Archiv – Seite 44 – Jazzclub Biberach e.V.

Rootbears

Am 22.12.2018 um 20:00 Uhr

Ort: Schützenkellerhalle Biberach

Beschreibung
DAS vorweihnachtliche Event in Biberach! Die fünf „Wurzelbären“ laden ein zu ihrem swingenden Allerlei und bereiten mit akustischem Jazz einen unterhaltsamen Abend. Es spielen Rüdiger Przybilla (sax), Hanspeter Schmid (tb), Magnus Schneider (p, Akkordeon), Martin Schmid (b) und Thomas Kleinhans (dr).

Eintritt 15€ (ermäßigt 10€)
Kartenvorverkauf ab 01.12.2018 bei der Stadtbuchhandlung Biberach; keine Kartenreservierung beim Jazzclub.

Jazzclub Biberach: Konzertübersicht 2019

Übersicht über alle Veranstaltungen des Jazzclubs Biberach im Jahr 2019:

1. Halbjahr 2019 – Flyer     1. Halbjahr 2019 – Plakat

2. Halbjahr 2019 – Flyer     2. Halbjahr 2019 – Plakat

Details zu allen Veranstaltungen finden Sie unter „Archiv“ / „Ankündigungen“,
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Alexandra Lehmler „sans mots“

Am 07.12.2018 um 20:30 Uhr

Ort: Jazzclub Biberach
(c/o Bruno-Frey-Musikschule, Wielandstraße 27, 88400 Biberach an der Riß)

Beschreibung

Das deutsch-französische Quartett um die Mannheimer Saxofonistin Alexandra Lehmler macht sich Jazz zur Herzensangelegenheit. Im Rahmen eines Konzertes mit dem Orchestre National de France in Paris machte Alexandra Lehmler die Bekanntschaft mit dem Vibrafonisten Franck Tortiller und dem Schlagzeuger Patrice Héral, der unter anderem auch mit dem „Dieter-Ilg-Trio“ schon mehrfach in Biberach zu hören war. Von deren Art zu Musizieren war sie sofort begeistert und hat sie daher vom Fleck weg für ihr eigenes Projekt „Sans Mots“ engagiert. Ergänzt um ihren Ehemann, den Bassisten und Komponisten Matthias Debus, dem auch viele der Kompositionen auf der CD „Sans Mots“ zu verdanken sind, war das ungewöhnliche Ensemble komplett. Lehmlers aus dieser Zusammenarbeit resultierendes fünftes Album „Sans Mots“, auf dem auch noch der Trompeter Herbert Joos als Gast zu hören ist, steht – ohne Worte – für den Spagat des Alltags zwischen der erfolgreichen Künstlerin und der liebevollen Mutter von drei Kindern.

In einem „Waltz For Carlo“ malt Lehmler ein musikalisches Portrait ihres Sohnes. In „Voisins Imaginaires“ setzt sie sich mit den neugierigen Nachbarn auseinander, in „Tränenmeer“ geht es um Abschied, Schmerz, Trauer und Verlust aber auch um einen wunderbaren Neuanfang. „Sans Mots“ ist eine musikalische Hommage an die eigenen Kinder, die Familie, die Skurrilität und den ganz normalen Wahnsinn des Alltags. Fabelhafte Bilder und fantastische Geschichten von direkt nebenan erscheinen verzaubert und transzendiert, erhoben in den Olymp einer Kunst, die trotz aller Magie bodenständig bleibt.

Alexandra Lehmler durfte mit ihrem Quartett unlängst auch die Festveranstaltung zur Verleihung des deutschen Spielstättenprogrammpreises „APPLAUS“ im Kongresszentrum „Rosengarten“ in Mannheim musikalisch umrahmen. In diesem Rahmen erhielt auch der Jazzclub Biberach e.V. für sein „herausragendes kulturelles Programm im Jahr 2017“ im Auftrag der Kulturstaatsministerin für Kultur und Medien, Prof. Monika Grütters, in der Kategorie III (bis 52 Konzerte) die hohe Auszeichnung in Verbindung mit einem stattlichen Preisgeld.

Eintritt 17€ (ermäßigt 13€)
Biberacher Schüler wie immer frei!

01.12.2018: SWR Big Band – Swinging Comedy

Swing trifft auf schwäbische Comedy

Swing, Comedy und Schwäbisch passen nicht nur bestens zusammen, sondern setzen auch ungeahnte Synergien frei. Den Beweis dafür lieferte in der voll besetzten Stadthalle Biberach eine einzigartige Konstellation aus dem Bempflinger Urschwaben Bernd Kohlhepp alias „Herr Hämmerle“ und der in Korntal lebenden Diplommusikerin, Hochschuldozentin und „Black Magic Woman“ Fola Dada.

Schlagfertigkeit, Spontaneität, Redegewandtheit und echte Gefühle wurzeln in der Sprache und damit auch besonders im heimischen Dialekt. Übertreibungen, Parodien und Karikaturen bekannter Welthits, von der mehrfach Grammy-nominierten SWR-Bigband virtuos, präzise und stilsicher in speziellen Arrangements und sattem Sound begleitet, ließen kein Auge trocken bleiben.

Ob vor Michael Jackson, Stevie Wonder (I wish – der „Wisch-Song“ für schwäbische Putzteufel), James Brown, Marilyn Monroe oder dem swingenden Stimmwunder Ella Fitzgerald, nach einer launigen Anmoderation von Herrn Hämmerle schreckten die Akteure vor keinem noch so berühmten Titel zurück und überzeugten damit rundum. Auch die Mischung zwischen Musikanteilen und Comedy war stimmig.

Während Herr Hämmerle oder Fola Dada in ein neues Outfit schlüpften, gab die Bigband unter Leitung von Klaus-Peter Schöpfer klassische Bigband-Highlights in gediegenen Bearbeitungen, wie Benny Goodmans „Frankie & Johnny“, Hoagy Carmichaels „Stardust“ oder auch herausragende Bravourstücke für die international renommierten Virtuosen der Band (unter anderem dem Ringschnaiter Felice Civitareale). Vor wenigen Wochen mit Fola Dada in der Hamburger Elbphilharmonie, demnächst mit Paul Carrack in London – der aus Warthausen stammende Manager der Band, Hans-Peter Zachary, hat alle Hände voll zu tun, um diese Ausnahmeformation, von welcher gar der legendäre Sammy Nestico als „My favorite Big Band“ spricht, auf ihrem Erfolgsweg durch die Musikwelt zu begleiten.

Einer der komödiantischen Höhepunkte in Biberach war die von dem Vollblutkabarettisten und veritablen Gesangssolisten und Entertainer Herrn Hämmerle in drolligem „Schwänglisch“ umgarnte Gesangsdiva, die er zum Duett motivieren wollte. Selbst diejenigen aus dem Publikum, die über die schwäbische Heimat Fola Dadas Bescheid wussten, ja selbst Fola Dada persönlich, kämpften – meist vergeblich – mit den Lachtränen. Um die in den ausgedehnten Lachsalven „verpassten“ Einsätze zu erklären, schob er die „Schuld“ flugs den hervorragenden Bläsersolisten in die Schuhe. Deren Verwendung des Gesangsmikros war nach seiner Überzeugung für diverse technische Aussetzer verantwortlich. Den Beweis dafür lieferte er umgehend durch eine rasend schnelle, fast schon virtuose Anmoderation mit selbst erzeugten Aussetzern, natürlich in breitestem Schwäbisch. Noch virtuoser gelangen nur die Tanzeinlagen im Stile von Michael Jackson.

Wer zu Beginn daran gezweifelt hatte, dass das schwäbische Sprachidiom dem Jazz nicht zu sehr entgegenkommt, wurde an diesem Abend mit „Swinging Comedy auf höchstem Niveau“ unter dem Motto „Obacht Schwabenstyle“ rasch eines Besseren belehrt. Stürmische Beifallsbekundungen und Zugabe-Rufe wurden denn auch mehrmals erhört und die Künstler entließen das Publikum mit strahlenden und zufriedenen Gesichtern in die erste Adventsnacht, in der Fola Dadas eindrucksvolle Stimme noch lange nachklang.

Text und Fotos: Helmut Schönecker

23.11.2018: Mrs Bo’s Cookbook

Exquisite Rezepte aus Mrs. Bo’s Cookbook

Jazz á la flute mit Isabelle Bodenseh

BIBERACH – Eine bunte Sammlung von Mrs. Bo’s Lieblingsrezepten, Eigenkompositionen oder auch Bearbeitungen berühmter „Sterneköche“, in einer Art musikalischem „Showcooking“ vor zahlreichen aufmerksamen Beobachtern im Jazzkeller der Bruno-Frey-Musikschule in Echtzeit angerichtet, verabreichte das ungewöhnliche Jazz-Quartett um Isabelle Bodenseh den begeistert applaudierenden Besuchern beim Freitagskonzert des Jazzclubs.

Das ausgefallene künstlerische Konzept kam bereits in der einzigartigen Besetzung des Quartetts mit Querflöte, Gitarre (Lorenzo Petrocca), B3 Hammondorgel (Thomas Bauser) und Schlagzeug (Lars Binder) zum Ausdruck. Alle Protagonisten, jeder für sich genommen Meister seines Faches mit je eigenständiger Karriere, unzähligen CD-Produktionen und ausgeprägten Personalstilen, gingen gewissermaßen als hochwertige Zutaten in Mrs. Bo’s Rezepturen auf und verbanden sich zu absoluten Leckerbissen für gar nicht so stille Genießer. Erlesene Köstlichkeiten in raffinierten Kombinationen statt schneller Fertiggerichte animierten immer wieder zu Begeisterungsrufen. Barock anmutende harmonische Sequenzen verbanden sich mit Versatzstücken lateinamerikanischer Melodien, eine gefühlvolle Hommage an Django Reinhardt wechselte mit einem funkigen „Pow, boom & BAM“, einem Song über die Veränderung der Sprechweise von Bodensehs Sohn nach dessen Entdeckung von Comics. Lars Binder steuerte ein Lied über seine Tochter Louise bei und als zweite Zugabe gab es ein Duett von Flöte und Gitarre über „Volare“ zu hören.

Bereits die Biografie von Isabelle Bodenseh, mit klassischem Querflötenstudium in Frankfurt, Jazz-Querflöte bei James Newton in L.A., DAAD-Stipendium für afrokubanische Musik und Latin Jazz in Kuba sowie der Mitarbeit in vielen verschiedenen Ensembles, Studio-, Rundfunk- und Fernsehproduktionen ließ die Vielfalt musikalischer Einflüsse erahnen. Diese in einer stimmigen Melange mit den breitgestreuten Ideen der erfahrenen Mitmusiker zu verschmelzen, verschaffte dem Biberacher Publikum eine Sternstunde in Sachen lebendigem, zeitgenössischem, intelligent gemachtem Jazz, mit viel Pep gewürzt und in vielfältigen Geschmacksrichtungen.

Mrs. Bo alias Isabelle Bodenseh brachte dem Publikum dabei weit mehr als nur die üblichen Flötentöne bei. Flatterzunge, geräuschhaftes An- und Überblasen oder expressive Growleffekte erweiterten das Ausdrucksspektrum in Richtung der menschlichen Stimme. Thomas Bauser steuerte neben hammondtypischen Sounds und Improvisationen auf dem Vollpedal seiner Hammond B3 mit Leslie-Tonkabinett wie selbstverständlich auch die fehlende Bassstimme bei. Der weiche Gitarrenklang von Petroccas Gibson, seine abwechslungsreiche und farbige Begleitung und vor allem die munteren Improvisationen, die oft auch im dialogischen Wechsel mit der Querflöte stattfanden, provozierten immer wieder Sonderapplaus, ebenso die gelegentlichen Schlagzeusoli des ansonsten banddienlich agierenden Drummers Lars Binder. Frappierend präzise und stimulierend waren die immer wieder scheinbar unvermittelt auftretenden Unisonopassagen zwischen Gitarre und Querflöte oder Querflöte und Hammondorgel im fliegenden Wechsel mit spritzigen Improvisationsduellen. Mit anderen Worten: Kurzweilige Unterhaltung auf höchstem Niveau für Genießer.

Text: Helmut Schönecker
Fotos: Helmut Schönecker, Wolfgang Volz