Archiv – Seite 3 – Jazzclub Biberach e.V.

26.06.2026: Jazzclub Biberach e.V. wählt neue Mitglieder in den Vorstand

Verspätete Mitgliederversammlung zieht positive Bilanz für das Geschäftsjahr 2025 und für das Landesjazzfestival Baden-Württemberg 2026

Die mit immensem Aufwand verbundene Ausrichtung des baden-württembergischen Landesjazzfestivals im Jubiläumsjahr des 1976 gegründeten Jazzclubs ließ wenig Raum für eine turnusmäßige Durchführung der Mitgliederversammlung. Diese fand jetzt im Nachgang statt und es standen Neuwahlen an. Markus Schuck gab sein Amt als Beisitzer ab und Angela Hucker wollte von ihrem Schriftführerposten entbunden werden. Durch intensive Vorgespräche standen glücklicherweise geeignete Kandidaten für die Ablösung bereit. Ruth Weissenrieder wurde einstimmig als Schriftführerin gewählt und ebenso Frank Schölhorn zum neuen Beisitzer.

In bewährter Weise übernahm Ilse Haller die Wahlleitung und konnte, nach kurzer Diskussion über künftig zeitlich versetzte Wahlperioden, die erfolgreiche Fortführung aller weiteren Vorstandsämter vermelden. Jeweils ohne Gegenstimmen wurden die beiden Vorsitzenden, Peter Kiene und Dr. Helmut Schönecker, sowie die Kassenführerin Nina Maier-Schuck in ihren Ämtern bestätigt. Auch Pressereferent Günter Friedhelm und Beisitzer Michel Hucker führen ihre Aufgaben weiter. Für künftige Wahlen wird eine Verjüngung des Vorstandes angestrebt. An den neuen Vorstand erging der Prüfauftrag über einen geeigneten Modus zur Einführung zeitlich versetzter Wahlperioden.

Die Rechenschaftsberichte der Vorstandsmitglieder über das Jahr 2025 fielen ausnahmslos positiv aus, die Entlastung war reine Formsache. Die Besucherzahlen der regulären Konzerte haben sich auf hohem Niveau eingependelt, die Finanzen sind stabil, die Programmgestaltung gilt als vorbildlich, anspruchsvoll und ausgewogen. Nicht zuletzt durch das gewachsene Vertrauen der Besucher in das niveauvolle Konzertangebot konnte auch das Landesjazzfestival 2026 mit 22 Einzelveranstaltungen an 17 Tagen zu einem großen Erfolg werden. Weitgehend ausgelastete Konzerte, ein hohes Spendenaufkommen durch viele Sponsoren, ein 45köpfiges Helferteam und eine gut strukturierte Organisation in enger Zusammenarbeit mit den städtischen Einrichtungen boten für eine Kleinstadt in der Peripherie durchaus Außergewöhnliches. Als verbesserungswürdig wurde lediglich die Resonanz in den lokalen und sozialen Medien erachtet. Immerhin der seit 1990 ausgerichtete internationale Biberacher Jazzpreis fand in der deutschlandweit erscheinenden Jazzzeitung sowie in der Kulturredaktion der Schwäbischen Zeitung lobende Erwähnung.

Text: Dr. Helmut Schönecker
Foto: Steffen Dietze

10.04.2026 – 26.04.2026: Landesjazzfestival Baden-Württemberg

Landesjazzfestival Baden-Württemberg 2026 in Biberach

Ein Blick zurück voller Dank an die „Jazzstadt Biberach“

BIBERACH – Die Spannung in den letzten Tagen und Wochen vor Beginn des Landesjazzfestivals 2026 bei den Verantwortlichen im ausrichtenden Biberacher Jazzclub war riesig. Die konzeptionellen und organisatorischen Vorbereitungen begannen zwar bereits gute zwei Jahre vor dem Festivaltermin und gingen Hand in Hand mit den Vorbereitungen zum 50jährigen Club-Jubiläum. Doch je näher der Termin rückte, desto vielfältiger und drängender wurden die Fragen und Aufgaben. Kommen genügend Sponsoren zusammen? Geht das Konzept auf? Greifen die vielen Rädchen bei der Organisation und im Helferteam ineinander? Kommen innerhalb des kurzen Zeitraumes vom 10.-26. April genügend Besucher zu allen 22 Veranstaltungen? Wie wird die öffentliche Resonanz ausfallen? Diese und viele andere Fragen trieben das Organisationsteam mit den Vorsitzenden Peter Kiene und Helmut Schönecker und ihren rund 45 Helferinnen und Helfern um.

Doch bereits nach dem ersten Veranstaltungswochenende löste sich das ängstliche Harren und Bangen in Wohlgefallen auf. Beinahe oder sogar ganz ausverkauft gingen die Clubkonzerte mit dem Samuel Restle Oktett, dem Olivia Trummer Trio und die offizielle Eröffnung mit der Jazzrausch Bigband in der Stadthalle mit großer Begeisterung bei allen Beteiligten über die Bühne. Die Vernissage der Fotoausstellung von Wolfgang Volz zum Thema „Jazz in Biberach“ sowie die Lesung mit Ralf Dombrowkski und Alex Haas lockten überraschend viele Besucher ins Rathausfoyer und in die Stadtbücherei, bei NuMoksha im Vinotheum wurden die Plätze knapp und die Konzertreihe in der altehrwürdigen Schützenkellerhalle geriet zu einem Erfolgsmodell. Quadro Nuevo, bereits Wochen vorher ausverkauft, Jazz & Poetry Slam vor vollem Haus, der Schweizer Andreas Schaerer mit Band stieß auf helle Begeisterung, Monotape mit ihrer charismatischen Frontfrau Sarah Hoyer euphorisierten ihr Publikum im ausverkauften Saal mit Independent Soul.

Bei Joo’s Music Lesson in der VHS erreichte die Teilnehmerzahl gar doppelte Klassenstärke, während die, den Vortrag von Prof. Dr. Manfred Spitzer über Improvisation umrahmenden Schulbands von PG und WG, ebenfalls vor übervollem Haus in der Aula der Gymnasien musizierten. Jazz und Lyrik mit Lackerschmid, Schlesinger und von Studnitz ließen die Stadtbuchhandlung fast aus allen Nähten platzen und das Projekt „Jazz für Kinder“ lockte die Kleinsten. Workshops mit Prof. Dr. Thorsten Wollmann und Andrea Lehmler, zwei Mitmachkonzerte mit Herrn Hering und „Improvidings“, ein Tandemkonzert mit Lehmler/Debus im Jazzkeller sowie ein Mitmachkonzert im Rahmen des Musikschultages erreichten hunderte von Kindern.

Zu den größten Highlights gehörten das nahezu ausverkaufte Konzert der SWR Big Band mit Ida Sand unter dem Biberacher Komponisten Thorsten Wollmann und das ausverkaufte Finale des Biberacher Jazzpreises mit einem Kurzkonzert des ehemaligen Preisträgers Jakob Manz in der Stadthalle.

Das große Finale in der Stadtpfarrkirche St. Martin mit dem durch den weltweit vergebenen CARA-Award ganz aktuell als bester A-Cappella-Chor geadelten Jazzchor Freiburg unter Leitung seines Gründers Bertrand Gröger auf dessen Abschiedstour setzte einen grandiosen Schlusspunkt hinter das Landesjazzfestival 2026, welches eindeutig unter einem guten Stern stand. Zum auf den Tag genau 36. Geburtstag des Chores gab dieser Weltklasse-Chor sich selbst und dem beinahe auf den Tag genau 50 Jahre alten Jazzclub ein Geburtstagsständchen, welches durch das frisch prämierte Programm „Sacred“ gar noch die allerhöchsten Weihen erhielt.

Der Dank für dieses großartige Festival des Jazz in all seinen Varianten mit insgesamt fast 5000 Besuchern geht an alle Beteiligten, besonders an die zahlreichen Sponsoren, an das Land, an die Stadt und viele ihrer Einrichtungen, an die Bruno-Frey-Stiftung sowie an viele weitere Firmen und Einzelpersonen aus der Biberacher Geschäftswelt. Überraschend und erfreulich auch, dass die privaten Zuwendungen die öffentliche Förderung deutlich übertrafen. Ein ganz besonderer Dank geht aber an die zahlreichen Helfer, an das schwerbeschäftigte Organisations-Team und vor allem an das unermüdliche Publikum, welches durch seinen regen Besuch zum Ausdruck brachte, dass es durchaus zu schätzen wusste, was es hier in gut zwei Wochen alles geboten bekam. Von breitgestreut und eingängig bis hochkarätig und avantgardistisch sorgte ein bunter Mix aus Konzerten, Lesungen, Vorträgen, Ausstellungen, Workshops, Wettbewerben und neuen Formaten für Begeisterung bei Alt und Jung.

Text: Dr. Helmut Schönecker
Foto: Peter Kiene

25.04.2026: Biberacher Jazzpreis 2026 (Konzert: The Jakob Manz Project)

Nachbericht aus dem Kulturteil der Schwäbischen Zeitung / 27. April 2026 / Text: Helmut Schönecker

Weiterer Nachbericht von Redaktion JazzZeitung / 12. Mai 2026 / Text: Oliver Hochkeppel
https://www.jazzzeitung.de/cms/2026/05/erfolgreiche-nachwuchsfoerderung-jazz-jugend-forscht-zur-besonderen-ausgabe-des-biberacher-jazzpreises-2026/

Die Gewinner-Band (Fotos: Helmut Schönecker):

Siegerehrung (Fotos: Helmut Schönecker):

Beitragsbild: Wolfgang Volz

9bar (Biberacher Musiknacht)

Am 20.03.2026 um 20:00 Uhr

Ort: Jazzclub Biberach

Beschreibung

Im Rahmen der 29. Biberacher Musiknacht: PopRockHipHopBrass

9bar – Die 2014 gegründete Band aus dem Allgäu trägt diesen Namen nicht umsonst. An der
Front steht eine junge Frau, die mit ihrer gefühlvollen Stimme sowohl berührt als auch
beeindruckt und die Energie widerspiegelt, welche in dieser Band steckt. Ein Saxophon, drei
Trompeten, zwei Posaunen und ein Sousaphone bilden dahinter ein Kompressorsoundsystem
ohne Überdruckventil. Um ein solch brassplosives Gemisch unter Kontrolle zu halten, steht die
Rhythmusgruppe, bestehend aus Drums und Bass, wie ein Fundament auf der Bühne. Die
Musiker von 9bar sind von verschiedenen Genres geprägt. Ein vielseitiges Programm ist
vorprogrammiert. Egal ob Eigenkomposition oder Eigeninterpretation – fangen die Schallwellen
an zu schwingen, fangen die Füße an zu zappeln. Pop, HipHop und Funk werden durch
Improvisation und jazzige Einflüsse angereichert und zu einem kraftvollen Mix vereint.
Elektronische Beats sowie eine gnadenlose, elektronische Klampfe vollenden den druckvollen
Sound der 11-köpfigen Band.

Band:
Mara Immler – vocals
Max Wetzel – sax
Steven Fink – trumpet
Pascal Dillmann – trumpet
Johannes Bemetz – trumpet
Philipp Schmid – trombone
David Heidel – trombone
Andreas Groß – sousaphone
Konrad Immler – bass/vocals
Lukas Kolb – guitar/bass
Jan Heidel – drums

Bändelvorverkauf: Kartenservice Rathaus, Stadtbuchhandlung, Goldener Rebstock, Altes Haus – ab Mitte Februar

Foto: 9bar

13.03.2026: Matti Klein Soul Trio

Das Matti Klein Soul Trio begeistert das Publikum im Biberacher Jazzkeller
Zu den eher seltenen Klangereignissen zählen „Jazz Organ Trios“, umso erfreulicher, dass binnen eines Jahres deren zwei auf der Bühne des Jazzclubs performten. Wunderten wir uns 2025 noch über Manfred Junkers Uralt-Hammond/Leslie-Kombination, so galt es diesmal als Pendant dem betagten Wurlitzer E-Piano aus den 60ern und einem Fender Rhodes Bass Jahrgang 1972 Gehör zu schenken. Und „höre da“, der besondere Reiz der alt-bekannten Klänge stellte sich schlagartig ein. Matti Klein und sein Soul Trio fesselten von der ersten Sekunde an und brachten reichhaltig Groove in den Jazzkeller. Neben dem Organisten Matti Klein brillieren Lars Dieterich mit Tenorsaxophon und Bassklarinette sowie André Seidel am Schlagzeug. Vorangestellt wurden einige Stücke aus ihrem gefeierten Album „Bouncing‘ in Bubbleverse“, einer gekonnten Mischung aus Soul-Jazz, Hip-Hop, Funk und mitunter sphärischen Klangwelten. Klein zeigte sich selbst erstaunt über die tolle Akustik des Jazzkellers, den Reiz des „unplugged“-Spielens, sind die drei doch zumeist in wesentlich größeren Konzerträumen zu hören, und das weltweit seit 2017.

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Matti Klein Soul Trio

Am 13.03.2026 um 20:30 Uhr

Ort: Jazzclub Biberach

Beschreibung

Matti Klein Soul Trio: Bouncin’ In Bubbleverse – Release-Tour

Dem Genre „Deep-Fried Contemporary Soul-Jazz“ zugeordnet lotet das Trio aus Matti Klein, Lars Dieterich und André Seidel, seit 2017 weltweit auf Tour, die Möglichkeiten des Soul-Jazz neu aus. Ist Soul ein Gefühl, das unter die Haut geht, ein mitreißender Musikstil mit schwarzen Wurzeln, verkörpert er eine eigene Identität, lässt er sich einfach so spielen oder muss man ihn leben? Auf ihrer Release Tour des neuesten Albums „Bouncin‘ In Bubbleverse“ begeistern sie Kritiker und Soulgourmets gleichermaßen – mit eingängigen Melodien und eindrucksvollen, lange nachhallenden Gesellschaftsreflexionen, in denen sich die Vielfalt ihrer weltweiten Tournee-Erfahrungen spiegelt. Dass dabei natürlich auch der Sound stimmen muss, warme Wurlitzer-, Fender Rhodes Piano Bass-Klänge, wabernde Tenorsaxofon- und Bassklarinettenklänge aber auch elastische Funky-Drums erklingen, versteht sich von selbst. Mit ihren Vintage-Instrumenten, aus der Perspektive des 21. Jahrhunderts neu interpretiert, wandeln sie auf wenig betanzten Pfaden, abseits der beliebten Hammond-Orgel-Trios. Das Matti Klein Soul Trio macht sein eigenes Ding, seinen ganz individuellen, heißen Sound, authentisch, überzeugend und in einer „epischen Schönheit, die ihresgleichen sucht“ (JAZZTHETIK – Magazin).

http://www.matti-klein.de

Matti Klein (Wurlitzer, Rhodes Bass)
Lars Dieterich (Bassklarinette, Tenorsax)
André Seidel (Schlagzeug)

Eintritt: 22 Euro, Jazzclub-Mitglieder 18 Euro, Studierende 10 Euro,
freier Eintritt für Biberacher Schülerinnen und Schüler

Foto: JM Jorissen