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22.12.2002: Rootbears
07.12.2002: Laura Conti & Ombra Gaja
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22.11.2002: Peter Lehel Quartett
Peter Lehel Quartett am 24. November 2002 im Biberacher Jazzkeller
Entzückender Schön-Jazz mit Tiefenwirkung
Vom ersten rauchigen Saxophonton an zeigte der mehrfach preisgekrönte Peter Lehel im Biberacher Jazzkeller mit seinem Quartett die Klasse, die Kenner der Jazzszene von ihm gewohnt sind und schätzen. In zumeist balladesken Eigenkompositionen, die schönsten davon seiner ungarischen Herkunft verpflichtet, entwickelte der Karlsruher Peter Lehel in beseelten warmen Tönen seine Genre-Kompositionen mit je eigenem Stimmungsgehalt und Profil.
In innigem Miteinander vor allem mit dem ausgezeichneten Pianisten Uli Möck, gefühlvoll getragen von Mini Schulz am Kontrabass und rhythmisch gestützt von Dieter Schumacher am Schlagzeug, musizierte der gerade von einer China-Tournee zurückgekehrte Lehel eindrucksvoll und ausdrucksstark.
Seine koreanischen Impressionen bilden ebenso wie die tief empfundenen ungarischen Musiknummern Highlights in einem insgesamt exquisiten Programm. Dass Lehel damit jedoch nicht nur inhaltsarme Mode-Klischees folkloristischen Kolorits bediente war etwa in der niveauvollen Parodie eines ungarischen Csardas sinnfällig nachzuvollziehen. Ob das gefühlvolle „Schluchzen“ imaginärer Geigen im „Zigeunermoll“, charakteristische Tempomanipulationen wie das finale Accellerando, die ostinaten Quint-Wechsel-Bässe oder andere folkloristische Floskeln, alles wurde nur soweit überzeichnet, dass einerseits die Würde der Vorlage gewahrt blieb, andererseits aber der künstlerisch eigenständige Zugriff und die persönliche Integrität der Interpreten außer Zweifel stand. Gerade hierin zeigte sich die wahre künstlerische Größe, die ein Sujet schon dadurch erhöht und adelt, dass sie dieses aufgreift. Der kosmopolitisch, multikulturelle Ansatz von Lehel findet seine ästhetische Einbindung in einer überaus offenen Perspektive des Jazz als kommunikativem Prozess. Improvisationen stehen hier nicht für einen darstellerischen Selbstzweck narzisstischer Egomanen, sie sind originäre rhetorische Ausdrucksformen und als solche eben auch in dialogische Interaktionen eingebunden. Was hier an anspruchsvoller musikalischer Unterhaltung, besonders zwischen Peter Lehel und Uli Möck, im Stile jazztypischer Dialogimprovisationen stattfand, gehörte zum Feinsten, was in letzter Zeit in Biberach zu hören war. Schade nur, dass lediglich eine kleine Schar von sachverständigen Jazzfans den Weg in den Jazzkeller fanden. So blieb einmal mehr eine vorzügliche Werbung für den Jazz als zeitgemäße – oder gar zeitlose (?) – Musiksprache in ihrem hermeneutischen Insider-Zirkel gefangen.
Von Dr. Helmut Schönecker
09.11.2002: Le Clou
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24.10.2002: Paata’s Jazztett
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20.10.2002: Downtown Big Band
Bigband-Konzert in der WG-Aula
Augsburger Bigband bläst Zuhörer an die Wand
Der eher ungünstige Zeitpunkt des Konzertes, am späten Sonntagabend, konnte die erklärten Bigbandfans unter den Biberachern nicht davon abhalten, das Sonderkonzert mit der renommierten „Down Town Bigband“ aus Augsburg in der Aula des Wieland-Gymnasiums zu besuchen. Und sie bekamen Bigband Power satt geboten. Dreizehn Bläser „unplugged“ sowie eine Rhythmusgruppe aus E-Gitarre, E-Bass, Klavier und Schlagzeug, in einigen Nummern bereichert um die stilistisch souveräne Jazzsängerin Sabrina Scharm unter der Leitung des Trompeters Robert Alonso heizten in der Aula so richtig ein und fetzten ihren Zuhörern beinahe die Ohren weg. Der Biberacher Jazzclub und der „Verein der Freunde und Ehemaligen des Wieland-Gymnasiums“ hatte den Auftritt der Augsburger Formation ermöglicht, die damit ihrerseits den fulminanten Schlusspunkt ihrer diesjährigen Probetage in Rot/Rot setzte.
Einer der wichtigsten Solisten des Abends, laut der launigen Ansage ein „Kind der Stadt Biberach“, ehemaliger WG-Schüler und langjähriger Saxophonist der WG Bigband, war Rüdiger Przybilla, der etwa in „Georgia on my mind“ auf seinem Altsaxophon expressiv parlierte. Mit seinem rhetorisch überformten Improvisationsstil gab er dem smarten Sammy Nestico-Arrangement Tiefe und Intensität, was vom Fan-Publikum durch lang anhaltenden Szenenapplaus belohnt wurde. Noch besser waren nur die Dialogimprovisationen in Johnny Burkes „Polka Dots and Moonbeams“, in denen er sich mit seinem Saxophonkollegen ein packendes Duell lieferte und damit gleich zwei Zugaben einforderte.
Für eine Profiband natürlich selbstverständlich, in der Livedarbietung dennoch immer wieder beeindruckend, kamen die komplementär verzahnten, knackigen Bläserriffs der bajuwarisch dynamischen Blechabteilung und das samtig-weiche, bei Bedarf aber auch in höchster Brillanz jubelnde Saxophon-Register herüber. Kaum zu glauben, dass hier nach drei anstrengenden Probetagen noch höchste Präzision und Disziplin herrschte, dass auch ohne Dirigent souveränes Zusammenspiel und flexibles Aufeinandereingehen selbstverständlich waren. Nur eines war offenbar mit dem bis an die Grenzen belasteten Ansatz der Bläser nicht mehr zu leisten: filigrane, differenzierte Pianostellen. Vor allem die charmante Vokalsolistin Sabrina Scharm sowie der Mann am Klavier, waren für die leisen, empfindsamen Töne allein zuständig. Sensibel und ausdrucksstark gehörten beide zu den musikalischen Aktivposten.
Gez. Dr. Helmut Schönecker
