Archiv – Seite 53 – Jazzclub Biberach e.V.

Susan Weinert Rainbow Trio

Am 10.11.2017 um 20:30 Uhr

Ort: Jazzclub Biberach 
(c/o Bruno-Frey-Musikschule, Wielandstraße 27, 88400 Biberach an der Riß)

Beschreibung
Atemberaubend schöne und lebendige Musik, die sich über alle Genre-Grenzen hinweg als homogener und unverwechselbarer Ensembleklang präsentiert, eigenständig, anspruchsvoll und in höchstem Maße kreativ. Das Rainbow Trio um die Künstlerin Susan Weinert hat so viele Farben wie ein Regenbogen, der in schillerndem Glanz seinen Bogen am Himmel zieht. Der klassisch ausgebildete Konzert-Pianist Sebastian Voltz bringt einen kammermusikalischen Aspekt in das Klanguniversum der Gitarristin Susan Weinert ein, die dies geschickt nutzt, um die ohnehin bereits große Klangvielfalt ihrer Kompositionen zu erweitern. Am Kontrabass agiert Susans Ehemann und jahrzehntelanger musikalischer Weggefährte Martin Weinert, der mit seiner gefühlvollen Begleitung und Soli das Fundament schafft, auf dem sich die Kompositionen ausbreiten und bunte Farbtupfer einbringt. Musik für Seele & Geist gleichermaßen. Ein Wohlklang, der auch nach dem Konzert noch sehr lange nachwirkt. Eine abwechslungsreiche musikalische Traumreise von der Stille eines Fjords in Norwegen zum bunten Treiben auf einem orientalischen Basar in den Ländern des Maghreb.

Susan Weinert – Gitarre
Sebastian Voltz – Piano
Martin Weinert – Acoustic Bass

Eintritt 17€ (ermäßigt 13€)
Biberacher Schüler wie immer frei!

21.10.2017: Palmarosa Band

Chansons und Lieder der Cantautori – Palmarosa Band im Jazzkeller vom Publikum umjubelt

Biberach (hbs) – Einen sehr unterhaltsamen und informativen, und dabei wahrlich exzellenten und vom Publikum umjubelten Auftritt gab es mit der Palmarosa Band aus Asti bei dem vom Kulturamt, Städte Partner Biberach e.V. und Jazzclub im Rahmen der Französischen Wochen veranstalteten Konzert im leider nur mittelmäßig-gut besuchten Jazzkeller. Unter der Federführung von Schlagzeuger und Bandleader Luciano Poggio hat die Gruppe den Einfluss der französischen Chansoniers und Chanteusen der späten 1950er und frühen 1960er Jahre auf die italienischen Cantautori mit erläuterndenen Texten und vor allem musikalisch erzählt. Mit diesem Auftritt der Gruppe aus der italienischen Partnerstadt Asti bei den Französischen Wochen und dem Mix aus Chansons und Cantautori wurde nebenbei das Dreieck Valence-Asti-Biberach betont: Alle drei Städte sind städtepartnerschaftlich rege miteinander verbandelt.

Die im Original italienischen Erläuterungen wurden vorab von Viviane Burgio-Thomas übersetzt und am Abend in komprimierter Version von Hans-Bernd Sick, der seit über 30 Jahren mit Musikern der Palmarosa Band befreundet ist und über den Städte Partner Biberach e.V. vielfältige Kontakte in die Musikszene Astis pflegt, vorgetragen. Im Nachkriegsfrankreich waren es Interpreten wie z. B. Jacques Prévert und Edith Piaf, die Unterhaltung und Kultur miteinander verbanden. Sie wollten unterhalten und ihre Zuhörer gleichzeitig zum Nachdenken bringen. Während sich in Frankreich die „Kultur“ in die politische Diskussion einmischte und Bestandteil der politischen Auseinandersetzung war, wurde in Italien lediglich das Publikum unterhalten, das so dem Alltag „ohne zu denken“ entfliehen konnte. „Paris Canaille“ eröffnete den musikalischen Reigen, „Les Feuilles Mortes“, „Sous le ciel de Paris“ und „La Boheme“ folgten als weitere Beispiele dieser frühen Epoche. Die Palmarosa Band überzeugt von Anbeginn als homogenes Ensemble, fließend und nahtlos wechselten die Soli zwischen Keyboarder Claudio Genta, Alessandro Gianotti an der Gitarre, Ezio Cocito am Saxophon und der klassischen Mandolinistin Amelia Saracco hin und her. Amelia Saracco verlieh dem Abend mit ihrem farbenreichen Spiel einen schon auch klischeehaften, aber wohltuend klingenden italienischen Flair. Akzentuiert und präzise, und dabei doch sehr zurückhaltend unterstütze die Rhythmusgruppe mit Bassist Lorenzo Nisoli und Luciano Poggio am Schlagzeug das farbige Spiel. Und über allem schwebte die modulierende Stimme der zierlichen Sängerin Maria Rosa Negro, die mal zart und zerbrechlich klang und dann wieder kraftvoll die Zuhörer in ihren Bann zog. Das Ganze wurde von Vincenzo „Piuma“ Penna bestens abgemischt.

Der berühmte Faro di Genova, der mächtige Leuchtturm im Hafen von Genua, fungierte als Antenne und nahm die Signale auf, die die Pariser Antenne, der Eiffelturm, über die Alpen sendete. Dort traf sie den Nerv einiger Musiker und inspirierte diese sowohl musikalisch als auch inhaltlich. Vor allem in Genua entwickelte sich eine neue “Szene“ mit Umberto Bindi, Luigi Tenco, Gino Paoli, Fabrizio De Andrè und Bruno Lauzi. Auch Paolo Conte aus Biberachs Partnerstadt Asti gehörte dazu. Da seine Familie ein Häuschen am Meer besaß, hatte er auch als „Binnenländer“ leichten Zugang zur Genueser Musikszene. So also kam das gebannt lauschende Publikum in den Genuss der international bekannten Conte-Lieder „Genova per noi“ und „Onda su onda“.

Chansons wie „Domino“ mit dem typischen valzer musette , dem Klang des Akkordeons, und „Et maintenant“ kamen zwar in Italien an, die Inhalte der Texte dort jedoch „entpolitisiert“, und aus der engagierten Juliette Greco wurde beispielsweise in der italienischen Öffentlichkeit ein oberflächliche, ja geradezu langweilige Person. Der Liedtypus des Chansons wurde in Italien also aufgegriffen, aber zumindest anfänglich musikalisch geglättet und auch der Rhythmus „italienisiert“, wie am Beispiel von Gino Paolis „Il cielo in una stanza“ gezeigt wurde.

Diese Gruppe italienischer Musiker, deren Hochburg Genuas pittoreskes Stadtviertel Boccadasse war, erlangte Aufmerksamkeit, wurde zum berühmten, wegweisenden Festival in San Remo eingeladen, und 1960 wurde dort für diesen neuen Stil der Begriff „Cantautori“ geprägt. Exemplarisch für deren wohl bekanntesten Vertreter, dem zu früh verstorbenen Fabrizio di Andrè, gab es dessen „La citta vecchia“, einer Neuinterpretation von Brassens „Le Bistrot“, und „Si Fosse Foco“, dessen Melodie auf einer Komposition Telemanns basiert, zu genießen. In welchem gesellschaftlichen Kontext die Cantautori standen, macht das Beispiel von Umberto Bindi deutlich, der 1961 zwar mit großem Erfolg in San Remo auftrat, allerdings aus seiner Homosexualität keinen Hehl machte und deswegen von den Medien totgeschwiegen wurde.

Die französischen Chansons selbst eroberten auch die USA, berühmte Jazzer landeten in Paris, und Paris avancierte zur europäischen Hauptstadt des Jazz. Den Einfluss der Chansons auf den Jazz belegte die Palmarosa Band mit unter die Haut gehenden Interpretationen von Porters „I Love Paris“ und den von Louis Armstrong bzw. Sidney Bechet neu interpretierten Chansons „C’est si bon“ und „Petite fleur“.

Zahlreiche weitere ausgefeilte Arrangements bot die Band dem gebannt lauschenden Publikum, und nicht nur bei Klassikern wie Piafs „Non je ne regrette rien“ dürften etliche im Saal eine Gänsehaut bekommen haben. In der Hoffnung, dass am Ende doch immer die Liebe siegen möge, beendete die Palmarosa Band ihr grandioses Programm mit der „L’hymne a l’amour“. Zwei Zugaben gab es obendrauf, mit einer phantastischen Interpretation von „O sole mio“ (eigentlich mag man das Lied ja schon gar nicht mehr hören) endete ein großartiger Konzertabend und alle Gäste waren überzeugt, dass so ein Konzert einen deutlich größeren Rahmen verdient hätte. Vielleicht gibt es ja doch ein nächstes Mal?!

Text: Hans-Bernd Sick
Foto: Michael Schlüter

20.10.2017: Jazzchor Biberach & Jazzchor Stuttgart

Jazzchöre aus Stuttgart und Biberach können rundum begeistern

Wohlige Schauer, schräge Töne und stimmungsvolle Partysongs

BIBERACH – Am Ende eines kurzweiligen Doppelkonzertes der Jazzchöre aus Stuttgart und Biberach im Jazzkeller der Bruno-Frey-Musikschule traf die fulminante Gospelhymne „A Human Right“ aus der Feder von Tore W. Aas und dem Oslo Gospel Choir wohl genau den Nerv des begeistert skandierenden Publikums. Zuvor hatten beide Chöre einen abwechslungsreichen Querschnitt aus ihrem Repertoire geboten. Jazz-, Rock- und Popnummern, topaktuelle Songs, Oldies und Evergreens, die meisten mit Ohrwurmcharakter, erfreuten, neben Neubearbeitungen bewährter Jazz-Standards, das Publikum im ausverkauften Jazzkeller.

Während der Biberacher Jazzchor, zunächst noch verhalten aber stimmungsvoll und inspiriert mit dem Standard „My funny Valentine“ aus den 1930er Jahren den Konzertabend mit eher leisen Tönen historisch korrekt eröffnete, führte bereits der zweite Titel in die musikalische Gegenwart. Ed Sheerans „Thinking out loud“ in einer engagierten Interpretation von Jolanta Jarosinska sowie das frisch und frech daherkommende “All About That Bass” von Meghan Trainor, unterbrochen durch „Angel Eyes“, einem weiteren Swing-Standard aus den 1940er Jahren, verordneten dem Publikum stilistische Wechselbäder zum Aufwärmen und zur besseren Durchblutung. Verstärkt durch das „Trio Feuervogel“ aus Zwiefalten und instrumentale Aushilfen einiger Chormitglieder kulminierten die Darbietungen der Biberacher Einheizer in den eigens vom Chorleiter arrangierten Titeln „Black Orpheus“ und „Careless Whisper“. Abgerundet durch die in den 60er Jahren entstandene Zugabe „Moon River“ aus der Feder des legendären Henry Mancini machte der Jazzchor Biberach sodann die recht beengte Bühne frei für die Gäste aus Stuttgart, die unter der Leitung von Christiane Holzenbecher die Stimmung weiter anheizten.

Fast ausschließlich „a cappella“ gesungene Titel in bestechend sauberer Intonation auch „schräger Töne“ in verqueren Jazzharmonien sowie in höchst präziser Rhythmisierung zeugten nicht nur von den Früchten jahrelanger Zusammenarbeit mit Profis von „Manhattan Transfer“, „Flying Pickets“, „King’s Singers“ oder den „Wise Guys“ auf zahlreichen Workshops und Wochenendseminaren. Sie ließen auch auf hell begeisterte Chormitglieder sowie eine engagierte und disziplinierte Probenarbeit unter der Leitung von Christiane Holzenbecher schließen. Sie hat es sich trotz einer starken Erkältung auch nicht nehmen lassen, in der zweiten Zugabe noch selbst zum Mikrofon zu greifen und mit bluestypisch heiserer und rauchiger Stimme im witzigen Duell mit einem ihrer Chorsänger den „Hafer- und Bananenblues“ vom „Äffle und Pferdle“ zu zelebrieren.

Mit sichtlichem und hörbarem Enthusiasmus erklangen zuvor selbst so hochvirtuose Titel wie „Sir Duke“ von Stevie Wonder, „Java Jive“ (Manhattan Transfer), „Happy“, „Viva la vida“ oder „Uptown funk“. Auswendig vortragend konnten die rund 20 Sängerinnen und Sänger des leider etwas ersatzgeschwächt angetretenen Chores auf jeden Fingerzeig der umsichtigen Chorleiterin reagieren und in differenzierter Dynamik eine hochkarätige Interpretation nach der anderen abliefern. Eine Hommage ans Publikum waren so eingängige Stimmungsmacher wie das von den „Comedian Harmonists“ in den 1920er Jahren populär gemachte und von den Männern der Stuttgarter Truppe solistisch und mit gebührender Theatralik vorgetragene „Lass mich dein Badewasser schlürfen“, Irving Berlins swingender Foxtrott „Puttin‘ on the Ritz“ oder auch der in den 1930ern für ein jiddisches Musical entstandenen Swingtitel „Bei mir bist du schön“ und viele weitere Ohrwürmer.

Text: Helmut Schönecker
Fotos: Sophia Schönecker

Palmarosa Band

Am 21.10.2017 um 20:30 Uhr

Ort: Jazzclub Biberach 
(c/o Bruno-Frey-Musikschule, Wielandstraße 27, 88400 Biberach an der Riß)

Beschreibung 
Von den Pariser Boulevards hinein in die engen Gassen Genuas

Die Palmarosa Band (Asti / Italien) verbindet in ihrem neuen Programm die Partnerstädte Valence, Asti und Biberach musikalisch. Sie schlägt den musikalischen Bogen von den französischen Chansons hin zu den Genueser Liedermachern, die sich von den französischen Chansons haben inspirieren lassen. Die Palmarosa Band haucht dabei Chansons von Jacques Prevert, Édith Piaf, Gilbert Bécaud, Yves Montand, George Brassens und Jacques Brel ebenso neues Leben ein wie Liedern der Genueser Cantautori Giorgio Calabrese, Fabrizio de André, Luigi Tenco und Gino Paoli.

Veranstaltung im Rahmen der Französischen Wochen in Kooperation mit dem Kulturamt der Stadt Biberach und Städte Partner Biberach e.V.

Keine Kartenreservierung möglich; Abendkasse 15 €

Jazzchor Biberach & Jazzchor Stuttgart

Am 20.10.2017 um 20:30

Ort: Jazzclub Biberach
(c/o Bruno-Frey-Musikschule, Wielandstraße 27, 88400 Biberach an der Riß)

Beschreibung
Jazzchor Biberach & Jazzchor Stuttgart

In dem Doppelkonzert spielt der junge Biberacher Jazzchor (Ltg. Helmut Schönecker) den Einheizer für die Profis aus der baden-württembergischen Landeshauptstadt mit Chor-Arrangements aus den Bereichen Jazz, Rock, Blues, Pop, Gospel, etc.

Jazzchor Biberach beim ersten Auftritt im Biberacher Jazzkeller

Im Jazzchor Stuttgart treffen sich die unterschiedlichsten Menschen jeden Mittwoch im Stuttgarter Bürgerzentrum West. Egal, ob es schneit, regnet, stürmt oder der Stuttgarter Kessel kocht. Etwas hat sie zusammengebracht: der Gesang. Und der Jazz. Stimmen mit Soul, mit Groove, mit Beat und Begeisterung! Im Mix: krummer Jazz, süßer Soul, und gelber Pop abgeschmeckt mit schwäbischem Blues.

Seit über 10 Jahren formt und färbt Christiane Holzenbecher das Vokalensemble. Außerdem feilen internationale Größen des Vocal Jazz wie Andrea Figallo (Wise Guys), Philip Lawson (ehem. King’s Singers), Tine Fris (Postyr Project und Vocal Line) und Albert Hera bei Workshops und Coachings an ihrem Sound. Der Jazzchor Stuttgart reißt mit: ein sehenswertes Hörvergnügen!

http://www.jazzchor-stuttgart.de

Eintritt 17€ (ermäßigt 13€)
Biberacher Schüler wie immer frei!

14.10.2017: The Last Show

Blues Trio aus Valence überzeugt im Jazzkeller

Filigraner Blues mit “The Last Show“

Biberach (hbs) – Im Rahmen der Französischen Wochen gastierte das Trio „The Last Show“ aus Biberachs französischer Partnerstadt Valence im sehr gut gefüllten Jazzkeller. Mit Musik zum Zuhören und Träumen war die Band angekündigt worden, und dieses Versprechen wurde bestens erfüllt. Schon beim Opener „Nobody Knows You When You’re Down And Out“, im Original von Billy Cox, zeigte sich die Stärken der drei Musiker: filigrane Arrangements, präsent und präzise, dabei doch zurückhaltend und unaufdringlich. Man könnte meinen, sie hätten ihr Programm unter das Motto „manchmal ist Weniger mehr“ gestellt. So entstand ein leichter, weicher Sound, dem man vollkommen entspannt die zwei Stunden lauschen konnte und auch gerne hätte noch länger lauschen wollen. Manch einer dürfte überrascht gewesen sein, wie zart Blues klingen kann. Was aber überhaupt nicht heißt, dass das Geschehen auf der Bühne einfach so vor sich hin plätscherte. Nein, auf der Bühne standen drei hervorragende Musiker, die sowohl als Solisten als auch im Team überzeugten. Vince Brunet glänzte auf der Gitarre und mit seiner variablen Stimme. Sie klang mal klar und hell, dann wieder bluesig und rau. Beim Bob Dylan-Song „Billy“ meinte man, das näselnde Timbre käme vom Altmeister selbst. Bei dem Stück spielte Vince auf seinem Dobro, eine Resonatorgitarre, und mit dem Bottleneck erzeugte den typischen „gleitenden“ Sound, über die Alain mit seiner Düsenberg-Gitarre locker seine Soli legte. Bei Robert Johnsons „“Kind Hearted Woman“ überzeugte Alain Michel mit seinem exzellenten Spiel auf der Bluesharp, das er einfühlsam über Vincents Dobro-Slides webte. Aus dem Hintergrund wurden die beiden Solisten von Drummer Stéphane Ranaldi grandios unterstützt, wohl einer der gefragtesten Jazz und Blues Drummer im Rhonetal. Mal treibend und kraftvoll, mal sanft und unaufdringlich, manchmal schon fast unhörbar setzte Stéphane gekonnt die richtigen Akzente.

Obwohl hauptsächlich nordamerikanische Songs gespielt wurden, war es doch ein französischer Abend. Der Großteil der Ansagen erfolgte in französischer Sprache, was auch beim Publikum, in dem einige Gäste aus Valence und zahlreiche frankophile Oberschwaben saßen, sehr gut ankam. Auch an der Bar des Jazzclubs gab es zusätzlich einen französischen Roten im Ausschank. So durften auch französische Titel im Programm nicht fehlen. Damit begann „The Last Show“ den zweiten Set des Abends. Alain Michel steuerte dazu ein paar Eigenkompositionen bei. Der Song „Partit pour pas rester“ erzählt von einer Reise mit dem Zug, allerdings nicht mit dem besten überhaupt, dem französischen TGV, sondern einem recht alten Zug. Hier ahmte Alain beim Intro den Rhythmus des Zuges auf der Bluesharp gekonnt nach. Der Song „Quand j’ai trop le blues“ entstand, als sich Alain einmal die Frage stellte, warum er als Franzose eigentlich Blues spielt und komponiert. Da wollte er einfach mal was anderes machen und hat diesen Boogie geschrieben. „Là-bas a New Orleans“ entstand, nachdem ihm wohl bereits zum zwölften Mal die Freundin verlassen hatte, er diesen Kummer mit „think positive“ bewältigen wollte, und einen Song schreiben wollte, der dann bestimmt ein Hit wird – aber auch damit wurde es nichts… Es folgte ein Ausflug nach Louisiana, in die Heimat der Cajun-Musik. Normalerweise, so erzählte Alain bei seiner Einführung, beginnen die Cajun-Stücke immer mit einer Akkordeon-Einleitung. Dem Instrument, das man auch als Piano der armen Leute bezeichnet. Da es ihm aber nicht einmal für ein Akkordeon reicht, muss er diesen Part zwangsläufig mit der Bluesharp, dem Piano der Ärmsten der Armen, übernehmen. Alain Michel, der in den letzten zwanzig, fünfundzwanzig Jahren schon etliche Male mit verschiedenen Formationen in Biberach gastierte, bedankte sich herzlich beim Publikum und den Gastgebern für die Gastfreundschaft. Das Publikum war zwar beim Mitklatschen eher zurückhaltend, lauschte dafür aber umso aufmerksame dem Geschehen auf der Bühne und bedachte die drei Musiker auch mit viel und verdientem Applaus, und erklatschten sich zum Abschluss auch noch zwei Zugaben.

Text und Foto: Hans-Bernd Sick