Archiv – Seite 31 – Jazzclub Biberach e.V.

Abgesagt! – Giulia e Amici

26.10.2020: Absage der Veranstaltung durch Städte Partner Biberach e.V.:
Aufgrund der rasant steigenden Zahlen an positiven Corona-Tests bei uns und auch im Piemont, als auch der dadurch bedingten organisatorischen Auflagen werden die beiden für 13. und 14. November im Jazzkeller geplanten Auftritte auf unbestimmte Zeit verschoben.

Am 14.11.2020 um 20:30 Uhr

Ort: Jazzclub Biberach
(c/o Bruno-Frey-Musikschule, Wielandstraße 27, 88400 Biberach an der Riß)

Beschreibung
Trotz Corona möchte der Verein Städte Partner Biberach e. V. (StäPa) zusammen mit dem Kulturamt der Stadt Biberach etwas städtepartnerschaftliches Flair verbreiten, und hat im Rahmen ihrer „Internationalen Wochen“ zwei Doppelkonzerte mit Musikern aus der italienischen Partnerstadt Asti bzw. mit Bezug nach Asti geplant:

Für Freitag und Samstag, 13. und 14. November, wurde das Jazztrio „Giulia e Amici“,
für Freitag und Samstag, 27. und 28. November, der Saitenzauberer Beppe Gambetta eingeladen.
Mehr Informationen zu den Künstlern gibt‘s weiter unten.

Die Konzerte finden in Zusammenarbeit mit dem Jazzclub Biberach e. V. im Jazzkeller (Untergeschoss der Bruno-Frey-Musikschule, Wielandstraße 23) statt, Beginn ist jeweils um 20:30 Uhr. Der Eintritt beträgt 17 €, ermäßigt 15 € (Schüler, Studenten, Mitglieder von StäPa und Jazzclub).
Coronabedingt sind die Plätze im Jazzkeller limitiert, und die Eintrittskarten müssen vorab beim Homeoffice des StäPa reserviert werden, bevorzugt per E-Mail an info@StaePaBC.de, oder per Telefon unter der Nummer 01590 1977 084 (der Anrufbeantworter ist aktiviert). Noch verfügbare Restkarten sind an der Abendkasse erhältlich.

Giulia e Amici

Das Trio wird gebildet von der Sängerin Giulia Rossi, dem Bassisten Pino Castagnaro und Roberto Bazzano am Piano, das Repertoire besteht vorwiegend aus eigenen Arrangements von Jazz-Standards und italienischen Klassikern.

Giulia Rossi singt bereits seit ihrem 12. Lebensjahr, bevorzugt Jazz und Blues. Aber sie trat auch mit Hardrock-, experimental rock- und Soulbands auf, mit der Folkrock-Formation Pesci Piumati Neri e Rossi gastierte sie bereits bei den Biberacher Rondellkonzerten. Aktuell tritt sie vorwiegend zusammen mit Pino Castagnaro, mit dem sie gemeinsam die CD „Standards“ veröffentlicht hat, oder dem Gitarristen Beppe Rosso oder als Leadsängerin der ISO Big Band auf.

Pino Castagnaro begann seine musikalische Karriere auf dem E-Bass, spielte zuerst Pop und Italo-Rock. Nach seinem Collageabschluss wechselte er auf den Kontrabass und tritt seither in zahlreichen Formationen mit namhaften Musikern vorwiegend in Asti und Norditalien auf. Auch er trat bereits in Biberach auf: mit dem Swallow Jazz Trio bei den Italienischen Wochen 2012.

Das Trio vervollständigt Roberto Bazzano, der im zarten Alten von sechs Jahren mit dem Pianospiel begann. Nach dem Konservatorium spielte auch er in Pop- und Tanzbands, richtete sich mit 20 Jahren sein eigenes Tonstudio ein und arbeitete hauptsächlich als Produzent und Tontechniker mit vielen Musikern und Labels zusammen. Heute spielte er, neben seinen Aktivitäten rund um sein Studio, wieder vermehrt selbst, bevorzugt Jazz und Soulmusic.

Abgesagt! – Giulia e Amici

26.10.2020: Absage der Veranstaltung durch Städte Partner Biberach e.V.:
Aufgrund der rasant steigenden Zahlen an positiven Corona-Tests bei uns und auch im Piemont, als auch der dadurch bedingten organisatorischen Auflagen werden die beiden für 13. und 14. November im Jazzkeller geplanten Auftritte auf unbestimmte Zeit verschoben.

Am 13.11.2020 um 20:30 Uhr

Ort: Jazzclub Biberach
(c/o Bruno-Frey-Musikschule, Wielandstraße 27, 88400 Biberach an der Riß)

Beschreibung
Trotz Corona möchte der Verein Städte Partner Biberach e. V. (StäPa) zusammen mit dem Kulturamt der Stadt Biberach etwas städtepartnerschaftliches Flair verbreiten, und hat im Rahmen ihrer „Internationalen Wochen“ zwei Doppelkonzerte mit Musikern aus der italienischen Partnerstadt Asti bzw. mit Bezug nach Asti geplant:

Für Freitag und Samstag, 13. und 14. November, wurde das Jazztrio „Giulia e Amici“,
für Freitag und Samstag, 27. und 28. November, der Saitenzauberer Beppe Gambetta eingeladen.
Mehr Informationen zu den Künstlern gibt‘s weiter unten.

Die Konzerte finden in Zusammenarbeit mit dem Jazzclub Biberach e. V. im Jazzkeller (Untergeschoss der Bruno-Frey-Musikschule, Wielandstraße 23) statt, Beginn ist jeweils um 20:30 Uhr. Der Eintritt beträgt 17 €, ermäßigt 15 € (Schüler, Studenten, Mitglieder von StäPa und Jazzclub).
Coronabedingt sind die Plätze im Jazzkeller limitiert, und die Eintrittskarten müssen vorab beim Homeoffice des StäPa reserviert werden, bevorzugt per E-Mail an info@StaePaBC.de, oder per Telefon unter der Nummer 01590 1977 084 (der Anrufbeantworter ist aktiviert). Noch verfügbare Restkarten sind an der Abendkasse erhältlich.

Giulia e Amici

Das Trio wird gebildet von der Sängerin Giulia Rossi, dem Bassisten Pino Castagnaro und Roberto Bazzano am Piano, das Repertoire besteht vorwiegend aus eigenen Arrangements von Jazz-Standards und italienischen Klassikern.

Giulia Rossi singt bereits seit ihrem 12. Lebensjahr, bevorzugt Jazz und Blues. Aber sie trat auch mit Hardrock-, experimental rock- und Soulbands auf, mit der Folkrock-Formation Pesci Piumati Neri e Rossi gastierte sie bereits bei den Biberacher Rondellkonzerten. Aktuell tritt sie vorwiegend zusammen mit Pino Castagnaro, mit dem sie gemeinsam die CD „Standards“ veröffentlicht hat, oder dem Gitarristen Beppe Rosso oder als Leadsängerin der ISO Big Band auf.

Pino Castagnaro begann seine musikalische Karriere auf dem E-Bass, spielte zuerst Pop und Italo-Rock. Nach seinem Collageabschluss wechselte er auf den Kontrabass und tritt seither in zahlreichen Formationen mit namhaften Musikern vorwiegend in Asti und Norditalien auf. Auch er trat bereits in Biberach auf: mit dem Swallow Jazz Trio bei den Italienischen Wochen 2012.

Das Trio vervollständigt Roberto Bazzano, der im zarten Alten von sechs Jahren mit dem Pianospiel begann. Nach dem Konservatorium spielte auch er in Pop- und Tanzbands, richtete sich mit 20 Jahren sein eigenes Tonstudio ein und arbeitete hauptsächlich als Produzent und Tontechniker mit vielen Musikern und Labels zusammen. Heute spielte er, neben seinen Aktivitäten rund um sein Studio, wieder vermehrt selbst, bevorzugt Jazz und Soulmusic.

26.09.2020: Doppelkonzert Le Bang Bang + Siyou’n’Hell

Vom Treffen in der Hölle und dem doppelten Urknall

Jazzplosionen im gemischten Doppel mit Stimme und Bass

BIBERACH – In der ausverkauften Gigelberghalle zelebrierte der Jazzclub Biberach den zweiten Teil seines Saisonauftaktes im Rahmen des vom Land geförderten „Kultursommers 2020“ unter strengen Hygieneauflagen. Gleichwohl brandeten Wellen der Begeisterung durch die lichten Reihen. Die Freude und Überraschung auch auf Seiten der Musiker war hör- und spürbar, die anfängliche Skepsis schnell verflogen. Bravorufe, anfeuernde Pfiffe, rauschender Applaus, zahlreiche Zugaben und Worte der Hoffnung auch von Seiten des Veranstalters waren mehr als nur der Silberstreif am Horizont. Die allgemeine Erkenntnis: Wir machen weiter, egal wie. Ohne Kultur wären wir schließlich Barbaren.

Mit launigen Worten von Moderator Jojo Riedel eingeleitet, startete das gemischte Doppelkonzert mit dem schwäbischen Stimme-Bass-Duo „Siyou’n’Hell“. Die in Kamerun geborene Sängerin Siyou und die Ulmer Basslegende Hellmut Hattler leben in einer engen zwischenmenschlichen Beziehung, zu spüren, zu sehen und zu hören auch auf der Bühne (Closer Me). Dieses innige Verhältnis war wohl auch das Amalgam einer ungewöhnlichen Fusion zwischen Gospel, afrikanischen Wurzeln, Pop, Soul, Rock und Jazz. Eingeleitet mit einer stimmungs- und eindrucksvollen Version von „Sometimes I feel like a motherless child“ folgten überwiegend Eigenkompositionen. Obwohl Hattler nach eigenem Bekunden selten einmal Coverversionen spielt, musste er nach einer mitreißenden und sehr weitgehenden Bearbeitung des Beatles-Songs „Come Together“ gestehen, dass er in dieser Konstellation die Begeisterung des Publikums und seiner temperamentvollen Duo-Partnerin uneingeschränkt teilt. Trotz der räumlichen Abstände heizten die beiden Energiebündel die Stimmung gehörig an. Der satte, druckvolle Bass, knackige Funky-Slaps und Grooves, ergänzt um Shaker oder Kalimba durch die Gospelqueen Siyou, die mit ihrer kraftvollen Stimme das Rock-Jazz-Fusion-Idiom vom E-Bass genretypisch verkörperte, fanden zu einer originellen Einheit mit intensiver positiver Ausstrahlung, die Lust auf mehr machte.

Nach einer ausgiebigen Lüftungspause war das Publikum wieder aufnahmefähig für das, obwohl in gleicher Besetzung aus Stimme und Bass angetretene, völlig kontrastierende Bandkonzept des Münchner Duos „Le Bang Bang“. Trotz zunächst überzogener Lautstärke und gelegentlichen Übersteuerungen wirkte deren Musik filigraner, differenzierter und von größerem Ausdrucks- und Dynamikumfang als die erste Formation. Das „Bang“ des Urknalls stand hier vor allem für die Pulverisierung der gewählten Vorlagen. Aus dem verbleibenden Feinstaub entstand, ganz im Sinne des ursprünglichen Jazz, das Neue, das Ureigene und Besondere. Beinahe noch überzeugender und interessanter erschienen jedoch die Eigenkompositionen von Sven Faller und Stefanie Boltz. Herausragend in ihrer Eindringlichkeit etwa die Komposition „Istanbul“ des Kontrabassisten, entstanden anlässlich eines Konzertes in der quirligen türkischen Millionenstadt. Berührungsängste mit großen Rocktiteln von ACDC oder Radiohead, der schillernden Cindy Lauper oder dem Garagen-Grunge von Nirvana gab es keine. Der dritte Musiker der Formation allerdings lag Sven Faller zu Füßen: Eine umfangreiche Sammlung von, in der Gitarristen-Branche „Tretminen“ genannten Fußschaltern und Effektgeräten, Samplern und Sequenzern als elektronische Helferlein. Natürlich durften auch die Münchner nicht ohne Zugabe von der Bühne. Ein kurzes Interview des Moderators Jojo Riedel mit den Veranstaltern ermöglichte einen Blick auf die aufwändigen Vorbereitungen für Veranstaltungen in Coronazeiten aber auch einen vorsichtigen Ausblick auf künftige Planungen des rührigen Clubs.

Text und Fotos: H. Schönecker

Doppelkonzert: Le Bang Bang + Siyou’n’Hell

Am 26.09.2020 um 19:30 Uhr

Ort: Gigelberghalle
(Biberach an der Riß)

Beschreibung
Neues Konzertformat – Duos im Doppelpack auf Abstand

Kartenreservierungen sind ab 4. September 2020 über Reservix möglich: online hier sowie an den lokalen Vorverkaufsstellen.

Eintritt 17 Euro (Jazzclub-Mitglieder und Schüler/Studenten 13 Euro)

Einlass nur mit Vorverkaufsticket und Hinterlegung der Kontaktdaten aller Besucher im Bestellvorgang bzw. beim Einlass!

Durchführung selbstverständlich mit den erforderlichen Hygieneregeln:
– Nur Personen aus 1 Haushalt pro Stuhlgruppe
– Mund-Nasen-Schutz vom Einlass bis zum zugewiesenen Sitzplatz
– Mund-Nasen-Schutz vom Sitzplatz zur Theke, zur Toilette sowie zum Ausgang
– Bitte immer den Mindestabstand von 1,5 m zu anderen Besuchern einhalten
– Ein spezielles Hygienekonzept wurde vom Jazzclub Biberach erstellt

Mit kleinen aber feinen Besetzungen im großen Raum bei stimmungsvollem Ambiente und zeitgemäß ausreichendem Abstand erprobt der Jazzclub Biberach in der Gigelberghalle erneut ein neues Konzertformat. Zwei ungewöhnliche Duos, jeweils mit Stimme und Bass aber mit ganz unterschiedlicher musikalischer Konzeption geben an einem Abend gemeinsam ein Doppelkonzert, das neben hochkarätiger Livemusik auch einen Anstoß zu bewusster Auseinandersetzung mit musikalischen Inhalten und Aussagen geben möchte.

Frech & unkonventionell. Virtuos und ideenreich. Das sind Stefanie Boltz und Sven Faller – LE BANG BANG

Als echter Knaller erweist sich das Duo LE BANG BANG, das mit dem namensgebenden Urknall-Effekt vor nunmehr 10 Jahren in eine steile Karriere startete. Das „Bang!“ steht für den besonderen Moment, wenn alles zu passen scheint, der Kopf ausgeschaltet wird und das dicht-intime Miteinander aus Melodie und Groove die Zeit anhält, „Bang!“ steht für den vielzitierten „erfüllten Augenblick“. Stefanie Boltz und Sven Faller befreien eine Vielfalt von mehr oder weniger bekannten Kompositionen von unnötigem Ballast und kleiden sie in überraschende neue Kleider. Seit zehn Jahre zaubern die beiden Virtuosen nur mit Stimme und Kontrabass einen Klangkosmos, der keine Minute kalt lässt. Wie selbstverständlich schaffen sie in ihrer minimalistischen Besetzung eine knisternde Spannung, bei der man sogar in großen Konzertsälen das Fallen einer Stecknadel hören könnte. Das Publikum erlebt zwei gleichberechtigte starke Typen, bei denen die Summe von 1 plus 1 deutlich mehr als 2 ergibt.

Gospel-Queen Siyou trifft Basslegende Hellmut Hattler – SIYOU’n’HELL

Eine einzigartige Mischung aus so unterschiedlichen musikalischen Traditionen wie Gospel, African Roots, Pop, Soul, Rock und Jazz verschmilzt zu einer im Wortsinn unerhörten, harmonischen Einheit, wenn die in Kamerun geborene Sängerin Siyou und das musikalische Urgestein und Ulmer Basslegende Hellmut Hattler (Fehlfarben, Kraan, Tab Two) – reduziert auf Stimme und Bass – im Duo neue musikalische Pfade beschreiten. Hattlers Markenzeichen, das „Dualitätsprinzip“ findet in seinem jüngsten Projekt ein neues Ventil, eine neue Spielwiese, scheinbar Unvereinbares zusammen zu bringen. Hattlers zwar virtuoses dabei aber dennoch auf das unbedingt notwendige Mindestmaß reduzierte Bassspiel trifft auf die große Stimme von Siyou, die mit ihrer magischen Bühnenpräsenz das Publikum regelmäßig in ihren Bann zieht und bezieht aus diesem Zusammentreffen ein Höchstmaß an Spannung und Energie. Gemeinsam haben die beiden Ausnahmekünstler bereits ihr drittes Album herausgebracht. Musikalisches Kennzeichen des Duos, welches auch privat zusammengefunden hat, ist dabei besonders die Eigenwilligkeit und Originalität auf der gemeinsamen Suche nach dem existenziellen Kern allen Seins, nach dem tieferen Sinn des Lebens.

Diese Veranstaltung findet statt mit finanzieller Unterstützung des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden Württemberg im Rahmen des Programms „Kultur Sommer 2020“.

Foto Siyou’n’Hell: Atze Gerring

25.09.2020: Cornelius Claudio Kreusch

Begeisterung trotz Distanz mit reduziertem Publikum im Jazzkeller

Saisonauftakt macht Hoffnung und gibt neuen Mut

BIBERACH – Nach einleitenden Dankesworten des Künstlers für den Mut von Veranstalter und Publikum, nach der langen pandemiebedingten Auszeit im Rahmen des vom Land Baden-Württemberg geförderten „Kultursommer 2020“ wieder den kulturellen Neueinstieg zu wagen, vorsichtig und unter verantwortungsvoller Beachtung eines aufwändigen Hygienekonzeptes wieder aus dem „social distancing“ hervorzukriechen und in die unverzichtbare Präsenzkultur zurückzukehren, begann das erste Konzert des Jazzclubs seit Anfang März mit dem Finalisten des ersten internationalen Biberacher Jazzpreises 1990, dem international renommierten Münchner Ausnahmepianisten und Weltbürger Cornelius Claudio Kreusch.

Nicht wie angekündigt mit einem Paukenschlag sondern mit einem nachdenklich und verhalten, ja fast zögerlich auftretenden, feinfühlig modellierten Thema, charaktervoll und gestaltkräftig in einer freien Improvisation verarbeitet, eröffnete Cornelius Claudio Kreusch einen Parforceritt durch ein breites stilistisches Spektrum von Jazz und Weltmusik. Unter dem Motto „Heart & Soul“ entfaltete sich in der entspannten, stimmungsvollen Wohnzimmeratmosphäre des auf Teelichtstärke verdunkelten Jazzkellers mit zunehmender Dynamik ein intensiver Kommunikationsprozess zwischen Künstler und Publikum. Wie durch eine lebensrettende Bluttransfusion bekam das bleiche Gespenst der musikalischen Live-Kultur dank des kraftvollen Lebenssaftes des sprühenden Münchner Energiebündels CCK wieder Farbe und Substanz und begann hoffnungsvoll zu pulsieren. Und auch umgekehrt schien die begeisterte Publikumsreaktion den Künstler sichtlich zu stimulieren. Durch seine spontanen Anmoderationen gelang es ihm, unterstützt durch die räumliche Nähe, ein durch sein Spiel vermitteltes Urvertrauen aufzubauen und so einen direkten Kanal zum Innersten seiner Zuhörer zu legen. Diese schienen befreit aufzuatmen und wie ein Schwamm das lange Vermisste aufzusaugen.

Dabei machte es Cornelius Claudio Kreusch seinen Zuhörern durchaus nicht leicht. Seinen unnachahmlichen Personalstil zu fassen, die komplexen, oft auch von Brüchen durchzogene Strukturen zu verfolgen, das Nebeneinander hochvirtuoser Passagen, die auch den geübten Zuhörer schwindlig werden lassen und solchen Stellen, die in ihrer schlichten Eindringlichkeit unmittelbar überzeugen, erfordert permanente Aufmerksamkeit. Andererseits wirken gerade dadurch seine abwechslungsreichen Kompositionen wie ein Fitnessprogramm für das musikalische Erleben, wie eine Frischzellenkur für die ausgedörrten Seelen. Und genau das funktioniert eben nur im lebendigen Miteinander. That’s live, that’s Jazz.

Wer im „Ping Pong Finale“ des ersten Sets schmunzelnd die ins Flügelinnere gelegten Tischtennisbälle unter den synkopierten Akzenten emporspringen sah oder deren charakteristisches Murmeln unter tremolierenden Pianissimo-Akkorden vernommen hat, fühlte sich unvermittelt in die Jugendjahre des genialen Pianisten zurückversetzt, in die Zeit in der das Stück entstand. Einer Zeit in der die Freiheiten des Jazz noch mit jugendlicher Unbekümmertheit einhergingen, unter dem Stichwort „Aleatorik“ experimentierfreudig eine Zufallsmusik in der Tradition eines John Cage generierten und durch die Verwendung der runden Plastikbällchen nach dem Zufallsprinzip (lat. alea = Würfel) eine musikalische Quadratur des Kreises bewirken sollten. Kreusch hat, neben den sich übereinander türmenden, klangmächtigen Akkorden und den rasanten, mitunter aberwitzig virtuosen Sechzehntelketten, sich eben jene spielerische Frische und Spontaneität bewahrt, welche einer überbordenden Dramatik und Schwere ihren Platz zuweist und damit den gereiften Musiker auszeichnet.

In diese Kategorie fielen auch Stücke wie „Funky Monkey“ aus dem zweiten Set, in denen sich Kreusch unter dem Motto „Here & Now“ in witziger Analogie auf allseits bekannte Standards, wie etwa auf den „Pink Panther“ von Henry Mancini, bezog. Die charakteristischen Quintparallen mit ihrem auftaktigen Beginn und die aus tiefer Lage chromatisch ansteigende Basslinie waren gerade noch erkennbar, jedoch verdichtet, überzeichnet, parodiert und karikiert. Der ursprüngliche Swingcharakter blitzte innerhalb der kraftvoll zupackenden Funky-Rhythmen in einzelnen Improvisationsschnipseln immer wieder durch, gelegentliche Walkingbässe taten ein Übriges zur augenzwinkernden Spielfreude. Der Saisonauftakt des Jazzclubs hielt angesichts dieser ästhetischen Urgewalt nicht nur was er versprach, er setzte einen neuen Höhepunkt in einer schwierigen Zeit und machte Hoffnung und gab neuen Mut.

Text und Fotos: H. Schönecker

Cornelius Claudio Kreusch – Programm 2 (21:30 Uhr)

Am 25.09.2020 um 21:30 Uhr

Ort: Jazzclub Biberach
(c/o Bruno-Frey-Musikschule, Wielandstraße 27, 88400 Biberach an der Riß)

Beschreibung
Neues Konzertformat – Solo im Doppelpack auf Abstand

Verbindliche Kartenreservierungen ab 4. September 2020 über www.jazzbiber.de

Sonderpreis: 15 Euro (Jazzclub-Mitglieder und Schüler/Studenten 10 Euro)

Einlass nur mit vorheriger Online-Kartenreservierung und Hinterlegung der Kontaktdaten aller Besucher im Bestellvorgang bzw. beim Einlass!

Durchführung selbstverständlich mit den erforderlichen Hygieneregeln:
– Nur Personen aus 1 Haushalt pro Tisch oder Stuhlgruppe
– Mund-Nasen-Schutz vom Einlass bis zum zugewiesenen Sitzplatz
– Mund-Nasen-Schutz vom Sitzplatz zur Toilette sowie zum Ausgang
– Bitte immer den Mindestabstand von 1,5 m zu anderen Besuchern einhalten
– Ein spezielles Hygienekonzept wurde vom Jazzclub Biberach erstellt 

Nach der langen, coronabedingten Konzertpause meldet sich der Biberacher Jazzclub in der Herbstsaison mit einem Paukenschlag oder besser gleich mit einem ganzen Paukenwirbel nachdrücklich bei seinem Publikum zurück. Voraussichtlich immer noch mit einer gewissen Distanz, auf jeden Fall aber wieder „Live“ und mit einem angepassten Hygienekonzept gibt es am 25. September, zum obligatorischen Freitagabendtermin, mit Cornelius Claudio Kreusch im Jazzkeller Piano-Jazz vom Allerfeinsten. Zwei Langsets mit eingeschobener, etwas längerer Pause ermöglichen einen Wechsel des zahlenmäßig begrenzten Publikums, ausreichende Lüftung und die vorgeschriebenen Desinfektionsmaßnahmen, sodass ein angstfreier Konzertgenuss ermöglicht wird.

Die renommierte Musikzeitschrift „Jazzthing“ bezeichnete ihn als „einen der größten Improvisatoren Europas“. Der Boston Globe nannte ihn „einen Pianisten, der klingt wie kein anderer“. Der Jazz Pianist, Komponist und Produzent Cornelius Claudio Kreusch hat mittlerweile 24 Alben unter eigenem Namen veröffentlicht und arbeitete mit Künstlern wie Herbie Hancock, Bobby McFerrin, Salif Keita, Kenny Garrett, Bobby Watson oder Greg Osby zusammen. Der Bayerische Rundfunk beschrieb ihn einmal wie folgt: „Dieser rasende Musik-Alchimist, dieser besessene Schnell-Denker, dieser eruptive Tonfabrikant raubt einem die Sinne und den halben Verstand: da kannst du nur den Hut ziehen und kapitulieren. Kreusch reißt alle Klaviertitanen des Jahrhunderts, ob sie Tatum oder Solal, Horowitz, Gould, Kühn, Hancock oder Jarrett heißen, in den Gedanken-Strudel seiner aberwitzigen Virtuosität und unternimmt mit einigen alten Standards im Hinterkopf eine tollkühne Tasten-Rallye der ständigen Metamorphosen, in die gewaltige Kettenreaktion seiner sprühenden, unglaublich kreativen Phantasie.”
Mit einer klassischen Ausbildung bei Schülern der Komponisten und Klavier-Koryphäen Francis Poulenc und Vladimir Horowitz legte er eine stupende pianistische Basis, aus der heraus er – unter anderem als Finalist des Biberacher Jazzpreises 1990 – in den 1990er Jahren in den USA eine beispiellose Jazzkarriere startete. Unzählige Preise, unter anderem als Finalist der „Great American Jazz Piano Competition“, unzählige Konzerte und weltweite Tourneen, darunter auch Solokonzerte beim „Montreux Jazz Festival“, im „Blue Note“ oder in der New Yorker „Steinway Hall“ zeugen von Kreuschs ungebremster Schaffenskraft und Virtuosität. Seit Cornelius Claudio Kreusch wieder in Deutschland weilt, hat er sich auch im Münchner Raum einen großen Fankreis geschaffen, der locker auch mal für ein volles Haus in Europas größtem Kulturzentrum, dem Münchner Gasteig sorgt.

Diese Veranstaltung findet statt mit finanzieller Unterstützung des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden Württemberg im Rahmen des Programms „Kultur Sommer 2020“.