Archiv – Seite 25 – Jazzclub Biberach e.V.

Vincent Meißner Trio

Am 21.10.2022 um 20:30 Uhr

Ort: Jazzclub Biberach
(c/o Bruno-Frey-Musikschule, Wielandstraße 27, 88400 Biberach an der Riß)

Beschreibung
Siegerformation beim Internationalen Biberacher Jazzpreis 2022

Mit Lust am Experiment und einem bemerkenswerten Sinn für ungewöhnliche und im Gedächtnis haftende Melodien, wird nichts Zufälliges, sondern spielfreudige Ideen entwickelt, verfeinert und vertieft. Genau dafür haben sich hier drei gleichberechtigte Musiker gefunden. Mal wild und wuselig, dann wieder perlend, knapp und präzis ist diese stets lebensbejahende Musik. Junger, sehr junger deutscher Jazz.

Besetzung: Vincent Meißner (p), Henri Reichmann (dr), Josef Ziemetz (b)

03.10.2022: Big Swing in Concert

„Big Swing In Concert“ beschert Jazzbibern einen goldenen Jazzherbst

Herzensträume und Trompetenzauber in der Gigelberghalle

BIBERACH – Fulminante Klänge und Swing in allen Facetten bescherte das Projekt „Big Swing In Concert“ am Tag der deutschen Einheit mit dem „Daimler Swing Ensemble“ unter Leitung von SWR-Startrompeter Felice Civitareale, dem Trio „Fessele-Knudsen-Streit“, dem „Porter Percussion Duo“ und den „Diamond Strings“ einem rundum begeisterten Publikum in der Gigelberghalle. Der veranstaltende Jazzclub sowie der Initiator des Projektes, Michael Porter, hätten zwar gerne etwas höhere Besucherzahlen gesehen, angesichts der weit verbreiteten Anlaufprobleme beim Neustart der Kultur war die Veranstaltung jedoch mehr als nur ein Hoffnungsschimmer.

In dem knapp dreistündigen Programm blieben keinerlei Wünsche offen. Für jeden der knapp 200 Besucher war etwas geboten. Selbst einem 95jährigen, langjährigen Fan des SWR-Startrompeters Felice Civitareale in der ersten Reihe wurde mit der Zugabe von Louis Armstrongs „What A Wonderful World“ explizit die Ehre eines Geburtstagsständchens gewährt. Bereits die Programmkonzeption versprach abwechslungsreiche Unterhaltung und künstlerischen Genuss auf hohem Niveau. Das hoch dekorierte und international renommierte „Porter Percussion Duo“ mit den Schwestern Jessica und Vanessa Porter aus Laupheim steuerte mehrere hochvirtuose und umjubelte Darbietungen bei. Das in der Region verortete Trio um die quirlige dänische Jazzsängerin Lea Knudsen, den Keyboarder Joe Fessele und Multitalent Norbert Streit an Saxophon und Gesang fetzte mit schwungvollen Beiträgen im fliegenden Wechsel über die Bühne während das routinierte „Daimler Swing Ensemble“, verstärkt durch zehn akademische Streicher aus der näheren und weiteren Umgebung, die „Diamond Strings“ ebenfalls unter der Leitung von Felice Civitareale, mit erlesenen Swingtiteln in neuen Arrangements sowie Eigenkompositionen des Bandleaders das Rückgrat des Programms bildete.

Ohne an dieser Stelle alle Höhepunkte ansprechen zu können, waren es doch vor allem die von allen Akteuren gemeinsam performten Nummern, die das Besondere der Veranstaltung ausmachten. Im vollen Panoramasound, professionell abgemischt von Eugen Ruedel, mit lebendigen Streicherklängen, zwei Keyboards, umfangreichem Drum- und Percussion-Instrumentarium, solistischem und mehrstimmigem Gesang sowie einer Jazzcombo mit herausragenden Soloimprovisationen erklangen viele Highlights der Swingära. Noch heute für viele Zuhörer das Filetstück der Jazzgeschichte, kamen Klassiker wie „Blue Moon“, „Cheek to cheek“, The Shadow of your smile“ oder „Perdido“ – teils sogar unter stimmlicher Mitwirkung des Publikums – in neuem Outfit zu Gehör. Zu den Highlights unter den Highlights gehörte aber zweifelsohne das von Ray Charles bekannt gemachte „Georgia on my mind“, von Cemre Yilmaz, der jungen Meisterschülerin der echoprämierten Stuttgarter Professorin für Jazzgesang, Fola Dada, in einer durchaus eigenständigen Version souverän dargeboten. Noch eindrucksvoller gelang die Neuinterpretation von Chick Coreas „Spain“. In einem Arrangement, speziell für die große Besetzung – Percussion-Duo, Jazz-Trio, Streicher- und Jazzensemble – eingerichtet, ließen es vor allem die Porter-Sisters  und natürlich der absolute Star des Abends, Felice Civitareale, gehörig krachen. Civitareales klangmächtige, innig empfundene Eigenkomposition „Herzensträume“, ebenfalls für die volle Besetzung, nahm dabei nochmals eine herausragende Sonderstellung ein und rührte besonders die zahlreichen Fans des SWR-Solotrompeters zu Tränen der Rührung.

Text und Fotos: Helmut Schönecker

Big Swing in Concert – mit 4 Formationen

Am 03.10.2022 um 17:00 Uhr

Ort: Biberach, Gigelberghalle
(Jahnstraße 1, Biberach an der Riß)

Beschreibung
Im Bestreben, nach einer allzu öden Corona-Phase etwas Besonderes auf die Beine zu stellen, wurden bekannte Künstler aus der Region eingeladen mitzumachen. Zu hören sind:
Daimler Swing Ensemble: eine klassisch besetzte Jazz-Combo unter der Leitung von Felice Civitareale. Gesanglich wird Cemre Yilmaz die Combo begleiten. Klanglich und rhythmisch wird die Band von den Perkussionistinnen Jessica und Vanessa Porter aufgemischt.

Diamond Swing Strings: Zehn ambitionierte Streicher und Streicherinnen, die sich aus den Musikschulen des oberschwäbischen Raumes zusammengefunden haben, füllen die Atmosphäre mit Wohlklang.

Seit 2009 steht das Porter Percussion Duo gemeinsam auf der Bühne. Mit ihrem eigenen Stil jonglieren die beiden Schwestern Jessica und Vanessa Porter zwischen Barock, Romantik und Impressionismus. Im Kontrast dazu stehen Originalkompositionen der heutigen Zeit.

Das Knudsen Fessele Streit Trio ist eine musikalische Symbiose: Lea Knudsen entdeckte ihre Leidenschaft für die Jazzmusik als Kind im Jazzclub ihres Vaters in Dänemark. Jazzpianist und
Arrangeur Joe Fessele verbindet die Kunst des Jazzklaviers mit variantenreichem Spiel und eigenem Stil. Saxofonist, Flötist und Sänger Norbert Streit glänzt mit einzigartiger Bühnenpräsenz und Wortwitz.

02.10.2022: Harry Allen Quartet

Biberacher Jazzherbst beginnt erfolgversprechend

Harry Allen Quartet verbreitet gute Laune

BIBERACH – Während es draußen noch regnete und stürmte, ließ ein hochkarätiges und gut aufgelegtes Musikerteam um den amerikanischen Saxophonisten Harry Allen im gut besuchten Jazzkeller bereits den goldenen Herbst anbrechen. Nach vielen Jahren Unterbrechung gab es erstmals wieder den vom Jazzclub organisierten „Biberacher Jazzherbst“, ein Wochenende mit internationalen und nationalen Jazzgrößen, zu dem in der Vergangenheit auch mal eine Koryphäe wie Albert Mangelsdorff sich die Ehre gab. Der Auftakt zur Neuauflage mit dem originär swingenden „Frank Sinatra des Tenorsaxophons“ war ein voller Erfolg, das Publikum hell begeistert.

Mit unbewegter Miene und einer aufs Minimum reduzierten Körpersprache strahlte Harry Allen all seine Emotionen und Affekte ausschließlich über sein hochexpressives Saxophonspiel ab. Seine versierten Mitmusiker, eigens für eine zweiwöchige Europatournee von Lothar Kraft  zusammengestellt, hatte er dabei mit kleinsten Gesten und Blicken fest im Griff. Und dabei spielte er nicht nur meisterlich auf seinem Tenorsaxophon, er spielte auch – im doppelten Sinne – mit seinen Musikern. Stellte er diese doch immer wieder vor überraschende Herausforderungen, indem er ganz spontan die Soli verteilte, den Ablauf änderte und sie oft augenzwinkernd in kleinräumige Dialogimprovisationen verwickelte. Dieser vorwiegend rhetorisch geprägte Improvisationsstil ließ die abwechslungsreiche musikalische Interaktion auch besonders sinnfällig,  ja amüsant für das Publikum werden, das seinerseits aufmerksam und fachkundig die kreativen Leistungen der Musiker mit Zwischenapplaus und anfeuernden Rufen kommentierte.

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Harry Allen Quartet

Am 02.10.2022 um 20:30 Uhr

Ort: Jazzclub Biberach
(c/o Bruno-Frey-Musikschule, Wielandstraße 27, 88400 Biberach an der Riß)

Beschreibung
Travel Notes ist ein Tour-Projekt mit dem herausragenden amerikanischen Top-Saxofonisten Harry Allen. Er ist einer der profiliertesten Saxofonisten des Mainstream-Jazz in der Tradition von
Stan Getz, Coleman Hawkins, Ben Webster und Scott Hamilton. Er arbeitete u. a. mit Jazzgrößen wie Lionel Hampton, Clark Terry, Hank Jones, Ray Brown, Tony Bennet, Kenny Barron, Tommy Flanagan. Der eigene, unverwechselbare Sound und eine beeindruckende Technik machen Harry Allen zu einer bedeutenden Stimme der aktuellen internationalen Jazz-Szene.

Besetzung: Harry Allen (ts), Lothar Kraft (p), Joel Locher (kb), Patrick Manzecchi (dr)

23.09.2022: Cécile Verny Quartet

Cécile Verny verzaubert Publikum im Biberacher Jazzkeller

Mannigfaltige magische Momente bei der CD-Präsentation von „Of moons and dreams“

BIBERACH – Mehr als 30 Jahre gemeinsame Bandgeschichte stecken in dem Quartett der deutsch- französischen Sängerin Cécile Verny mit Wurzeln in der westafrikanischen Elfenbeinküste. Entsprechend gereift und überzeugend geriet, trotz langer Sommerpause und konzertanter Durststrecke, der jüngste Auftritt im Jazzkeller.  Die Eröffnung der Herbstsaison des Jazzclubs, erstmals seit langem ohne pandemiebedingte Einschränkungen, lockte bereits wieder viele Gäste an. Dennoch scheint das Vorkrisen-Niveau noch nicht ganz erreicht. Mit dem bestens aufgelegten Quartett aus Freiburg konnte der letzte Altvertrag der wegen Corona ausgefallenen Konzerte nachgeholt und gleichzeitig ein markanter Startpunkt für die kommenden Konzerte gesetzt werden. Die Publikumsresonanz war überwältigend.

Stilistisch verwurzelt in der Ära von Soul, Blues, Rock, Latin, Jazz und Funk, angereichert durch die Tradition des französischen Chansons, rhythmisch durchpulst von den afrikanischen Wurzeln und unterstützt durch eine natürlich wirkende charismatische Präsenz verzauberte die Sängerin vom ersten Ton an ihr Publikum. Das vielfach ausgezeichnete Freiburger Quartett (u.a. Preis der deutschen Schallplattenkritik) hat einen eigenständigen, eindrucksvollen Personalstil entwickelt, der vollständig ausgereift in der jüngsten CD-Produktion „Of Moons And Dreams“ kulminiert. Live präsentiert entwickelten die Stücke ein eindrucksvolles Eigenleben aus der inspirierten Stimmung des Abends heraus. Viele magische Momente ließen das begeisterte Publikum oftmals buchstäblich den Atem anhalten, gingen unter die Haut und direkt in die Seele. Alle Bandmitglieder waren mit eigenen Kompositionen vertreten, musikalisch auf Augenhöhe und auf allerhöchstem Niveau.

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