Jazzclub Biberach e.V.

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Franz von Chossy Quintet

Freitag, 05. Mai 2017
20:30 Uhr | Jazzkeller Biberach

Eine Rezension zu diesem Konzert finden Sie hier.

Bandinfo:

Franz von Chossy Quintet

 

FRANZ VON CHOSSY

piano, composition

JEFFREY BRUINSMA

VIOLIN

ALEX SIMU

CLARINET

JÖRG BRINKMANN

CELLO

YONGA SUN

DRUMS

 

"Musik, die sich herrlich zwischen den Genres bewegt. Zwischen moderner Klassik und Jazz, der auch mal mit einem kurzen Ausflug hin zu osteuropäischer Folklore zu überraschen weiß."


-Christoph Giese, Der Westen-

 

Wie klingt die Vertreibung von Adam und Eva aus dem Paradies?

 

Franz von Chossy, 1979 in München geborener und seit seinem Studium in Amsterdam lebender Pianist, bekam 2012 von der Muziek Biennale Niederrhein den Auftrag, sich genau darüber Gedanken zu machen.

Damit war der perfekte Anlass gegeben, sein festivalerprobtes (North Sea Jazz Festival, International Jazzfestival Melbourne, JVC Jazz Festival Paris, um nur einige zu nennen) und preisgekröntes Trio auf unorthodoxe Weise zu erweitern und mit spannender Quintett-Besetzung seine Version dieser Geschichte hören zu lassen.

 

"When the world comes home" ist eine Suite in neun Teilen (und gleichzeitig der Titel der ersten CD des Quintetts), deren Komplexität einem erst nach und nach richtig bewusst wird. Melodielinien, vogelleicht hingehaucht, und die warme, dichte Klangmalerei aller Instrumente lassen die Bilder im Kopf nur so sprudeln.

Lyrisch, intensiv und assoziativ klingt diese Musik: es ist nicht zu überhören, dass Franz von Chossy an der

New Yorker Manhattan School of Music neben Klavier auch Filmmusik-Komposition studiert hat.

Entstanden ist dieses Konzeptalbum in enger Zusammenarbeit mit der niederländischen Lyrikerin Abra Bertman. Sie verfasste zum Titelstück ein Gedicht und ist auch Namensgeberin der meisten Stücke.

 

Wie klingt sie also, die Vertreibung aus dem Paradies?

Getragen von der absoluten Einheit von Harmonie, Einfachheit und Gleichgewicht wird der Hörer auch mit der dunklen Seite der Musik konfrontiert, die voller Dissonanzen, ungestümer Wildheit und Ungleichheit steckt. Die Suite legt die komplexe Bandbreite menschlicher Gemütszustände offen, die in Form von klassischen, aber auch höchst modernen Soundelementen dargestellt werden.

Stilistisch ergibt alles ein herrlich facettenreiches Crossover aus Klassik, Pop und reichtlich Jazz, das "jedenfalls angenehm organisch, unterhaltsam sogar und auch spannend" geraten ist (Saarbrücker Zeitung, 07/2012).

 

Wichtig für die Umsetzung der Vision von Chossys ist auch die Besetzung.

Mit Klarinettist Alex Simu, Violinist Jeffrey Bruinsma, Cellist Jörg Brinkmann und Schlagzeuger Yonga Sun hat er sich Musiker ausgesucht, die sich gern zwischen den Stilrichtungen bewegen. Mit ihren Instrumenten erzeugen erstere "ein fast kammermusikalisches Klanggefüge", das von Franz von Chossys Klavierspiel und Yonga Suns Drumming "in andere Sphären katapultiert wird" (Concerto 06/2012).

Yonga Sun, präzise wie ein Uhrwerk, fügt sich einerseits geschmeidig begleitend hinein, andererseits durchbricht er selbstbewusst diese melodische Zartheit von außen und gibt den Stücken etwas Erdiges und sogar zum Teil auch eine überraschende Wende.

Denn bei allem auskomponierten Charakter gibt die Musik noch genügend Freiraum für die exzellenten Musiker, ihrer eigenen Kreativität zu folgen.

 

 

Kurzbio

 

Von Chossy begann mit 6 Jahren das Klavierspiel. Durch seine Mutter lernte er klassische Musik kennen und seine ukrainische Großmutter ermutigte ihn, auf dem Akkordeon Volksmusik zu spielen.

1999 zog er in die Niederlande um am Konservatorium von Amsterdam zu studieren.

2003 zog er nach New York, wo er an der Manhattan School of Music u.a. bei Kenny Barron, Dave Liebman, John Taylor und Kenny Werner studierte. In New York studierte Franz von Chossy auch Filmmusik-Komposition bei Edward Green.

Franz hat ein eigenes Trio, mit welchem er die "Dutch Jazz Competition 2006" gewann aufgrund seines originellen, dynamischen und oft virtuosen Spiels. Franz gewann den "Best Soloist"-Preis im selben Wettbewerb. 2009 gewann der den 2. Preis im internationalen Montreux Jazz solo Piano Wettbewerb. Er veröffentlichte mehrere von der Presse hochgelobte CDs unter eigenem Namen.

 

Wegen seines hervorragenden und mühelos zwischen den Genres wandelnden Improvisationsgeschicks ist von Chossy außerdem geschätztes Mitglied in Jazzformationen wie dem Pascal Schumacher Quartet und Arifa, mit denen er um die Welt reist.

 

 

Aus der Presse

"Wunderbares Album von einem großartigen Pianisten."

 

- Dr. Peter Kleiß, Saarländischer Rundfunk 2 -

 

"Bei ihm ist Tastenzauberei eine Sache der Alchemie, der Düfte verschiedenster Klangwelten. In mehreren Gruppen hat er gezeigt, wie feinsinnig er delikate Gleichgewichte von Ost und West, von Jazz, Klassik und Pop herstellen kann und wie er Licht und Dunkel schimmern lassen kann. Genau das tut er jetzt wohlklingend und mit Charme in seinem Opus Nr. 2."

 

-Henning Bolte, Jazzthetik-

 

"Zweifellos (...) ist Franz von Chossy ein schlüssiges Musikwerk gelungen, das sich doch ziemlich abhebt von dem, was man sonst so im Crossover-Jazz zu hören bekommt."

 

-Christoph Giese, Der Westen-

 

"When The World Comes Home" (...) ist trotz der Schwere des Themas ein erstaunlich leicht bekömmlicher Jazzreigen, der es gar schafft, trotz aller Komplexität und dem allgegenwärtigen Anspruch an die eigenen musikalischen Fähigkeiten echte Groove-Qualitäten an den Tag zu legen."

 

-Soultrain-

 

"Von Chossy nimmt zahlreiche Anleihen an der modern melodiösen Klassik, von Themensplitten nach Art des Minimalismus über kammermusikalische Streicherflächen bis hin zu Grieg´scher molltrunkener Traurigkeit. Wichtigster Kontrapunkt im tendenziell ostinaten Motivsystem sind dei rhythmischen Ausbrüche und Akzente von Schlagzeuger Yonga Sun, sodass ein großer Bogen von Struktur und Kommentar entsteht, der (...) ein gelungenes und in sich abgeschlossenens Werk präsentiert.

 

-Jazzthing-

 

"von Chossy überzeugt dabei durch seine jazzige, rhythmische vitale Spielweise und verfügt über eine exzellente Technik. Ein weiteres markantes Merkmal ist, dass hier die Individualisten der Begleitband zur vollen Entfaltung kommen. (...) Franz von Chossy vollführt melodisch harmonische Momentaufnahmen, die den Hörer auf eine fast meditative Entdeckungsreise schicken. Ein spannenes Album mit Substanz.

 

-Jazz Podium-

 

"Die Besetzung entpuppte sich als eine rhythmische und improvisierende Kraftquelle, die von Chossy in die Unendlichkeit der Meldodie und in seinem viruosen Pianopiel mit viel Temperament folgte und zugleich atemberaubende Soli präsentierte. (...) Es war diese Eingespieltheit und die Balance, die das Konzert so brillant machten: Leidenschaft, Emotion, Zartheit, Nachdenklichkeit und ein Temperament in Form von fliegenden Tönen wechselten sich ab. (...) Ein Feingespür für Interaktion, welches an diesem Abend als vollkommen bezeichte werden konnte. (...) Diese Suite ist schön geworden und dieser Konzertabend ein musikalisches Paradies, in dem man gerne noch etwas länger geblieben wäre."

 

-Quelle: Blog-Rezension-

Eintritt 15/12 EUR

Reservierungen unter < kasse@jazzbiber.de > bis spätestens 12:00 Uhr am Tag des Konzerts.

 

 

 

 

 

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