Archiv – Seite 2 – Jazzclub Biberach e.V.

11.10.2019: M.E.A.N

M.E.A.N – Mit Siebenmeilenstiefeln ab durch die Mitte

Gediegenes Chaos als musikalische Frischzellenkur

BIBERACH – Mut zum Andersartigen fehlte der rotzfrechen Formation M.E.A.N aus dem Wilden Osten bestimmt nicht. Und den Mut zum Risiko scheuten die vier ebenfalls nicht auf ihrem Parforceritt durch die stilistische Mannigfaltigkeit zeitgenössischer Musik beim Freitagskonzert des Jazzclubs. Zwischen virtuosen Rock-Improvisationen voll ekstatischer Wildheit auf verzerrter Stratocaster-E-Gitarre und tropischen Wirbelstürmen der höchsten Kategorie auf dem leidenschaftlich traktierten Schlagzeug vermittelten filigrane und intelligente Jazz-Patterns vom Kontrabass und lyrisch-kontemplative Trompetentöne gleichermaßen. Kompromisse gab es nur, wenn das Ganze aus den Fugen zu geraten drohte. Das Publikum zeigte sich von dem Farbenreichtum und der breiten Ausdruckspalette der vitalen aber stilistisch nur schwer zu fassenden Musik entzückt und begeistert.

Ein regelrechtes Wechselbad der Gefühle verabreichten die vor ungebremster Spielfreude sprühenden Musiker ihren alten und neuen Fans. Der bayrische Trompeter Martin Auer war bei seinem dritten Auftritt in Biberach beileibe kein Unbekannter mehr. Mit seinem eigenen Quintett und dem Gewinner des Biberacher Jazzpreises Florian Trübsbach überzeugte er schon vor bald 20 Jahren seine oberschwäbischen Zuhörer. Die kompromisslos in der Gegenwart verwurzelte und dem permanenten Wandel verpflichtete Truppe mit ihrem leidenschaftlichen Zugriff auf kontrastierende Stiltendenzen scheute dabei auch nicht das Bekenntnis zu „Helden aus einer fernen Zeit“, so der Titel der ersten gemeinsamen CD von M.E.A.N aus dem Jahr 2013.

Continue Reading

M.E.A.N

Am 11.10.2019 um 20:30 Uhr

Ort: Jazzclub Biberach
(c/o Bruno-Frey-Musikschule, Wielandstraße 27, 88400 Biberach an der Riß)

Beschreibung
Ihren Ursprung hat diese Band in Leipzig, wo sich vier außergewöhnlich wagemutige und instrumental hochgebildete Musiker trafen, um bei einem Festival der gemeinsamen Leidenschaft für musikalische Husarenritte zwischen gepflegtem Jazz und wildem Rock zu frönen. Das Debutalbum
(2013 auf ESC-Records) feierte ihre „Helden aus einer fernen Zeit“, zu denen so unterschiedliche Persönlichkeiten wie Frank Zappa und Elfriede Jelinek zählen.
In Zusammenarbeit mit dem Radio RBB Berlin/Brandenburg wurde die zweite CD „Clara Park“ produziert, die 2016 auf dem Label JazzHausMusik in Köln erschienen ist.

Anfangs wurde der Bandname aus den Initialen der Musiker gebildet, nach und nach stellte sich jedoch heraus, dass der Name Programm ist. Denn die Musik von M.E.A.N ist im Durchschnittswert eine wüste, fiese, garstige, erbärmlich gemeine, filzige, unlautere Mischung aus Jazz, Punk, Rock, Ska und bayerischer Blasmusik, in der der Trompeter Martin Auer seine
Wurzeln hat. Doch am Ende passt alles prima zusammen und manchmal kann man sogar darauf tanzen.

Matze Eichhorn (b)
Gaga Ehlert (dr)
Martin Auer (trp)
Werner Neumann (git)

Eintritt 17 €/ermäßigt 13 €
Biberacher Schüler*innen können das Konzert kostenfrei genießen.

20.09.2019: GBBJ – Gee’s Back Beat Jazz

Fulminanter Auftakt der Jazzclub-Herbstsaison

GBBJ auf neuen Wegen

BIBERACH – Die konzertante Herbstsaison des Biberacher Jazzclubs begann im bestens besuchten Jazzkeller der Bruno-Frey-Musikschule mit gleich fünf musikalischen Schwergewichten der Extraklasse, verborgen hinter dem Kürzel GBBJ, „Gee’s Back Beat Jazz“. Gleich drei baden-württembergische Jazzpreisträger, neben der preisgekrönten Bandleaderin, der koreanischen Jazzpianistin Gee Hye Lee, spielten Alexander „Sandi“ Kuhn am Saxophon und Sebastian Schuster am Kontrabass. Dazu kamen Peter Lübke, Ex-Drummer von Udo Jürgens sowie  Frank Kuruc, renommierter Professor für Jazzgitarre an der Musikhochschule Mannheim. Sie beglückten, nicht nur mit der lautstark geforderten Zugabe „Happiness“, ein durchaus anspruchsvolles Publikum.

Zahlreiche Musiker aus der Region hatten sich unter das Publikum gemischt und erwiesen so den renommierten Kollegen ihre Referenz und nutzen in den Pausen und nach dem eindrucksvollen Konzert auch die Gelegenheit für fachliche Gespräche. Genau diese intime Club-Atmosphäre, mit den Musikern auf Tuchfühlung, die großartigen Künstler gewissermaßen zum Anfassen, macht das Erleben der Live-Musik zu etwas ganz Besonderem. Nebenbei konnte man aus Gee’s Anmoderation erfahren, dass dieses Konzert den Auftakt zu einer Konzerttournee nach Südkorea, gewissermaßen die Generalprobe dazu, bildete. Und es wurde auch gleich offenkundig, dass die Musiker bestens vorbereitet und hoch motiviert waren.

Continue Reading

GBBJ (Gee’s Back Beat Jazz)

Am 20.09.2019 um 20:30 Uhr

Ort: Jazzclub Biberach
(c/o Bruno-Frey-Musikschule, Wielandstraße 27, 88400 Biberach an der Riß)

Beschreibung
Die in Deutschland lebende koreanische Ausnahmepianistin Gee Hye Lee versammelt in ihrem neuen Quintett einige der renommiertesten europäischen Jazzmusiker. Während sie auf ihrer von der Fachpresse vielbeachteten Veröffentlichung „Lights“ einen modernen und melodischen Jazzpianotrio-Sound präsentiert, beschreitet sie mit ihrem GBBJ groovigere Pfade.
Obwohl die Einflüsse der großen amerikanischen Wegbereiter des Funk- und Souljazz in ihrem neuen Projekt stets spürbar sind, schaffen es die fünf Musiker, ihre heterogenen kulturellen Wurzeln in die Musik einzubringen und zu einem ganz individuellen Bandsound zu verschmelzen. Musik für Herz und Seele, bei der garantiert kein Fuß still steht.

Alexander „Sandi“ Kuhn (sax) (Jazz-Preis Baden-Württemberg 2013)
Frank Kuruc (git)
Gee Hye Lee (p) (Jazz-Preis Baden-Württemberg 2012)
Sebastian Schuster (b) (Jazz-Preis Baden-Württemberg 2017)
Peter Lübke (dr)

www.geehyelee.com

Eintritt 17 €/ermäßigt 13 €
Biberacher Schüler*innen können das Konzert kostenfrei genießen!

24.05.2019: Sigi Schwab Tribute Band

Zu Ehren von Sigi Schwab: „Sigis Schwaben“ zeigen sich im Jazzkeller in bester Feierlaune

BIBERACH – Großartige Konzerte müssen beileibe nicht immer nur von international renommierten, hochdekorierten und weitgereisten Künstlern kommen. „Warum denn in die Ferne schweifen“, mag sich ein mancher Besucher im Jazzkeller gefragt haben, „wenn doch das Gute so nahe liegt?“ Vier Biberacher Musiker haben sich vor rund einem Jahr in einem „Sigi Schwab Tribute Projekt“ nach Jahren des Nebeneinanders zu einer neuen Formation zusammengefunden, die jetzt vor ausverkauftem Haus eine spektakuläre Premiere feierte. „Sigis Schwaben“, das sind die Brüder Jochen und Alex Vogel, der Warthausener Markus Merz und der peruanische Wahlschwabe Cesar Gamero.

Pfeifen, Zirpen, Zwitschern, Brüllen, Röhren, Knurren und viele weitere hand- oder mundgemachte Tier- und Naturlaute aus dem Amazonas-Dschungel eröffneten lautmalerisch das außergewöhnliche Konzert. In den Fußstapfen des Ludwigshafener Gitarristen und Komponisten Sigi Schwab – musikalische Jugendliebe besonders von Jochen Vogel – entführten die Musiker ein von Anfang an hell begeistertes Publikum in eine faszinierende Klangwelt zwischen sphärisch schwebenden Klängen und zupackenden Rhythmus-Grooves. „Das ist ja wie eine Zeitreise in die 1970er Jahre“ ließ ein schon etwas älterer Gast verlauten. „Erinnert mich an Wolfgang Dauner und Eberhard Weber, die ja auch schon öfter in Biberach waren“ entgegnete ein anderer.

Wie im Fluge verging die erste Viertelstunde – genau so lange dauerte das psychedelisch durchwirkte Eröffnungsstück „Amazonas“. Insgesamt nur fünf Kompositionen, neben einem eindrucksvollen und hochvirtuosen Solo von Jochen Vogel auf der 12saitigen Gitarre (Ladakh), füllten den ersten Programmteil. Komplexe lateinamerikanische Rhythmen – eine Domäne von Markus Merz und Cesar Gamero – dominierten, immer wieder durchbrochen durch melodische Teile, dichte Unisonopassagen zwischen Gitarre und elektronischem Glockenspiel etwa in „Belo Horizonte“, pittoresk lautmalerische Partien mit Chimes und anderen exotischen Klangfarben in „Machu Picchu“, mitunter kontrapunktiert durch marschartige Rhythmen auf der Snaredrum. Das berühmte „Rondo A Tre“, ebenfalls mit Jazzrock-, Fusion- und Weltmusikanklängen beschloss den ersten Teil.

Noch kurzweiliger verlief das zweite Set. Nach einer recht temperamentvollen „Jogging-Runde“ zum Auftakt und einer inspirierten, ternär swingenden bluesigen „Blue Serenade“ geriet besonders der Titel „Silversand“ vom gleichnamigen Album aus dem Jahr 1985 zu einem echten Highlight. „Wilde Improvisationen“ in die Jochen Vogel auch ungeniert Motive aus den unterschiedlichsten Genres – darunter auch profane Kinderliedchen wie „Hänschen klein“ oder „Alle meine Entchen“ – einfließen ließ, öffneten die Tür zum lebendigen Live-Jazz sperrangelweit. Zum großen Bedauern der über 100 Gäste ging aber auch der zweite Teil viel zu schnell seinem Ende entgegen. Zwei Zugaben, die „Flatfoot Fantasy“ und eine euphorisierte Version von „Belo Horizonte“ beschlossen einen genussvollen Konzertabend und klingen noch weit in die konzertante Sommerpause des Jazzclubs hinein.

Text und Fotos: Helmut Schönecker

Sigi Schwab Tribute Band

Am 24.05.2019 um 20:30 Uhr

Ort: Jazzclub Biberach
(c/o Bruno-Frey-Musikschule, Wielandstraße 27, 88400 Biberach an der Riß)

Beschreibung
Ohne Sigi Schwab hätte die Gitarre in Jochen Vogel wohl nicht dieses berühmte „Feuer entfacht“. Nach drei Jahren Unterricht sah Vogel Sigi Schwab 1986 zum ersten Mal bei einem Konzert in der Biberach Gigelberghalle. Nach Atem ringend und fasziniert von der wohl einzigartigen Gitarrenmusik Schwabs, wollte er damals genau so werden… Fortan besuchte Vogel unzählige Konzerte, um jedes kleinste Detail herausfinden zu können. Motivierend dabei war für ihn auch, dass Schwab zum einen sehr sympathisch und zum anfassen war, und dass er bis heute immer hilfreich mit wertvollen Tipps zur Seite stand. Also ein wahrer Mentor, Ratgeber und musikalische Ziehvater. So begann Vogel früh damit, Stücke, von denen es keine Noten gab, herauszuhören und natürlich auch in diversen Besetzungen zu spielen. Heute sind diese Noten sogar zum Verkauf erhältlich.

Sozusagen zum 30-jährigen Jubiläum seit dem ersten Konzert und auch zum Dank zollt Jochen Vogel nun Sigi Schwab Tribut mit seiner eigenen Konzertreihe. Es werden bekannte Stücke von Sigi Schwab gespielt und neu mit der eigenen musikalischen Sprache interpretiert. Abwechslungsreiche Arrangements, Spannung, Spielfreude, packende Rhythmik, Virtuosität, improvisatorische Freiheiten, viele Klangfarben, von Jazz, Folk, Pop, Blues, Klassik bis Ethno bilden das Fundament für diese fantastische Musik.

Die Rhythmus-Sektion bilden dabei der herausragende Biberacher Bassist Alex Vogel, mit dem er seit über 25 Jahren gemeinsam musiziert. Sein Können und seine Art zu gooven, drücken der Musik einen ganz eigenen Stempel auf. Erdige Basslininen, Funky Slap Bass und virtuoses Melodiespiel zeichnen sein Spiel aus. Dabei ist Alex Vogel selbst ein erfahrener und begeisterter Sigi Schwab Kenner.

Am Schlagzeug und den Klanginstrumenten sitzt mit Markus Merz ein erfahrerner und virtuoser Routinier erster Klasse. Er trat international mit unzähligen Projekten auf, u.a. auch mit seiner eigenen Formation „Latin Love Affair“. Merz ist zudem Schlagzeuglehrer an seinem eigenen Drum & Percussion Studio und an der Musikschule Riedlingen.

Zu guter letzt finden wir an den Percussion-Instrumenten mit dem international erfahrenen Peruaner Cesar Gamero den genialen Gegenpart zum Schlagzeug. Gomero findet einfach zu jedem Stück die passenden rhythmischen Elemente. Egal ob virtous, reduziert, vertrackt, er grooved einfach immer mit seiner immensen Spielfreude.

Eintritt 17 €/ermäßigt 13 €
Biberacher Schülerinnen und Schüler können das Konzert kostenfrei genießen!