Archiv – Seite 2 – Jazzclub Biberach e.V.

GBBJ (Gee’s Back Beat Jazz)

Am 20.09.2019 um 20:30 Uhr

Ort: Jazzclub Biberach
(c/o Bruno-Frey-Musikschule, Wielandstraße 27, 88400 Biberach an der Riß)

Beschreibung
Die in Deutschland lebende koreanische Ausnahmepianistin Gee Hye Lee versammelt in ihrem neuen Quintett einige der renommiertesten europäischen Jazzmusiker. Während sie auf ihrer von der Fachpresse vielbeachteten Veröffentlichung „Lights“ einen modernen und melodischen Jazzpianotrio-Sound präsentiert, beschreitet sie mit ihrem GBBJ groovigere Pfade.
Obwohl die Einflüsse der großen amerikanischen Wegbereiter des Funk- und Souljazz in ihrem neuen Projekt stets spürbar sind, schaffen es die fünf Musiker, ihre heterogenen kulturellen Wurzeln in die Musik einzubringen und zu einem ganz individuellen Bandsound zu verschmelzen. Musik für Herz und Seele, bei der garantiert kein Fuß still steht.

Alexander „Sandi“ Kuhn (sax) (Jazz-Preis Baden-Württemberg 2013)
Frank Kuruc (git)
Gee Hye Lee (p) (Jazz-Preis Baden-Württemberg 2012)
Sebastian Schuster (b) (Jazz-Preis Baden-Württemberg 2017)
Peter Lübke (dr)

www.geehyelee.com

Eintritt 17 €/ermäßigt 13 €
Biberacher Schüler*innen können das Konzert kostenfrei genießen!

24.05.2019: Sigi Schwab Tribute Band

Zu Ehren von Sigi Schwab: „Sigis Schwaben“ zeigen sich im Jazzkeller in bester Feierlaune

BIBERACH – Großartige Konzerte müssen beileibe nicht immer nur von international renommierten, hochdekorierten und weitgereisten Künstlern kommen. „Warum denn in die Ferne schweifen“, mag sich ein mancher Besucher im Jazzkeller gefragt haben, „wenn doch das Gute so nahe liegt?“ Vier Biberacher Musiker haben sich vor rund einem Jahr in einem „Sigi Schwab Tribute Projekt“ nach Jahren des Nebeneinanders zu einer neuen Formation zusammengefunden, die jetzt vor ausverkauftem Haus eine spektakuläre Premiere feierte. „Sigis Schwaben“, das sind die Brüder Jochen und Alex Vogel, der Warthausener Markus Merz und der peruanische Wahlschwabe Cesar Gamero.

Pfeifen, Zirpen, Zwitschern, Brüllen, Röhren, Knurren und viele weitere hand- oder mundgemachte Tier- und Naturlaute aus dem Amazonas-Dschungel eröffneten lautmalerisch das außergewöhnliche Konzert. In den Fußstapfen des Ludwigshafener Gitarristen und Komponisten Sigi Schwab – musikalische Jugendliebe besonders von Jochen Vogel – entführten die Musiker ein von Anfang an hell begeistertes Publikum in eine faszinierende Klangwelt zwischen sphärisch schwebenden Klängen und zupackenden Rhythmus-Grooves. „Das ist ja wie eine Zeitreise in die 1970er Jahre“ ließ ein schon etwas älterer Gast verlauten. „Erinnert mich an Wolfgang Dauner und Eberhard Weber, die ja auch schon öfter in Biberach waren“ entgegnete ein anderer.

Wie im Fluge verging die erste Viertelstunde – genau so lange dauerte das psychedelisch durchwirkte Eröffnungsstück „Amazonas“. Insgesamt nur fünf Kompositionen, neben einem eindrucksvollen und hochvirtuosen Solo von Jochen Vogel auf der 12saitigen Gitarre (Ladakh), füllten den ersten Programmteil. Komplexe lateinamerikanische Rhythmen – eine Domäne von Markus Merz und Cesar Gamero – dominierten, immer wieder durchbrochen durch melodische Teile, dichte Unisonopassagen zwischen Gitarre und elektronischem Glockenspiel etwa in „Belo Horizonte“, pittoresk lautmalerische Partien mit Chimes und anderen exotischen Klangfarben in „Machu Picchu“, mitunter kontrapunktiert durch marschartige Rhythmen auf der Snaredrum. Das berühmte „Rondo A Tre“, ebenfalls mit Jazzrock-, Fusion- und Weltmusikanklängen beschloss den ersten Teil.

Noch kurzweiliger verlief das zweite Set. Nach einer recht temperamentvollen „Jogging-Runde“ zum Auftakt und einer inspirierten, ternär swingenden bluesigen „Blue Serenade“ geriet besonders der Titel „Silversand“ vom gleichnamigen Album aus dem Jahr 1985 zu einem echten Highlight. „Wilde Improvisationen“ in die Jochen Vogel auch ungeniert Motive aus den unterschiedlichsten Genres – darunter auch profane Kinderliedchen wie „Hänschen klein“ oder „Alle meine Entchen“ – einfließen ließ, öffneten die Tür zum lebendigen Live-Jazz sperrangelweit. Zum großen Bedauern der über 100 Gäste ging aber auch der zweite Teil viel zu schnell seinem Ende entgegen. Zwei Zugaben, die „Flatfoot Fantasy“ und eine euphorisierte Version von „Belo Horizonte“ beschlossen einen genussvollen Konzertabend und klingen noch weit in die konzertante Sommerpause des Jazzclubs hinein.

Text und Fotos: Helmut Schönecker

Sigi Schwab Tribute Band

Am 24.05.2019 um 20:30 Uhr

Ort: Jazzclub Biberach
(c/o Bruno-Frey-Musikschule, Wielandstraße 27, 88400 Biberach an der Riß)

Beschreibung
Ohne Sigi Schwab hätte die Gitarre in Jochen Vogel wohl nicht dieses berühmte „Feuer entfacht“. Nach drei Jahren Unterricht sah Vogel Sigi Schwab 1986 zum ersten Mal bei einem Konzert in der Biberach Gigelberghalle. Nach Atem ringend und fasziniert von der wohl einzigartigen Gitarrenmusik Schwabs, wollte er damals genau so werden… Fortan besuchte Vogel unzählige Konzerte, um jedes kleinste Detail herausfinden zu können. Motivierend dabei war für ihn auch, dass Schwab zum einen sehr sympathisch und zum anfassen war, und dass er bis heute immer hilfreich mit wertvollen Tipps zur Seite stand. Also ein wahrer Mentor, Ratgeber und musikalische Ziehvater. So begann Vogel früh damit, Stücke, von denen es keine Noten gab, herauszuhören und natürlich auch in diversen Besetzungen zu spielen. Heute sind diese Noten sogar zum Verkauf erhältlich.

Sozusagen zum 30-jährigen Jubiläum seit dem ersten Konzert und auch zum Dank zollt Jochen Vogel nun Sigi Schwab Tribut mit seiner eigenen Konzertreihe. Es werden bekannte Stücke von Sigi Schwab gespielt und neu mit der eigenen musikalischen Sprache interpretiert. Abwechslungsreiche Arrangements, Spannung, Spielfreude, packende Rhythmik, Virtuosität, improvisatorische Freiheiten, viele Klangfarben, von Jazz, Folk, Pop, Blues, Klassik bis Ethno bilden das Fundament für diese fantastische Musik.

Die Rhythmus-Sektion bilden dabei der herausragende Biberacher Bassist Alex Vogel, mit dem er seit über 25 Jahren gemeinsam musiziert. Sein Können und seine Art zu gooven, drücken der Musik einen ganz eigenen Stempel auf. Erdige Basslininen, Funky Slap Bass und virtuoses Melodiespiel zeichnen sein Spiel aus. Dabei ist Alex Vogel selbst ein erfahrener und begeisterter Sigi Schwab Kenner.

Am Schlagzeug und den Klanginstrumenten sitzt mit Markus Merz ein erfahrerner und virtuoser Routinier erster Klasse. Er trat international mit unzähligen Projekten auf, u.a. auch mit seiner eigenen Formation „Latin Love Affair“. Merz ist zudem Schlagzeuglehrer an seinem eigenen Drum & Percussion Studio und an der Musikschule Riedlingen.

Zu guter letzt finden wir an den Percussion-Instrumenten mit dem international erfahrenen Peruaner Cesar Gamero den genialen Gegenpart zum Schlagzeug. Gomero findet einfach zu jedem Stück die passenden rhythmischen Elemente. Egal ob virtous, reduziert, vertrackt, er grooved einfach immer mit seiner immensen Spielfreude.

Eintritt 17 €/ermäßigt 13 €
Biberacher Schülerinnen und Schüler können das Konzert kostenfrei genießen!

10.05.2019: Charles Davis | Four or more Flutes

„Fluturistischer“ Triumph der leisen Töne

Charles Davis mit „Four or more Flutes“ im Jazzkeller

BIBERACH – Rund 20 Flöten, von der höchst selten zu hörenden Kontrabassflöte über diverse Barockflöten, die typisch gebogenen Tenor- und Altflöten, über die weitverbreitete große Flöte bis hin zum kleinen Piccolo aus verschiedenen Materialien und in wechselnden Kombinationen von fünf gestandenen Musikern aus drei Ländern gespielt. Auf der Bühne fand sich ein Arsenal wie aus einem Musikinstrumentenmuseum. Kann aus einer solchen Zusammenstellung Jazz entstehen? Den Beweis lieferten Charles Davis und sein Ensemble „Four or mor Flutes“ beim Freitagskonzert des Jazzclubs.

Überwiegend leise Töne und feinsinnige Unterhaltung, hintersinniger Humor, ein überraschend variantenreicher Sound sowie eine enorme stilistische Bandbreite kennzeichneten den Auftritt der ungewöhnlichen Formation aus dem Bodenseeraum.

Überblasene, mit Atemgeräuschen überlagerte und damit geräuschhaft, perkussiv wirkende Flötentöne kennt man etwa von Ian Anderson und Jethro Tull. Durch Hineinsingen ins Instrument und in Verbindung mit den instrumentalen Klangfarben erzeugte, mehr oder weniger harmonische Kombinationstöne und Mischklänge machte zuerst der weltbekannte deutsche Posaunist Albert Mangelsdorff salonfähig. Den klanglichen Einsatz von Klappengeräuschen kennt man aus der experimentellen und modernen Musik. „Four or more Flutes“ erweiterten unter Einsatz all dieser Möglichkeiten und darüber hinaus durch zahlreiche Zisch-, Rausch- und Plosivlaute bis hin zu echtem Gesang oder gesprochener Sprache die verfügbare Klang- und Ausdruckspalette ohne Zuhilfenahme elektronischer Mittel bis an die Grenzen des Vorstellbaren.

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Charles Davis | Four or more Flutes

Am 10.05.2019 um 20:30 Uhr

Ort: Jazzclub Biberach
(c/o Bruno-Frey-Musikschule, Wielandstraße 27, 88400 Biberach an der Riß)

Beschreibung
Die fünf Flötisten Charles Davis, Norbert Dehmke, Felix Hodel, Andieh‘ Merk und Stefan Mölkner aus vier Ländern – Australien, Österreich, Deutschland und Schweiz – bilden als reine Flötenbesetzung ein einzigartiges Ensemble. Vom Piccolo bis zu der über zwei Meter großen Kontrabassflöte sind alle Flötenarten vertreten.

www.charles-davis.de

Eintritt 17 €/ermäßigt 13 €
Biberacher Schülerinnen und Schüler können das Konzert kostenfrei genießen!

03.05.2019: Sirius Quartet & Joo Kraus

Tradition und Avantgarde in überzeugender Fusion

Progressive Kammermusik mit Jazz und Rock im Gepäck – Von New York nach Biberach

BIBERACH – Jazz und Musik der Postmoderne aus der „neuen Welt“ verzauberten das heimische Jazzclub-Publikum vor ausverkauftem Haus bei einem höchst ungewöhnlichen Freitagskonzert im Jazzkeller. Das weitgereiste „Sirius Quartet“ aus New York um den aus Ravensburg stammenden Geiger und Komponisten Gregor Huebner, kongenial ergänzt durch den Ulmer Jazztrompeter und Echopreisträger Joo Kraus, überwanden völlig ohne Berührungsängste einmal mehr alle stilistischen Grenzen und fanden im lebendigen, multikulturellen Miteinander das überzeugend Neue.

Besonders in dem mit dem 1. Preis ausgezeichneten Wettbewerbsbeitrag der von den New Yorker Philharmonikern zum 175. Jubiläum 2017 ausgelobten „The New World Initiative“ unter Verwendung des berühmten Themas aus dem zweiten Satz von Antonin Dvoraks Symphonie „Aus der neuen Welt“ gelang es dem siegreichen Komponisten Gregor Huebner mit seinem Streichquartett die Tradition überzeugend zu erneuern. Das zu verwendende Pflichtthema aus Dvoraks 1893 in New York uraufgeführter Neunter Symphonie erschien mal mehr, mal weniger versteckt in den verschiedenen Stimmen um immer wieder in den Bann des Neuen zu geraten und integriert in wechselnden Strukturen neue Kraft zu entfalten. Die zupackende Dynamik und außerordentliche Expressivität des Werkes entstand – so Huebner in einer knappen Anmoderation – auch unter dem durchaus frustrierenden Eindruck von Trumps Wahl zum US-Präsidenten, die just während Huebners Arbeit an der Komposition erfolgte.

 

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