eines wie befreit durchatmenden, dankbaren Publikums, welches anschließend auch in Scharen die mitgebrachten CDs erstand und signieren ließ.

Die Begeisterung auf beiden Seiten war sichtlich mit Händen zu greifen. Die Musiker ließen sich von dem Wohlwollen ihrer Fans auf Händen und von einem interpretatorischen Highlight zum nächsten tragen. In der raumgreifenden Weite von „Emptiness“ aus der Feder des slowakischen Bassisten Peter Cudek, kontrapunktiert durch präzise, feingliedrige Rhythmen von Gerwin Eisenhauer am Drumset oder in den kernig zupackenden, balkanisch anmutenden Bass- und Melodielinien von Walter Langs „Suq“ – jede der zahlreichen Kompositionen wies eine originelle Eigencharakteristik auf. Das weitgereiste, gerade erst von einer Tournee durch Zentral- und Nordamerika zurückgekehrte Trio verschmolz alle diese kosmopolitischen Einflüsse mit einem hohen Maß an Spielfreude und oft augenzwinkernden Humor zu frischen und erfrischenden, lebensprallen Preziosen in allen Schattierungen, zwischen unbeschwerter Heiterkeit und dem gelegentlichen Anflug melancholischer Kontemplation.

Ob durch spieluhrenhafte Ostinatofiguren in gebetsmühlenartigen Wiederholungen zu tranceähnlichen Zuständen führend oder in dramatisch-druckvoller Dynamik kulminierende Rock-, Funk- oder Hiphop-Grooves, die transparenten und mittels elektronischem Zauberkästchen klanglich modifizierten Sounds und Harmonien entwickelten eine ganz eigene magische Intensität, die unter die Haut ging und die Nackenhärchen aufzurichten vermochte. Die virtuosen und höchst inspirierten Improvisationen aller Bandmitglieder fügten sich organisch in die Stücke ein und ließen, wie sonst leider allzu oft bei namhaften Künstlern, nicht einmal den Verdacht auf bloße Effekthascherei aufkommen.

gez. H. Schönecker

Trio ELF

Am 07.04.2017 um 20:30

Ort: Jazzclub Biberach
(c/o Bruno-Frey-Musikschule, Wielandstraße 27, 88400 Biberach an der Riß)

Beschreibung
Trio ELF gehört zu den international am meisten beachteten Jazzformationen Deutschlands und hat gerade den Bremer Jazzpreis 2016 gewonnen. Sie sind die einzige deutsche Band der letzten Jahre, der das amerikanische Downbeat, das renommierteste Jazzmagazin der Welt, eine ganze Seite widmete.
„Trio Elf continues its signature exploration of the best of what’s out there in the world of sound“ Downbeat

Trio Elf bezieht seine musikalische Leichtigkeit aus Melodien, die geradezu hymnisch anmuten, flirrenden Rhythmen mit überraschenden dynamischen Brüchen und dem gemeinsamen Atmen dreier gleichberechtigter Stimmen. Ihre inspirierten Improvisationen wurden von der Kritik weltweit gefeiert. Markenzeichen der Band ist die Erweiterung des warmen akustischen Sounds durch den kreativen Einsatz von Electronics und Elementen aus der Club Music. Inzwischen sind 6 Alben bei ENJA Records erschienen, die Neueste „MusicBoxMusic“ im September 2016 bei Enja Records.

„Trio Elf gehört zu einer neuen deutschen Jazzgeneration. War der Jazz zuletzt zur Lounge- Musik degradiert, entdeckt sie das, was den Jazz einst groß machte: Risiko, neue Sounds und Energieausbrüche“
Hamburger Abendblatt

Gerwin Eisenhauer spielt komplexe Beats wie ein mensch- gewordener Drum-Computer, der mit Drum’n’Bass oder HipHop so virtuos improvisiert wie andere Jazzschlagzeuger mit dem Swing.

Walter Lang ist einer der herausragendsten Pianisten Europas und ein gefeierter Star in Japan. Seine lyrisch-magischen Melodien und energetischen Akkorde zeugen von ungeheurer Kreativität.

Peter Cudek machte sich mit seinem eigenständigen melodisch- virtuosen Stil auf dem Bass international einen Namen. Blitzschnell wechselt er von solistischem Kontrapunkt zu erdig-warmen Basslinien.

Erweitert wird Trio Elf durch Klangtüftler Mario Sütel, der zuweilen spontan Loops aus dem Fluss der Improvisation zaubert und so die Elf ihrem gesampelten Doppelgänger gegenüberstellt.

Eintritt 15/12 EUR
Reservierungen unter < kasse@jazzbiber.de > bis spätestens 12:00 Uhr am Tag des Konzerts.

Mitgliederversammlung Jazzclub Biberach e.V.

Am 04.04.2017 um 20:15

Ort: Jazzclub Biberach
(c/o Bruno-Frey-Musikschule, Wielandstraße 27, 88400 Biberach an der Riß)

Beschreibung
Tagesordnung:
1. Begrüßung
2. Berichte der Mitglieder des Vorstands
3. Bericht der Kassenprüfer
4. Entlastung des Vorstands
5. Wahlen (gesamter Vorstand)
6. Verschiedenes