Archiv – Seite 77 – Jazzclub Biberach e.V.

09.02.2014: Grand Piano Summit

Grand Piano Summit im Jazzkeller

Biberacher Jazzpianisten-Gipfel

BIBERACH – Lukas Brenner, der aus Laupheim stammende Pianist des Bundes-Jazzorchesters und Student an der Musikhochschule Stuttgart eröffnete die Matinee des Biberacher Jazzclubs zur Einweihung des neuen Kawaiflügels im Jazzkeller der Musikschule. Die Auftrittsreihenfolge wurde erst unmittelbar zuvor auf der Bühne ausgelost. Vor einer berauschenden Publikumskulisse mit dreistelligen Besucherzahlen, musste der aus einem längeren Aufenthalt im Kurhaus Kempten sichtlich erholt zurückgekommene Kawaiflügel jetzt erstmals so richtig ran. Gleich fünf Jazzpianisten aus Biberach und der Region waren zu diesem seltenen und auch für die Gäste hochinteressanten Ereignis angetreten.

Lukas Brenner hat gleich zu Beginn in einem großen Wurf, mit einem rund 20minütigen Klavier-Recital einen Querschnitt durch verschiedene Spieltechniken und Kompositionsweisen geboten, die dem aufmerksamen Publikum größte Konzentration abforderten und in der Art eines Lehrstückes verschiedene Facetten des Jazzpianospiels exemplarisch aufzeigten.

Ohne Pause ging es weiter mit dem Biberacher Autodidakten Steffen Dietze, der in kurzen, leichter fasslichen Stücken, zumeist aus seiner vor wenigen Monaten im Rahmen eines Konzertgottesdienstes uraufgeführten Schöpfungsgeschichte, mit leichter Hand die Vorstellungskraft seiner Hörer anregte und in ferne Welten und Zeiten entführte. Die mystisch anmutende Darstellung des vierten Schöpfungstages, an dem Sonne, Mond und Sterne geschaffen wurden, gelang ihm in großer Eindringlichkeit. Dietzes Stil kann am ehesten als personalisierte, zeitgemäße Weltmusik mit großem Farbenreichtum und starkem Jazzeinschlag bezeichnet werden.

Nach einer weißwurstgesättigten Pause übernahm der erst kürzlich durch seine Projekte „Occupy Bach“ und „Funky Wieland“ in der Öffentlichkeit präsente Rolf Ritchie Golz. Er erwies sich als sympathischer Moderator seiner Kompositionen, die er nicht nur spielte, sondern gewissermaßen durchlebte. Die Auswahl der Stücke zeichnete seinen musikalischen Werdegang nach. „Reflections“, dem Bodensee gewidmet, den er in einer seiner ältesten Kindheitserinnerungen im gleißenden Sonnenlicht reflektieren sah, zeugten von der tiefen Verwurzelung seiner Musik in seinem ureigensten Wesen, zeigten aber auch die Unmittelbarkeit und Opulenz eines musikalischen Ausdrucks, der in Golz Erinnerung an den Kölner Dom durchaus Anklänge an Keith Jarrett (und dessen kultige Köln Concerts) assoziieren ließ. Mit einer wunderschönen Paraphrase über „Somewhere over the rainbow“ holte er sich und sein Publikum wieder in entspanntere Gefilde zurück.

Mit großem Fankreis angereist, durfte der seinerseits musikalisch weit gereiste Joe Fessele, dessen Herz unverkennbar im lateinamerikanischen Rhythmus schlägt, das Finale übernehmen. Wie Golz ebenfalls mit Entertainer-Qualitäten ausgestattet, bezog er das Publikum wiederholt mit ein und machte aus seinem Auftritt ein kurzweiliges Event. Natürlich durften Stücke wie „Libertango“ von Astor Piazolla in seinem Programm nicht fehlen. Überraschend dabei, dass es Fessele- oder auch Piazolla-Fans im Publikum gab, denen die improvisatorischen „Überarbeitungen“ der Originalkomposition aufgefallen waren. Nach einem, von Fessele aus aktuellen Anlass eingeschobenen „Baby Blues“, zelebrierte zum Ende der Darbietungen Fesseles Klavierschüler, der 16-jährige Senkrechtstarter Samuel Gapp, der sich gerade auf sein Abitur-Vorspiel vorbereitet, vierhändig mit seinem Lehrer den Titel „Nuevo Comenzar“ von Oscar Hernandez, an den Congas virtuos begleitet von Überraschungsgast Bernwart Schäfer.

 

gez. H. Schönecker

07.02.2014: Jörg Hurter Quintett

Jörg Hurter Quintett lässt es swingend krachen

Ein Königreich für einen „Walking Bass“

BIBERACH – Direkt von der Masterprüfung an der Musikhochschule Mannheim, durch einen mehrstündigen Autobahnstau punktgenau zum Konzertbeginn mit dem Jörg Hurter Quintett vor das erwartungsvolle Publikum im überfüllten Biberacher Jazzkeller – Friedrich Betz am Kontrabass ließ am Freitagabend nichts anbrennen.

Beinahe drei Stunden lang ging es ohne Ermüdungserscheinungen im Jazzkeller Schlag auf Schlag. Modern Swing in allen Varianten, mal mit Blueseinschlag, mal kubanisch gefärbt, dann wieder rockig oder funky, meist mit bewährten Standards in gewohnten Strukturen, am besten jedoch in den Eigenkompositionen des Bandleaders und Gitarristen Jörg Hurter, spielte die deutsch-schweizerische Formation einen hochenergetischen Unterhaltungsjazz der Referenzklasse. Neben den rasanten Improvisationen des in Köln lebenden und vielfach preisgekrönten jungen Altsaxophonisten Johannes Ludwig und dem stilsicher begleitenden, leider viel zu selten auch solistisch hervortretenden Dozenten für Jazzpiano und –geschichte an den Musikhochschulen Nürnberg und Würzburg, Bernhard Pichl, war es vor allem der quicklebendige und höchst präzise spielende Drummer Uli Kleideiter, der aus dem gediegenen Klanggewand des Quintetts die Funken sprühen ließ.

Die Kompositionen der bestens aufeinander eingespielten Truppe wirkten durchweg stilsicher und ausgereift, blieben bei allem Abwechslungsreichtum gleichbleibend druckvoll, atmosphärisch dicht und stimulierend. Zu den Highlights gehörten die Triokomposition „Shirley’s Delight“ von Jörg Hurter, „Green Tea“ klang so gesund und kraftvoll, wie der Titel vermuten lässt. „Friday Night at the Cadillac Club“ ging richtig unter die Haut, absolutes Schmankerl war in den meisten Swingtiteln jedoch der „Walking Bass“ von Friedrich Betz. Die prickelnde Mischung aus vielfachen Sequenzbildungen, chromatischen Durchgängen und plastischen Motiven innerhalb weitgespannter harmonischer Strukturen ließen aus der funktional dienenden Basslinie ein lebendiges Fundament mit eigenständigen melodischen Gestalten und mitreißendem Groove werden. Soviel Aufwand für eine dienende Basslinie treiben nur wenige Bassisten, einen solchen in der Band zu haben ist Gold wert: Ein Königreich für einen solchen „Walking Bass“!

Jörg Hurter hielt all diese tollen Musiker zusammen. Nicht nur durch seine humorig trockenen Moderationen – gleich zu Beginn löste sein Schwyzerdütsch und der Hinweis auf seinen derzeitigen Wohnort in Spielbach große Heiterkeit aus. „Weiß jemand, wo Spielbach liegt? Nein? Na in der Nähe von Schrozberg…“ Auch musikalisch war Hurter die Matrix, die es verstand, die individuellen Eigenarten seiner vier Mitstreiter organisch einzubinden, ohne dabei jedoch auf Experimente zu setzen. Sein eingängiges, etwas blueslastiges, dabei aber hochvirtuoses und abwechslungsreiches Gitarrenspiel zog die stilistische Essenz aus den starken Charakteren der Formation und vermittelte immense Spielfreude in Permanenz.

Grand Piano Summit

Am 09.02.2014 um 11:00

Ort: Jazzclub Biberach
(c/o Bruno-Frey-Musikschule, Wielandstraße 27, 88400 Biberach an der Riß)

Beschreibung
Grand Piano Summit
im Rahmen einer Matinée des Jazzclubs Biberach e.V.
am 9.2.2014 um 11:00 Uhr im Jazzkeller

Ein konzertantes Gipfeltreffen der Jazzpianisten aus Stadt und Region Biberach gibt es nicht alle Tage zu erleben. Die Beschaffung eines neuen Kawaiflügels für den Jazzkeller in der Bruno-Frey-Musikschule bietet jetzt dem Jazzclub Biberach e.V. einen willkommenen Anlass ein solches Treffen auszurichten, möglicherweise ist dies sogar eine echte Premiere. Viele Jazzpianisten mit Rang und Namen aus der ganzen Region konnten für diesen „Grand Piano Summit“ gewonnen werden. Die Besucher erwartet in der sonntäglichen Matinée-Veranstaltung im Jazzkeller ein vielgestaltiger Querschnitt durch das weite Feld jazziger und jazzaffiner Klaviermusik.
Vom 18-jährigen Senkrechtstarter Samuel Gapp, der sich mit seinem Lehrer Joe Fessele gerade auf sein Abitur-Vorspiel vorbereitet und vierhändig den Titel „Nuevo Comenzar“ von Oscar Hernandez zum Besten geben wird, über fortgeschrittene Schulmusik- und Jazzklavier-Studenten, wie Lukas Brenner oder profilierte „Laien-Musiker“ à la Steffen Dietze bis zu erfahrenen Klavierlehrern, Dozenten, Profi-Musikern und Komponisten wie Joe Fessele und Rolf Ritchie Golz wird alles aufgeboten. Der neue Kawaiflügel wird dabei wohl auf Herz und Nieren geprüft werden und darf die ganze klangliche und stilistische Vielfalt zeigen, derer er mächtig ist.

Der 25jährige Lukas Brenner aus Laupheim fand seinen Weg zum Klavier über die Geige. Gecoacht von seinem damaligen Jazzklavier-Lehrer Joe Fessele gründete er mit 15 Jahren bereits seine erste eigene Latin-Jazz-Formation „Salsaria“. Diese Band erhielt den 2. Preis beim Bundeswettbewerb „Jugend Musiziert“ in der Kategorie „Neue Musik“ und konnte beim Finale des internationalen Biberacher Jazzpreises 2008 den beachtlichen 3. Preis erringen. Die Formation besteht bis heute. Lukas Brenner studiert seit Oktober 2008 an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart Schulmusik und seit 2011 Jazzklavier bei Hubert Nuss. Seit 2011 ist er auch Mitglied im Bundesjugendjazzorchester. Er hat zusammen mit Gregor und Veit Huebner bereits bei mehreren CD-Produktionen mitgewirkt. Konzertreisen mit Orchestern und Bands führten ihn bis nach China.

Steffen Dietze ist musikalischer Autodidakt und im Hauptberuf Fotograf. Ursprünglich aus dem Bereich Funk und Jazzrock kommend und seit Jahren in verschiedenen Formationen aktiv, setzt er seine kreativ-vielschichtigen musikalischen Ideen heute eher in immer wieder wechselnden, meist kleineren Besetzungen mit Sängern oder Perkussionisten sowie als Solist um. Er begleitet Lesungen, wirkt bei Theaterprojekten mit und konzertiert. Steffen Dietze wird eine Auswahl seiner Eigenkompositionen vorstellen. Seine Musik ist schwer zu beschreiben. Er verbindet unterschiedliche Elemente und Stile mit einer modernen Harmonik zu einem eigenständigen mitunter eigenwilligen Individualstil.

Joe Fessele hat nach seinem Abschluss an der renommierten „Swiss Jazz School“ in Bern und einem Aufbaustudium an der Hochschule für Musik in Rotterdam im Studiengang „Weltmusik/Piano“, Schwerpunkt afro-kubanische Musik, Salsa, Brasil am „Conservatorio Santiago de Cuba“ die höheren Weihen erhalten. Auftritte in ganz Europa, Kamerun, Kuba folgten. TV-Auftritte, Studiojobs, verantwortliche Mitarbeit bei Theater- und Musicalproduktionen (Cabaret, Linie 1, etc.), das Engagement in diversen Bands, u.a. zusammen mit Latin-Jazz-Größen wie Julio Baretto, Chico Freeman, Dave Samuels und – aktuell live unterwegs – mit der Basslegende Hellmut Hattler ist Joe Fessele eine Art pianistischer „Hans-Dampf in allen Gassen“. Eigene Projekte und CDs wie „Until Summer“, „TimbasonX“ oder als Workshop-Dozent an der Uni Ulm verhindern glücklicherweise nicht seine engagierte Unterrichtstätigkeit in der Jazz/Pop-Abteilung der Musikschule Laupheim.

Der Biberacher Pianist Rolf Richie Golz widmete sich nach seinem klassischen Klavierstudium in Frankfurt am Main der Komposition moderner Musik mit Einflüssen aus Rock, Pop, Jazz und Klassik. Seit 2004 tritt er mit Eigenkompositionen für Klavier solistisch auf. Er spielte in verschiedenen regional und überregional aktiven Bands und ist auf zahlreichen CD-Aufnahmen zu hören. Seine Live-Aktivitäten führten ihn auch nach Österreich, Frankreich, Spanien, Türkei, Litauen und in die USA. Aktuell ist er, neben seiner Tätigkeit als Klavierlehrer, auch als Komponist und Produzent der Soundtracks für die in Biberach aufgeführten Modern-Dance-Projekte „Occupy Bach“ und „Funky Wieland“ stark eingebunden.

Karten und Platzreservierungen unter kasse@jazzbiber.de

Jörg Hurter Quintett

Am 07.02.2014 um 20:30

Ort: Jazzclub Biberach
(c/o Bruno-Frey-Musikschule, Wielandstraße 27, 88400 Biberach an der Riß)

Beschreibung
Mit seinem warmen, bluesigen Sound hat der in der Schweiz geborene Gitarrist und Komponist Jörg Hurter schon hunderte Ohren begeistert. Im Jazz ausgebildet, widmet er sich aber keineswegs nur einer Stilistik, sondern beschäftigt sich mit der ganzen musikalischen Palette von Rock über Klassik bis hin zum kubanischen Son.

Tourneen mit der Swiss Big-Band Eruption, Zusammenarbeit mit Jeff Richman, Axel Fischbacher, Christian Gutfleisch, Andre Müller u.v.a. Zusammen mit Bernhard Pichl (piano) Johannes Ludwig (altosax), Friedrich Betz (bass) und Uli Kleideiter (drums) stellt er seine neue CD vor.

Eintritt: 15 EUR / ermäßigt 12 EUR
Karten & Platzreservierungen: kasse@jazzbiber.de
(Bitte bis spätestens 15:00 Uhr am Tag des Konzerts)

24.01.2014: Mattias Lindermayr Quartett

Modern Jazz als lustvoll groovende urbane Gegenwartskultur

BIBERACH – Mit dem Matthias Lindermayr Quartett lockte bereits der zweite Wettbewerbsgewinner im noch jungen Biberacher Jazzjahr die Freunde anspruchsvoller, avantgardistischer Jazzmusik in den Jazzkeller. Experimentierfreudig, innovativ und ohne Berührungsängste zu aktuellen Musikströmungen zeigte die Siegerformation des internationalen Biberacher Jazzpreises 2012 neue Wege des Jazz auf und machte damit ihre Zuhörer glücklich und zufrieden.

Titel wie „Ellipse“, „Hymn“ oder (als dritte Zugabe) gar ein „Protestsong“ verraten bereits die große Bandbreite der musikalischen Einfälle, nichts und niemand scheint vor den gestalterischen Zugriffen des Quartetts verschont zu bleiben. In dieser ästhetischen Offenheit verbirgt sich gleichwohl keine stilistische Beliebigkeit oder Unentschlossenheit. Lindermayrs Musik ist immer komplex, meist polyphon mit einer hohen Eigenständigkeit aller Stimmen, mit gemäßigt moderner Harmonik innerhalb freierer Strukturen vor allem aber mit charaktervollen, einprägsamen Melodien. Bei aller kompositorischen Dichte wirkte nichts daran konstruiert. Im Gegenteil. Die Stücke wirken wie aus einem Guss und sind schon aufgrund der Klanglichkeit ihrer Besetzung kraftvoll und direkt. Der satt schmatzende, druckvolle E-Bass von Ludwig Klöckner könnte sich auch in der Rock- und Fusionszene hören lassen. Nicht minder zupackend versprühte der Drummer Fabian Rösch auf seinem reisetauglichen Minidrumset aus nur drei Trommeln, einem Becken und einer Hi-Hat die pure Spielfreude. Die klangliche Vielfalt und Differenziertheit, die er mittels verschiedener Schlägel, Spieltechniken und klangverändernden Accessoires erzielte, hinderte ihn in keinster Weise daran, unter konsequenter Vermeidung von Standardpatterns einen niemals abreißenden, stimulierenden Groove mit großem Abwechslungsreichtum und hohem Unterhaltungswert zu generieren. In der Beschränkung zeigte sich hier die wahre Größe.

An Gitarre und computergesteuertem Sound- und Effektsystem wirkte Leonhard Kuhn. Er verpasste Lindermayrs Kompositionen ein opulentes Soundgewand, verlieh den weitgespannten Trompeten-melodien in tiefengestaffelten Echoebenen räumliche Plastizität und der Musik vom MLQ orchestrale Dichte, ließ mitunter aber auch harmonische Begleitstrukturen im Klangbrei ertrinken. Abgemildert wurde dies glücklicherweise dadurch, dass er sich persönlich niemals in den Vordergrund drängte und dem dominierenden Trompetenklang zu keinem Zeitpunkt die Führungsrolle streitig machte. Hier wäre etwas mehr klangliche Transparenz den mitunter dialogisierenden, oft aber auch ostinaten Strukturen im sphärischen Wohlklang vieler Stücke, vor allem im ersten Programmteil, durchaus zugutegekommen.

Der klangverliebte ruhige Beginn des Konzertes war bestens geeignet zum Herunterfahren aller Systeme am Ende einer arbeitsreichen Woche. Nach dem eher betulichen Abholen des Publikums ging jedoch noch vor Ende des ersten Sets regelrecht die Post ab. Die Stücke wurden wilder, leidenschaftlicher, schneller und das Quartett fand dorthin, wo seine eigentlichen Stärken liegen: im lust- und kraftvoll groovenden, nach allen Seiten offenen Modern Jazz einer frischen, lebensbejahenden urbanen Gegenwartskultur.

Matthias Lindermayr Quartett

Am 24.01.2014 um 20:30

Ort: Jazzclub Biberach
(c/o Bruno-Frey-Musikschule, Wielandstraße 27, 88400 Biberach an der Riß)

Beschreibung
Das Quartett um Trompeter Matthias Lindermayr führt fort, was Musiklegenden wie Miles Davis in den 1960er Jahren begonnen haben: Jazz zum Synergiemonster heranzuzüchten, denn keine andere musikalische Spielart ist so für den Grenzübertritt geeignet, lädt so sehr zur Verbindung unterschiedlichster Stile ein. Das Matthias Lindermayr Quartett baut Brücken zwischen Rock, Free Jazz und Elektronik.

Von Miles Davis legendärem Jazzrock-Entwurf „Bitches Brew“, über die kontrollierten Kollektivimprovisationen eines Sun Ra, die spielerische Intelligenz eines Bill Frisell, der expressiven Spiellust von „Can“ oder „Faust“, bis hin zur klanglichen Totalität eines Karlheinz Stockhausen reichen die Verweisungspfade. Doch bei allem Gespür für das Gute im Gestern bleibt die Musik von MLQ immer Eines: Jazz für das Jetzt.

Hier haben vier junge Musiker eine Sache grundlegend verstanden: Die Frage war nie, was Jazz eigentlich ist. Die Frage war zu allen Zeiten, was Jazz noch sein könnte. Denn wie in vielleicht keinem anderen musikalischen Großgenre liegen im Jazz Innovation und Tradition eng beieinander. Und das groovt so gewaltig, dass man unweigerlich an große Genre-Erneuerer wie Nils Petter Molvaer oder Eric Truffaz denken muss. Der Beat treibt, der Klang lässt sich treiben, zwischen Postrock, Free Jazz, Avantgarde und Electronica.

Zu hören ist das Quartett mit Matthias Lindermayr (Trompete), Leonhard Kuhn (Gitarre), Ludwig Klöckner (Kontrabass) und Fabian Rösch (Schlagzeug) am Freitag, 24. Januar 2014 um 20:30 Uhr im Biberacher Jazzkeller. Die Band war Sieger beim Internationalen Biberacher Jazzpreis 2012.

Eintritt: 15 EUR / ermäßigt 12 EUR
Karten & Platzreservierungen: kasse@jazzbiber.de
(Bitte bis spätestens 15:00 Uhr am Tag des Konzerts)